Einstieg, Fahrergewicht 125 kg

      Einstieg, Fahrergewicht 125 kg

      Moin!

      Ich beschäftige mich schon länger mit dem Thema und ich wollte mit dem Cross Skaten beginnen aus sportlichen und medizinischen Gründen.
      Ich bin mit 1,93 und 125kg (37 Jahre) schon ein ziemlicher Brocken - habe aber mit etwas weniger Gewicht (ca. 110 kg) auch eine Alpenüberquerung ("Diretissima") mit dem MTB geschafft. Ich würde mich daher schon als halbwegs fit bezeichnen. Ich hatte allerdings vor 2 Jahren einen Bandscheibenvorfall inkl. OP und will daher was für meinen Rücken tun und bin so auf das Cross-Skaten gekommen, da Radfahren nicht gerade rückenschonend ist.
      Ich suche Cross-Skates hauptsächlich um damit in die Arbeit zu fahren (ca. 8 km Feldweg / Waldweg). Ich kann ich der Arbeit duschen, daher ist es kein Problem wenn ich da völlig fertig ankomme.
      Aktuell fahre ich die Strecke mit dem Rad.
      Zudem gehe ich im Winter auch Ski-Touren (zumindest bis zum Bandscheibenvorfall, seitdem erstmal nicht mehr), würde mich daher auch skating-technisch als halbwegs fit bezeichnen.
      Da die Preise für Rollski (z.B. SRB) ja doch recht hoch sind würde ich lieber mit einem Gebrauchten Modell einsteigen.
      Jetzt habe ich Skike V07 Plus gebraucht für 150 € gesehen und wollte zuschlagen.
      Langfristig würde ich natürlich einen Kurs machen (wenn wieder möglich) und mit hoffentlich ein paar kg weniger.

      Meine konkreten Fragen:
      Passen die Skike V07 Plus für mich (125 kg, Schuhgröße 46/47, Wald-/Feldweg)?

      Wenn ihr sonst Anregungen habt - her damit!

      Gruß
      Wanye
      Servus Wayne :)

      herzlich willkommen hier im Forum!

      Nach sehr vielen Kursteilnehmern und Kunden -> sinnvolle Reihenfolge erst Kurs dann Kauf ;( auch wenn vermeintliche Schnäppchen locken 8o haben bisher die wenigsten bereut :thumbup:

      Die Kurse laufen wieder ganz normal :saint: in Bayern kannst gerne zu mir kommen, ansonsten gibt es sicher auch einen Kurs halbwegs bei dir vor Ort.

      Herzliche Grüße

      Ulrich
      Hallo Wayne (…oder Wanye?)

      Auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum!
      Wie von Ulrich schon erwähnt: man sollte nicht ohne den Grundlagenkurs anfangen – und das gilt insbesondere, wenn man mal ins Gelände möchte! Das ist ehrlich keine gute Idee, denn die Koordination von Skatingschritt und Stockeinsatz birgt ein hohes Sturzrisiko – und zwar anfangs selbst auf störungsfreiem Untergrund :!:

      Sicher wirst Du auch noch vom ein oder anderen Hersteller-orientierten NCS-Pionier hier hilfreiche Tipps zu den entsprechenden Cross-Skates und der Eignung für dich bekommen… und wahrscheinlich wird der Tenor der sein, bei deiner Masse auf Naturboden besser 200er zu nehmen. Das wäre in der Kategorie 2-rädrige Cross-Skates auch meine Empfehlung, denn 150er würdest du meines Erachtens zu tief in den Boden drücken, insbesondere, wenn er nicht gänzlich trocken und verdichtet ist. Mit den von dir genannten Skates rollt sich‘s dann… extrem schwierig!

      Aus meiner persönlichen Sicht jedoch empfehlen sich hier eher Skates der Kategorie Cross-Inliner (auf der Übersicht rechts außen): bei denen verteilt sich das Gewicht auf die größere Bodenkontaktfläche von je 3 Luftreifen und die Last wirkt nicht zwischen den Rädern auf einen langen Rahmen, sondern sie wirkt direkt auf die Räder. Somit entstehen zu den Achsen keine Hebelkräfte, die bei etwas härterem Skating-Schritt, Stolperern oder Sprüngen gleich ein x-faches des eigenen Bruttogewichtes erreichen können. Mit dieser kompakten Bauart klappt’s dann auch bei 150er Rädern, wobei freilich 200er auch hier besser wären, da sie 5cm statt 3cm breit sind.

      Solche Skates werden aktuell aber nur von einem Hersteller abgeboten – in 150mm (und 125mm). 200er „Klosers“ gäb’s allenfalls über den Schweizer Kjöring-Verein, sofern man dort noch aktiv ist (website ist tot). Ansonsten gab’s früher mal die „Coyote“ Cross-Inliner von Rollerblade – meine Favoriten : robust, hochschaftig und mit Rücklaufsperren für klassischen Stil und uphills aufrüstbar! So ausgestattet kannst du - wie auch mit manchen rücklaufgesperrten Cross-Skates mit Fersenhub – deiner alten Leidenschaft des alpinen Tourengehens auch wieder frönen… ganzjährig! Ich liebe diese moderate Bewegung als Ergänzung zum Skating und nenne es Roll-Wandern bzw. im Extrem-Modus Roll-Mountaineering – mit einem Downhill als Abschluß …! Aber diese Teile in Größe 47 und in gutem Zustand über Biet-Plattformen zu finden ist… unwahrscheinlich.

      Nachteil wäre allerdings nicht nur, daß die Cross-Inliner keine Größen-variablen Schuhaufnahmen haben, wie die meisten Cross-Skates sie haben… sowie ihr Gewicht von je gut 3kg (was bei deiner Statur eher vernachlässigbar ist), sondern daß du mit 15cm-Rollen unter der Sohle auf knapp 2,10m anwachsen würdest… und da wird’s mit passenden Stöcken schwierig! Kaum ein Hersteller bietet Längen über 1,80m an – und du bräuchtest sicher 1,90m… im Gelände sogar besser 1,95m, um die Spitzen stets hinter der Ferse einzustechen und effektiv Vorschub zu generieren!

      Wenn du grundsätzlich daran Interesse hättest, schreib mir eine PM – es gibt da evtl. ein paar Bastel-Lösungen :rolleyes: … aber nur mit Kurs-Nachweis!

      Viel Glück und letztlich Spaß beim Einstieg

      Servus
      Hubert
      kNightSkater
      nix muaß - ois ko'
      Hallo,

      erstmal vielen Dank für eure Antworten. Ich werde mir dann wohl doch zuerst einen Kurs suchen.
      Dass die Sache mit dem Einsinken bzw. dem Bodendruck so eine wichtige Rolle spielt hätte ich jetzt nicht gedacht.
      Ich bin noch nie Inliner bzw. Rollschuh gefahren und würde daher behaupten, durch die geringere Höhe bei Rollski und auch den längeren Radabstand müsste das stabiler (fahrtechnisch) sein und daher einfacher zu lernen - zumal ich ja Skifahrer bin. Inliner mit dieser Höhe durch die großen Rollen sehen schon recht abenteuerlich aus...

      Dass die 125 kg (+Rucksack mit ca. 10 kg), dynamisch auf zwei Rollen verteilt eine immense Last / Rolle verursachen ist klar - ich hätte aber gedacht dass bei entsprechend verstärkten Rollern (SRB gehen ja afaik bis ca. 150 kg?) kein Problem sein sollte.

      Ich werde mich hier (Mittelfranken) mal umschauen nach einem Kurs.

      Gruß
      Wayne
      Hallo Wayne,

      von mir ebenfalls herzlich willkommen im Forum, wir kommen ja offenbar grob gesagt aus der gleichen Region.

      Auch ich halte es für eine gute Idee, zuerst mal nach einem Kurs zu schauen. Da bekommst Du einen ersten Eindruck vom Fahrgefühl, lernst Sportgerät und Einstellmöglichkeiten kennen und bekommst etliche Tipps für den Einstieg. Das Cross-Skating ist ganz sicher kein Buch mit sieben Siegeln, aber der Bewegungsablauf erschließt sich halt nicht so ganz unmittelbar von selbst, auch nicht, wenn Du (Abfahrts-)Ski fahren kannst. Jedenfalls ging es mir so: Die Ski gleiten auch seitlich durch den Schnee – die Räder rollen (meist) nur in Längsrichtung und gleiten nicht seitlich, jedenfalls nicht so wie Ski.

      Der andere Punkt ist Dein Ziel – die Wald- und Feldwege. Für die ersten Wochen ist es sinnvoll, den Bewegungsablauf auf Asphalt oder Beton zu üben. Dann kann man sich an die Waldwege herantasten – aber natürlich ist Waldweg nicht gleich Waldweg und es lässt sich ohne Ortskenntnis kaum Konkretes zur Anfänger-Eignung sagen. Vielleicht so viel: Auf Wegen, die Du bequem mit einem normalen Fahrrad fahren kannst, kommst Du wahrscheinlich auch bald mit Deinen Cross-Skates voran. Einsinken würde ich als Thema nicht überbewerten, es spielt eine Rolle, wenn der Untergrund locker ist (Sand, lockerer Schotter/Splitt) oder weich (feuchter Erdboden/Matsch). Wichtig ist dann aber vor allem, dass man nicht nur irgendwie durchkommt, sondern dass es auch Spaß macht. Und da hängt natürlich einiges von der Fahrtechnik, der Erfahrung, und am Ende auch vom Rollgerät ab.

      Wie Hubert bin ich hier im Forum ein Freund der Cross-Inliner. Der optische Unterschied zu Ski mag größer sein, aber dem Fahrgefühl von Abfahrts-Ski komme ich mit denen näher. Denn der kurze Radstand im leichten bergab erlaubt eine Kurvenfahrt, die dem Carvingschwung verwandt ist. Mir fiel auch der Wechsel von Kunstboden auf Gelände damit leichter als mit den langen Skates – was am dritten Rad und wiederum am kurzen Radstand liegt. Die Standhöhe über den Rädern hingegen stört mich persönlich überhaupt nicht - sie setzt lediglich einen stabilen Stand im Schuh bzw. auf dem Sportgerät voraus.

      Kurse an verschiedenen Orten in Mittelfranken und darüber hinaus gibt es übrigens bei Erich Kreutner (like2skike Franken), ich denke sie laufen nach der Corona-Pause wieder normal.

      Wenn Du mal in westlicher Richtung unterwegs bist, kannst Du natürlich gern auch hier mal eine Runde Skike V7 probefahren. Allerdings werden Dir meine Cross-Inliner nicht passen und ein Kurs bringt Dir sicher mehr.

      Viele Grüße,
      pereval
      …das mit dem Einsinken bezog sich nicht auf trockene und verdichtete Naturwege:

      KnightSkater wrote:

      150er würdest du meines Erachtens zu tief in den Boden drücken, insbesondere, wenn er nicht gänzlich trocken und verdichtet ist.



      Wayne? wrote:

      um damit in die Arbeit zu fahren (ca. 8 km Feldweg / Waldweg)

      Wenn man seinen werktäglichen Weg in die Arbeit über Naturboden mit Skates, Rad, Me-Mover oder per Pedes bestreitet, muß man davon ausgehen, daß der Heimweg witterungsbedingt nicht immer das herrlich sonnige Open-Air-Event ist wie es vielleicht der Hinweg noch war! Wer auf einer Gelände-Tour mit Cross-Skates schon mal in einen Platzregen geriet und feststellen mußte, daß die Rollbedingungen – insbesondere der Rollwiderstand - danach anders waren…, aber im Wiederholungsfall auch feststellen konnte, daß das Rollen sowo mit den breiten 8“ deutlich entspannter ist als mit den schmäleren 6“, der weiß, was ich mit Einsinken meine! Und jemand, der wie ich auch in der „nassen Jahreszeit“, also Spätherbst und Winter, wenn der Naturboden quasi dauerfeucht ist, am liebsten im Wald rollt, der weiß es auch. Da wäre ich übrigens auch gerne ein paar (zig)Kilo leichter - nur leider ist meine intersaisonale Massekurve genau gegenläufig ;)

      Freilich ist zudem nicht jeder Naturboden gleich – manche sind so stark verdichtet, daß sie das Wasser gar nicht aufnehmen oder gleich in untere Schichten ableiten und oben schnell wieder trocknen, andere bleiben oben lange matschig, weil die untere Schicht zu verdichtet ist. Besonders witzig sind die Waldwege mit wechselnden Oberflächen: du rollst dahin… und plötzlich bleibst du fast stecken – das passiert mit den dicken Reifen kaum… und wenn, dann nicht so abrupt!

      Also, Wayne: wenn du nur im Frühling und Sommer zur Arbeit rollen willst, ist Einsinken im nassen Naturboden tatsächlich evtl. bloß ein fallweises Thema – und wenn du einen asphaltierten Alternativweg hast, gleich gar keins…

      …ansonsten meines Erachtens (ganzjährig) auf Feld- und Waldwegen mit 150er Cross-Skates nach meiner Erfahrung schon!

      Servus
      Hubert (99,9...kg ;) )
      … der seine 200er Cross-Inliner nicht umsonst „Matschos“ nennt!
      kNightSkater
      nix muaß - ois ko'

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      Hallo Leute!

      Erstmal vielen Dank für die vielen Antworten!
      Ich habe mittlerweile einen Kurs gemacht (war auch bitter nötig, Skiken hat mit Skifahren wirklich gar nichts zu tun) und bin jetzt schon etwas sicherer auf den Skikes unterwegs.
      Habe ein gutes Angebot für Skike V9 Fire 200 + Stöcke wahrgenommen und bin recht zufrieden mit dem Material.
      Ich habe mich sogar schon an Waldwege gewagt und es lief besser als gedacht. Allerdings auch nur auf festen, feinkörnigen Wegen. Sobald es grobkörniger wird oder auch z.B. Butzeln auf dem Weg liegen ist es für mich momentan kaum fahrbar... Ich denke bzw. hoffe dass sich das mit mehr Routine und besserer Technik irgendwann gibt.
      Ich bin wie gesagt bisher immer mit dem Rad in die Arbeit gefahren und schlechtes Wetter stört mich an sich nicht (kann ja in der Arbeit duschen).
      Was mich aber schon etwas beunruhigt: Ich bin momentan schon nach ca. 1km Strasse völlig platt - meine Oberschenkel fangen dann schon das Brennen an.
      Ein Grund dafür ist sicher meine "ausbaufähige" Kondition, ich tippe aber auch sehr auf den ein oder anderen "kleinen" technischen Schnitzer...

      Ich habe vor demnächst (so in ein paar Wochen) nochmal einen Aufbaukurs zu machen um die gröbsten Fehler auszumerzen, dank Kurzarbeit kann ich auch oft trainieren.

      Ich merke aber auch schon dass die Skikes mit meinen 125kg ziemlich am Limit sind, es kommt mir so vor als ob die Reifen (trotz 5 bar) ziemliche Walkarbeit verrichten müssen, was ja für ein effizientes Vorankommen eher hinderlich ist. Ich hoffe dass ich durch das Skiken langfristig wieder in einen zweistelligen Bereich komme, aber bis dahin ist es echt eine Quälerei.

      Bei matschigem Waldboden habe ich die Möglichkeit auf asphaltierem Weg (Radweg neben der Straße, kleiner Umweg nötig) ausweichen zu können. Ist aber A) ein ziemlicher Umweg und B) neben der Straße - im Wald ist es halt doch schöner :)

      Gruß
      Wanye

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      Moin Wanye,

      Weil ich es beim Cross-Skating-Biathlon in Oberwiesenthal letztes Wochenende wieder bei mir selbst festgestellt habe:

      Setze den Reifen möglichst lotrecht insbesondere im Sommer auf Asphalt auf! Das verringert das Walken. Stell Dir dabei vor, etwas O-beinig zu rollen. Vergiss dabei nicht, gelegentliche das seitliche Überkippen im Stand am besten auf Gras auszutesten!

      Nebeneffekte sind, dass Du 1. effektiver (kraftsparender und schneller) rollst und 2. Deine V9-Gabeln (wenn es welche der 1. Generation sind) länger halten.

      Asphalt- und Außentemperaturen und die Wahl des Reifens selbst haben natürlich auch Einfluss auf das Walken.

      LGK