Sturzvermeidungsanalyse ???

      Sturzvermeidungsanalyse ???

      ottoeder wrote:

      KnightSkater wrote:

      .... (im Gegensatz zu früher mit den Skikes kann ich jetzt anstellen, was ich will), ...........
      Hallo Hubert, was hast du denn mit den Skikes angestellt Ich will das deswegen wissen, weil meine Motivation über Jahre dahin gehend ausgerichtet ist, absolut sturzfrei zu Skiken. Das heißt, dass ich jeden Sturz, von dem ich erfuhr, ganz akribisch analysiert habe, um aus den daraus gewonnenen Erfahrungen die Methodik für die Kursen laufend entsprechend zu optimieren…


      Hallo Otto

      Gleich mal vorab: prinzipiell kann man in meinem o.a. Beitrag den Markennamen „Skike“ gegen „Cross-Skates“ austauschen, denn es geht mir dabei primär um die Anzahl der Räder, den langen, niedrigen Rahmen dazwischen und insbesondere den langen Radstand vorne - vielleicht hast du dann weniger ein Problem mit der Aussage.
      Ansonsten verweise ich erst mal auf folgende threads, wo so Mancher – auch ich - über Stürze und deren Ursachen berichtet: da und da. Da hast Du dann schon mal Einiges zum Analysieren.

      Meine übern Daumen gepeilt 20-25 touchdowns seit 2006 waren fast ausnahmslos vor meinem Umstieg auf Cross-Inliner 2012 und waren verursacht durch…
      Hängenbleiber, Einfädler, Stockfänger – meist zurückzuführen auf Technikfehler wegen Kraft- und Konzentrationsschwund nach langem Lauf. Mit kurzem Radstand tritt das Problem nun gar nicht mehr in Erscheinung, da kann ich noch so schlampig laufen - ich darf sogar den toe-push, das no-go des NCS, mit einsetzen, wenn ich Bock hab!
      grenzgängige Ausübung hinsichtlich Areal, weil ich auch bei skating-untauglichen Widrigkeiten nicht immer einsah, daß ein Vernunftende erreicht ist und trotz schlechten Rollbedingungen weiterskatete, denn die unrühmliche Alternative war stets NWmGadF. Mit rücklaufgesperrten Cross-Inlinern wechsle ich heute ad hoc in einen klassischen Stil und… das Sturzrisiko ist damit eliminiert.
      Reifenplatzer und Druckentweichungen – sie haben bei zweirädrigen Cross-Skates direkten, sofortigen Einfluß auf den Lauf – nicht bei 3 Rädern, weil 2 zum Fortkommen langen. Bin dann entspannt ausgerollt und hab ummontiert (Platten in die Mitte).
      Materialbrüche (mehrmals Rahmen und Wadenschale) beenden jeden Lauf abrupt – sorry, aber das gibt’s bei den Coyoten nicht, zumal jede Kraft von oben direkt auf die Bodenreaktionskraft trifft… und nicht über einen Radstands-Hebel. Und der feste boot gewährt immer Stabilität. Sie sind 15 Jahre alt, aber bombenstabil und unkaputtbar!
      Un-Geradeauslauf – ein typisches 2-Rad-Phänomen, bei INLINErn irrelevant, denn die Synchronität von Linie und Radausrichtung ist zwingend vorgegeben. Die Wendigkeit der Cross-Inliner erlaubt zudem, jederzeit dagegenzuhalten – wie neulich, als ein Schnellspanner sich löste und die Achse Spiel bekam.
      Mountainbiker – ok, die schießen dich auf „ihren“ single-trails rücksichtslos ab, egal, auf was du daher kommst… wie auch unangeschnallte Hunde, aber da kam‘s bislang zumindest nie zum Sturz.
      plötzlicher Vorderrad-Stop, sei’s wegen Hindernis, Matsch, Sand, Blockade (, Frosch unterm Spritzschutz) – beim langen Radstand knickt dir erst mal das Sprunggelenk nach vorne, so daß du keine Sprungkraft mehr entfalten kannst und den anderen Fuß nur dann blitzartig vorbringst, wenn du noch genug Hubweg übrig hast. Hat selten geklappt. Da beim Cross-Inliner die Vorderachse direkt unter dem Vorderfuß ist, kann ich auch noch bei Vorlage und gekipptem Skate vollen Abdruck nach oben geben und meinen Rettungsschritt setzen – diese Option, die übrigens RLS erfordert, ist die beste Errungenschaft mit dem Umstieg vor 4 Jahren für mich bei meiner Ausübungsart und -intensität!

      Nach meinem letzen, alles in Frage stellenden Sturz auf Cross-Skates im September 2011 hatte ich viel Zeit zum Analysieren – und festgestellt, daß eine Vielzahl von Faktoren und deren Verkettung dazu führten: Technik, Verhalten, hardware (habe einen angerissenen Riemen nicht ausgetauscht… „des hoit scho no“) und eben die Bauart. Und ich kam zu dem Ergebnis, daß ich mit der Verkürzung des Radstandes und einem festen Stiefel alle mit einem Schlag neutralisiere. Da hab ich noch nicht mal gewußt, daß ich mich in die Coyoten regelrecht verlieben werde! Erst im August 2014 war ich mental wieder im Stande, mich auf lange, 2-rädrige Cross-Skates zu stellen – und ich fuhr wie ein Anfänger… und nur auf verregnetem Asphalt, wo mir die nässeempfindliche Coyotenbremse zu schade war. Heute ist mein Kopf wieder frei von dem, was mich damals so blockierte und ich kann sie fahren – aber sorry: nix cross, da halten sie dem Vergleich nicht stand… insbesondere dem bezüglich Spaß! Abgesehen von Kurs-Zwecken hab ich sie zuletzt angeschnallt im April, dann baute ich mir ja meine Regen-Coyoten mit der outframe-Bremse!

      Meinen Granaten-Überschlag vom Juni 2011 führe ich jedoch nicht auf die Bauart der Skates zurück – das hätte so wohl auch mit Cross-Inlinern passieren können. Aber der einzige Sturz auf den Coyoten, abgesehen von zwei banalen Nassgras-Ausrutschern beim CID, war tatsächlich mein saublöder Schwenkschranken-Umfaller – und der wäre ohne Rückenprotektor fatal ausgegangen!

      ottoeder wrote:

      So kann ich nach jahrelanger skike-Erfahrung ruhigen Gewissens behaupten, dass Skiken nicht gefährlicher ist als Radfahren, sofern der Nutzer einen Kurs besucht hat. Ist jemand über seinem Niveau unterwegs, ist es egal, welche Sportart er ausübt, da wird dann alles gefährlich.

      In dem Punkt gebe ich dir Recht (so man auch hier Cross-Skaten statt Skiken versteht): wer gechillt und uncross skatet oder Rad fährt, hat ein geringes Risiko von Prozessstörungen – aber das gilt nicht für die fremdverschuldeten.
      Diese Art, Sport zu machen, hebe ich mir fürs Alter auf… wenn’s dann mal kommt ;)

      Servus
      Hubert
      …war Murphy’s Versuchskaninchen - und ist heute sein Apostel: PROTEKTION!!!
      kNightSkater
      nix muaß - ois ko'
      Hallo Hubert, danke. Auch für die Links, auch wenn die nicht mehr ganz neu sind. Einige Ursachen sind daraus ganz klar beschrieben und davon ist manchmal auch von erfahrenen Sportlern ein Sturz nicht vermeidbar, was aber in den seltensten Fällen so ist. Öfter liest man aber von Wacklern oder Unkonzentriertheit, von denen man dann aber die eigentliche Ursache leider nicht mehr rekonstruieren kann - schade. Genau da möchte ich mit meinen Erfahrungen präventiv helfen.

      Vermeiden von unkontrolliertem nach Hinten kippen (aus dem Stand oder beim Fahren): Brems-Reflexübungen...reflexartiges Verinnerlichen des nach hinten Bewegens der Knie, damit man durch die Verzögerung wieder aufgerichtet wird oder man sich nur an den Bremsen abstützt...... reflexartiges in die Knie gehen hätte bei Rückenlage nämlich fatale Folgen, denn dann erreicht man die Bremsen sicher nicht mehr und ein Rückwärtskipper wäre in Folge dann unvermeidbar.

      Schleudersituationen durch eventuelle Bremsblockierer vermeiden: Beim Bremsen die Vorfüße nach oben ziehen, damit das Körpergewicht bereits vor dem Bremsvorgang vorwiegend auf die Hinterräder verlagert wird und dadurch die Bodenhaftung höher bleibt als die Bremskraft auf das Hinterrad. Natürlich vorausschauend fahren und den Untergrund richtig einschätzen.

      Gegen Einfädler, Kanalgitterhängenbleiber, Aufspießer und ähnliches lassen sich auch die Sinne schärfen, aber dazu wurde schon ausreichend geschrieben.
      sportliche Grüße
      Otto
      (skike-Erfinder und Mitentwickler)
      skiken.at
      Hallo Otto

      Es macht sicherlich Sinn, Unfälle zu analysieren und Erkenntnisse daraus in Kursinhalte umzusetzen und hier öffentlich zu machen, denn es „schärft die Sinne“, wie du schon schreibst.

      Ganz wichtig finde ich persönlich da z.B. die dringende Empfehlung, während des Rollens mit angeschlauften Stöcken nicht irgendwelche manuellen Aktionen im Gesichtsbereich zu verrichten (Schweiß abwischen, Brille richten, … Handy fürs selfie vorbereiten :thumbdown: ), denn man merkt oft gar nicht, wenn die Spitzen dabei nach vorne pendeln – und sowie man die Hand wieder runternimmt, sticht der Stock ein und… macht oben böse Aua! X/

      Es sei dabei auch erwähnt, daß es sich hier mit all diesen links um eine regelrechte Konzentration von Unfällen handelt, was aber deshalb nicht abschrecken soll – nur eben dem Irrtum der absoluten Sturzfreiheit vorbeugen (man bedenke das Image des Begriffs „Unsinkbarkeit“) und jedem Leser die Gelegenheit geben soll, von der Erfahrung anderer zu profitieren. Ungeachtet dessen soll Protektion vor den Folgen selbst noch zu erfahrender Unplanmäßigkeiten schützen, die trotz akribischer Analysen und abgeleiteter Sturzvermeidungs-Maßnahmen jederzeit und unvorhersehbar auftreten können.
      Daß es dir insbesondere um die maximale Sicherheit deiner Produkte geht, ist ok – wobei es eh übertragbar ist.

      Eine Anmerkung zur Vermeidung von „Schleudersituationen durch eventuelle Bremsblockierer“ kann ich mir aber nicht verkneifen :evil: :
      die Erhöhung der Bodenhaftung im Gelände und somit die Spurtreue ist auch eine Sache des Profils – insbesondere der Querrillen darin! Da gab’s mal so spezielle Mäntel… „Skike-Trekking-Reifen“ oder so! ;)
      Ich schnitze mir die Querprofilrillen ja neuerdings selber und bin nach wie vor begeistert von der Wirksamkeits-Steigerung, egal ob für Bremse oder RLS. Auch meine Sauwetter-Coyoten haben hinten welche, denn sogar auf nassem Asphalt wird dadurch dem Aquaplaning entgegengewirkt: die Verzögerung findet wieder an den outframe-Bremsbacken statt und die Mäntel rubbeln sich nicht mehr am Boden ab, sondern werden durch die Querrillen schön mitgenommen.

      Servus
      Hubert
      ... hält wenig von marktbedingt temporären Sturzvermeidungsmaßnahmen!
      kNightSkater
      nix muaß - ois ko'

      Stirnschweiß-Protektor

      KnightSkater wrote:

      Ganz wichtig finde ich persönlich da z.B. die dringende Empfehlung, während des Rollens mit angeschlauften Stöcken nicht irgendwelche manuellen Aktionen im Gesichtsbereich zu verrichten (Schweiß abwischen, Brille richten, … Handy fürs selfie vorbereiten ), denn man merkt oft gar nicht, wenn die Spitzen dabei nach vorne pendeln – und sowie man die Hand wieder runternimmt, sticht der Stock ein und… macht oben böse Aua!


      In diesem Zusammenhang stelle ich mal hier meine langjährige Prävention gegen den lästigen Schweiß, der der Stirn ent“rinnt“, vor:


      einen abgeschnittenen Sonnenschutzschirm einer Schirmkappe, Schnittkante mittels hautfreundlichem Textilklebestreifen geschlossen, grob vernäht und vorne einen Streifen Klettbürste angenäht. Wird einfach zwischen Helm und Stirn geklemmt, die Klettbürste hält es gegen das Stirnpolster gedrückt auf Position – auch ohne, daß es richtig festklettet. Der Schweiß wird so gänzlich über die Schnittkantenumsäumung von dem Stoff des Schirms aufgenommen bis zur totalen Sättigung, dann tropft’s über die tieferliegende Vorderkante weit vor der Nasenspitze ab. Ergebnis: kein salziges Ziepen in den Augen und kein nerviges Kribbeln neben der Nase durch abfließende Schweißperlen - und somit auch keine Notwendigkeit, sich während des Laufs mit den Händen übers Gesicht zu wischen!

      Ergo: eine Verletzungs - und Sturz-Vermeidungsmaßnahme!

      Zudem schützt dieser Schirm noch besser gegen die tiefstehende Sonne als es die serienmäßigen Plastik-Aufsteckteile tun – eine echte Wohltat bei Feierabend-Touren. Auch später am Abend hilft es gegen schlecht ausgerichtete, grell blendende Fahrradlampen aus dem Dunkel des Waldes. Bei Regen bleibt das Gesicht auch bei flottem Lauf trocken.
      Zur Reinigung wird es einfach nach jedem Lauf in der Duschwanne ausgetreten - zusammen mit den anderen Protektoren.

      Und letztlich war dieses Teil bei oben genanntem „Granaten-Sturz“ im Juni 2011 sogar mein Protektor gegen Gesichts-Aufschürfungen, weil es über Nase und Wangen klappte.

      Freilich könnte man jetzt im Winter auch eine ganze Kappe unter dem Helm tragen, aber im Sommer wird’s a bißerl heiß ohne Belüftung!

      Servus
      Hubert
      kNightSkater
      nix muaß - ois ko'

      Puhhh, das war knapp!!!

      Puhhh, das war knapp!!!

      Heute war es fast so weit, fast wäre ich gestürzt.

      Bei einem kurzen steilen Anstieg auf Asphalt hat sich der mittlere Ratschengurt meines linken Crossskates ohne Vorankündigung verabschiedet.
      Da der Defekt plötzlich auftrat, war ich absolut unvorbereitet und nur durch Glück habe ich einen Sturz vermeiden können.

      Der Defekt an dem Ratschengurt (von SRB) bestand darin, dass sich eine gebogene, metallene Halteklammer aufgebogen hat und dadurch der Gurt seine Spannung verloren hat.

      Ich weiß noch nicht genau, wie ich das Problem für mich und meine Omnis lösen werde. Trotzdem möchte ich allen Fahrern der SRB-Gurte den Tipp geben, sich die Halteklammern genauer anzuschauen.
      Hoffentlich war meine Klammer ein Einzelfall.

      Ich wünsche Euch Allen stehts sturzfreies Fahren!

      Gruß Jens
      Images
      • Ratsche.jpg

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      Skike Vo7, Black Armada, Skike one for one mit Leki Trigger3, Garmin 310XT
      Ich hätte mich vor kurzem beinahe hingelegt, weil mir noch ein wenig das Gefühl für die Skikes fehlt, wie es für meine Inliner habe. Ich wollte beim Wechsel von der Straße auf den Radweg ganz elegant den linken Fuß über den abgesenkten Bordstein heben, habe mich dabei aber total verschätzt und den Fuß nicht hoch genug bekommen. Dadurch bin ich links mit den Rädern am Bordstein hängengeblieben, während das rechte Bein schon auf dem Weg nach rechts war.
      Uhh; böse Falle.
      Dann hat also der Bordstein die Steuerung übernommen...?
      Meine Erfahrungen zum Thema Stürze und böse Schlenker beruhen, bis auf wenige Ausnahmen, tatsächlich auf meiner eigenen Unaufmerksamkeit/Unkonzentriertheit.
      Immer wenn ich abgelenkt war, oder den Untergrund falsch eingeschätzt hatte, legte ich mich hin oder schlenkerte doch bedrohlich durch die Gegend :whistling:
      Mir scheint, diese Situation kennen hier die meisten.

      Sturzfreies neues Jahr wünscht, Bij@n

      Vorwärts immer; rückwärts nimmer!
      (Wahlspruch der Rücklaufsperren)