Wieviele Crossskater gibts in Deutschland?

      Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Grund, warum es so wenig oder relativ wenig NordicCrossSkater/innen in Deutschland gibt, nur zum kleinen Teil in der Attraktivität oder der Schwierigkeit unserer Sportart liegt, sondern zum großen Teil in der demografischen und gesellschaftlichen Entwicklung.
      Erstens sinkt die Zahl der Menschen, die als potenzielle Betreiber/innen der Sportart NordicCrossskaten in Frage kommt, aktuell sehr stark, weil die Babyboomer jetzt alle über 50 Jahre alt sind. Die jüngeren Geburtsjahrgänge sind viel kleiner, weil die Geburtenrate Anfang der 70er-Jahre in Deutschand gesunken. Außerdem gibt es immer mehr Ausdauersportarten, auf die sich die potenziellen Sporttreibenden aufteilen. Noch kleiner wird diese Gruppe dadurch, dass Ausdauersport auf die meisten jüngeren Menschen - so unter 30 Jahre - nur einen geringen Reiz ausübt. Mit dieser Entwicklung haben auch die Läufer, Triathleten und Speedskater zu kämpfen. Außerdem wird es durch die zunehmenden Straßenverkehr immer schwieriger, NCS möglichst ungefährlich auf befestigten Straßen auszuüben. Es ist also eigentlich bemerkenswert, dass es überhaupt Leute gibt, die unsere weitgehend unbekannte Sportart überhaupt betreiben. Zumal sie in starker Konkurrenz zum Rollskilaufen steht, die Sportart, die wohl von den meisten Skilangläufern als attrativere Sommertrainingsportart angesehen wird - das gilt wohl jedenfalls für den Leistungsbereich.
      Umso schöner wäre es, wenn es doch gelegentlich Veranstaltungem oder gar Wettkämpfe im NCS geben würde. Mir persönlich fehlt jedenfalls eine Vergleichsmöglichkeit.
      Ich wüsste gerne, wie schnell andere den Marathon im NCS zurücklegen.
      Schönes Crossskaten wünscht euch Meyer
      Hallo Mayer

      Ehrlich gesagt glaube ich eher, daß die Demographie dieser gelenkschonenden, im Vergleich zu Rollski deutlich moderater ausübbaren, Sportart eher in die Karten spielt… oder spielen sollte. Mit dem Alter steigt m.E. auch die Erkenntnis der Notwendigkeit der Ergonomie im Sport und es kippt die Tendenz vom „alternativlos coolen“ zum „ratsam alternativen“ Bewegungsmuster – und die Selbstsicherheit, mit der man „anders“ auftritt, wird mit schwindender Jugend ;) höher.
      Ich will nicht sagen daß es ein „Seniorensport“ ist, aber es ist ein idealer Sport auch und besonders für 50+!
      Und dazu kommt auch noch die Option, eben abseits von den z.T. frequentierten Asphaltwegen laufen zu können – auch, wenn’s mancher nicht nachvollziehen kann: einige wechselten deshalb auf Luftreifen… zum Beispiel ich. Und die haben kein Problem mit überfüllten Strecken.

      Meine Vermutung ist teils auch, daß heute keiner mehr lang rumlernen möchte – und das weiß die Industrie und fördert nur, was schnellen „Durchsatz“ in der Bevölkerung verspricht. Lernintensive Sportarten mit komplexer Technik sterben aus, „in-wenigen-Einheiten-zu-erlernen-…“-Aktivitäten boomen. So wurden inzwischen einige Sportarten zu „Jurassics“, die heute ein massives Nachwuchs-Problem haben:
      Alpinski wurde teils von Snowboard abgelöst, Wasserski Slalom wurde größtenteils von Wakeboard abgelöst – du brauchst für jew. letzteres nur Monate und bei ersterem Jahre bis Jahrzehnte, um auf ein ansprechendes Level zu kommen. Wasserski und Grasski wurden vor ca. 13 Jahren aus dem DSV „entfernt“ – nicht mehr förderungswürdig. Die Förderung für Buckelpiste wurde 2014 gestrichen.
      Ich gehöre selber zu den Dinos und habe meinen Sohn schon gar nicht mehr in diese Sackgassen mitgenommen.

      Und was NCS betrifft bekräftige ich nochmal meine Meinung: die „Pro‘s“ mit sportlich-dynamischem 1zu1 tragen nicht zur Verbreitung bei – wenn, dann die Cruiser, die gechillt mit moderatem Vorschub in der 1zu2-Grundtechnik über die Wege rollen… und mit einem entspannten Lächeln im Gesicht. Meine Frau wird ab und zu angesprochen – eigentlich genauso oft wie ich, ist aber nur etwa jeden 30. NCS-Tag mit mir dabei… und mich sprach man die letzten Jahre eh nur bei Klassik diagonal auf Single-Trails und auf Gelände-Anstiegen an.
      Ergo: die Option von LL-Klassik und Tourengehen im Sommer fasziniert auf Luftreifen noch eher – technisch anspruchsvolles Trocken-Skating bleibt Rollski-Domäne!

      Servus
      Hubert
      kNightSkater
      nix muaß - ois ko'

      Dioscorea wrote:

      Meyer wrote:

      Außerdem wird es durch die zunehmenden Straßenverkehr immer schwieriger, NCS möglichst ungefährlich auf befestigten Straßen auszuüben.

      Zumindest diesem Aspekt steht die Zunahme an Radwegnetzen gegenüber. Die Liste der Radwege in Österreich die ich noch befahren will wird immer länger.



      Mit dem Strassenverkehr hast du leider recht .Da ich keine bzw. sehr sehr wenige Radwege in meiner Ecke habe, muss ich ( wenn ich nicht gerade Strasse fahren will) ca.20-50 km mit dem Pkw fahren. Das schaffe ich aber , wenn nicht gerade eine Zwangspause wie jetzt nach OP, so 1-2 mal die Woche und bin auf den Wegen auch immer ein Exot. Halte mittlerweile sogar schon Ausschau nach Radwegen und Skikern, wenn ich mit dem Auto unterwegs bin.Habe noch nie einen anderen Skater getroffen.
      In meiner Ecke bin ich der einzige recht Aktive.
      Grüße,wedras

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      Hallo Wedras,

      das kann man so nicht pauschal sagen. Habe hier in unserer Region schon vereinzelt NCSler getroffen. Es sind halt wenige, ab es gibt sie. Gerade jetzt sollte man einige auf den asphaltierten Radwegen treffen, da die Waldwege noch matschig und quasi unpassierbar sind.

      LG
      FBu

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      FBu wrote:

      ...da die Waldwege noch matschig und quasi unpassierbar sind


      Hallo Fbu
      auch das kann man pauschal so nicht sagen: sie sind zwar weicher, aber mit fetten Reifen eben nicht unpassierbar! Ich war in diesem Jahr immerhin schon ein Duzend mal im Gelände unterwegs, davon 3x im Wald! Zwischen den Tau- und Regenphasen lagen auch Frost- und Trockenperioden - und beides verdichtet! Freilich ist der Asphalt-Anteil auch bei mir grad höher als im Sommer, aber ...abnehmend ^^ !
      Manch feuchter, aber einigermaßen feste Untergrund ist mir lieber als staubtrockener mit schlechtem Grip, weil die obere Lage keine Bindung mehr hat.

      Servus
      Hubert
      kNightSkater
      nix muaß - ois ko'

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      Ich habe es in einem anderen Thread geschrieben: Crossskates sind nicht gerade sexy, als Sportgeräte an sich, beim Fahren auf ihnen als Anfänger erst recht nicht.
      und ich denke, sie sind für die meisten ohne extensive Erfahrung mit Gleichgewicht, Langlauf/Skate/Rollerblade-Hintergrund auch alles andere als ungefährlich mit Blick auf Verletzungen... das schreckt neben dem Preis für gute Rollen sicher die meisten ab, mich auch.

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      Hallo Rentagreement

      Tja, einigermaßen schade! Zumal du dich als Langläufer vorstelltest, der bevorzugt klassisch läuft und Tourengehen entdeckt hat – genau das bietet eben der TouR in der schneefreien Zeit. Wenn also sogar jemand aus der „sportlichen Zielgruppe“ wie du nicht anspringt, ...gehörst du vielleicht nicht zur „demographischen Zielgruppe“? Nachdem du schon so ehrlich warst: bist du über oder unter 50?

      KnightSkater wrote:

      …und die Selbstsicherheit, mit der man „anders“ auftritt, wird mit schwindender Jugend höher.

      Denn das ist der Vorteil des Alters: „sexy“ und „cool“ verlieren etwas an Stellenwert, insbesondere, wenn dich außer ein paar Waldtieren keiner sieht :rolleyes:

      Nun stelle ich noch eine Behauptung auf: hättest du die Teile im Zuge eines Einsteigerkurses an die Füße gekriegt, hättest du es wahrscheinlich angegangen und zu beherrschen gelernt – und die Parallelen zum geliebten Wintersport hätten sich rasch gezeigt und dich überzeugt.
      Echt schade…

      Servus
      Hubert
      kNightSkater
      nix muaß - ois ko'

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      Hallo,

      Ich bin knapp unter 50 und tatsächlich sind Kriterien wie sexy und cool nicht mehr ganz oben auf der Liste.

      Diese Aussage bezog sich auch insbesondere auf die ursprüngliche Frage: warum gibt es so wenige Skiker - für viele unter 50 mag das eben ein wichtiges Kriterium zu sein.
      Und für viele über 50 kann ich mir vorstellen, dass es Ehrfurcht vor der Lernkurve und Angst vor Stürzen/Verletzung sind... ergo: kaum Skiker.

      Mich haben die Skikes in ihrer Klobigkeit und Beschaffenheit wirklich nicht überzeugt. Auch als sportlicher Zeitgenosse kann ich mir einfach nicht vorstellen, damit sicher und fröhlich unterwegs zu sein.
      Ein Kurs hätte vielleicht geholfen, aber das war und ist aktuell nicht drin.

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      Hallo Rentagreement,

      finde es auch schade, dass du dich (vielleicht vorerst) dagegen entschieden hast. Hier muss ich KnightSkater recht geben - ein Kurs oder eine andere Möglichkeit zum Ausprobieren hilft da. Vielleicht ist das ja bald wieder möglich und du gibst dem noch eine Chance.

      Ja, im Vergleich zum Rollski (meines Kollegen) oder normalen Inlinern sind unsere Geräte klobiger. Aber die haben auch einige Vorteile: Unebenheiten, Sand, feiner Splitt, kleine Stöcke usw. bügeln die großen Rollen einfach weg und bergab bremst es sich einfacher.

      Zu Sexy und Cool: Das liegt im Auge des Betrachters. Durch gelegentliche Ausarbeitung kann man nicht nur fit bleiben, sondern auch dem "Winterspeck" entgegenwirken. Der Effekt stellt sich mittelfristig automatisch ein. Ganz zu schweigen vom Spaß bei diversen Events (z.B. Biathlon).



      Zum Hauptthema zurück: Es gibt zu viele andere Sportarten, die in der breiten Masse aufgrund der natürlichen körperlichen Bequemlichkeit persönlich und damit auch sozial eher akzeptiert werden. Warum soll man Rollen, wenn man z.B. mit dem E-Bike größere Distanzen schneller und ohne größere Anstrengung zurücklegen kann. Fahrradfahren haben die meisten zudem als Kind gelernt (mit altersbedingt weniger Angst vor Stürzen oder Unfällen - und trotzdem sind sie passiert).

      LG
      FBu

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      FBu wrote:

      Ja, im Vergleich zum Rollski (meines Kollegen) oder normalen Inlinern sind unsere Geräte klobiger. Aber die haben auch einige Vorteile: Unebenheiten, Sand, feiner Splitt, kleine Stöcke usw. bügeln die großen Rollen einfach weg


      Genau! Im Vergleich zu einem sexy Ferrari ist ein SUV klobig – und trotzdem schreit alles nach den Geländewagen… wegen der Sicherheit – und genau die hast du eben auch beim Cross-Skate in erhöhtem Maße gegenüber den Inlinern und Rollskiern!
      Mit meinen Baazis hab ich sogar auch noch die erhöhte Fahrerposition der "Jeeps" 8o
      - was sind dann eigentlich die, wenn V9 "klobig" sind? ?( ;)

      Aber keine Sorge, Rentagreement, das soll dich jetzt nicht unnötig lange hier festtakkern – du hast deine Entscheidung getroffen und die wird freilich respektiert.

      Servus
      Hubert

      kNightSkater
      nix muaß - ois ko'

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      Leute man kann Cross Skates nicht mit Fahrrädern vergleichen, und das hat überhaupt nix mit sozialer Gewohnheit zu tun. Mit nem Fahrrad hat man viel kürzere Bremswege als mit Skates und man kann lang nicht so schnell aus dem Gleichgewicht kommen, vor allem bei höherer Geschwindigkeit auf Asphalt.
      Wenn genausoviel Skater wie Radfahrer unterwegs wären dann wäre die Unfallstatistik mit Skates um ein vielfaches höher.

      Gruß,
      Markus