Begrifflichkeitsverwirrliches... zum NCS

      Randonneur wrote:

      Auf feinstem Asphalt etwa in Ruhpolding auf gewichtigen Cross-Skates mit fester Ferse und fetten Luftreifen "Cross-Skating" betreiben zu wollen, ist noch Teil der Anfangs- oder auch Fitness-Phase, in der ein Teil der Szene noch steckt. Aber vielleicht wird das auch als angemessen empfunden. Möglicherweise überdeckt der Erlebnis- und Gemeinschaftsaspekt so manche Unzulänglichkeiten, die kaum als solche wahrgenommen werden.


      Hallo Rando
      Richtig erkannt ! Wir entweihen den heiligen Asphalt tatsächlich freiwillig und sind auch noch stolz drauf. Auch richtig ist das wir durch unser Auftreten im Rudel individuell gestärkt über Unzulänglichkeiten glatt hinwegsehen können. Was mich allerdings brennend interessiert ist, auf welche Phase ich mich nach der Fitness freuen kann oder muss ich da mit 56 ewig stecken bleiben?

      In diesem Sinne
      Gruß
      Bernd

      P.S. Ich lese deine Beiträge gern aber diesmal bist dubei mir gaaanz knapp am Like vorbeigeschrammt.
      Alles wäre gut, hätten wir ähnliche Verhältnisse wie auf dem russischen Automobilmarkt. Den Geländewagen Lada Niva, der neuerdings Taiga heißt, gibt es nahezu unverändert seit knapp 40 Jahren - einfache Technik für wenig Geld. Wir hätten immer noch das konkurrenzlos gute, alte rahmenverstärkte Modell v07, mit dem man fast überall durchkommt, das irgendwie seinen Zweck erfüllt. Aber die mitteleuropäische Industrie lässt seine Kunden nicht in Ruhe. Nicht nur skike verschiebt mit immer neuen Modellen gewohnte Grenzen und Anwendungsmuster.

      O.k. davon muss man sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Man braucht sich nicht dafür zu interessieren, welche Möglichkeiten etwa Gewichtsreduzierungen, alternative Bremsen, freie Ferse, passende Räder, Laufstile, Skibindungen oder -schuhe, neue Materialien u.a.m. bieten.

      Nicht wenige kaufen sich ein einfaches Auto, weil sie einen fahrbaren Untersatz suchen, um praktisch und bequem von A nach B zu kommen. Ob das Ding Kompakt-SUV oder Minivan genannt wird, ist unwichtig. Sie machen den ganzen Zirkus der sog. technischen Evolution nicht mit. Und sind damit meist recht zufrieden. Sie interessieren sich eher dafür, welchen Sprit ihr Motor braucht oder wie hoch der Verbrauch ist, nicht, wieviel kW das "Triebwerk" hat, bei welcher Drehzahl im jeweiligen Gang wieviel Nm erreicht werden oder welche Helferlein an Bord sind.

      Meine Vermutung ist, dass, wenn die Gerätehersteller bzw. Freizeit-Sport-Werbebranche keine gemeinsamen sinnvollen Bezeichnungen finden, die das derzeit Mögliche richtig abbilden und offen sind für weitere Entwicklungen, es bei der Begriffsverwirrung bleibt.

      Gruß
      Rando

      Randonneur wrote:

      Man braucht sich nicht dafür zu interessieren,
      welche Möglichkeiten etwa Gewichtsreduzierungen, alternative Bremsen, freie Ferse, passende Räder, Laufstile, Skibindungen oder -schuhe, neue Materialien u.a.m. bieten.


      Genau jeder einzelne dieser Aspekte sind in RP unter nicht wenigen Teilnehmern Gesprächsstoff und können vor Ort begutachtet und mitunter auch getestet werden. Da wir ein Wettkampfreglement haben sind z.B. PU -Räder nicht zugelassen, freie Ferse alternative Bremsen und Skibindungen aber wohl und werden auch genutzt. Es gibt nichts auf dem Cross-Skating Markt was bei unseren Treffen nicht vor Ort wäre, im Gegenteil haben wir auch schon Prototypen probegefahren die noch nicht im Handel zu finden waren.

      Gruß
      Bernd
      Ich könnte mir vorstellen, um nochmal auf das Kinderradrennen zurückzukommen, weil es so schön anschaulich ist, dass so mancher vorher unnötige Teile wie Schutzbleche, Gepäckträger, Ständer von den Alltagsrädern abmontieren wird. Ganz motivierte Väter werden die Stollenreifen durch Slicks ersetzen oder gleich ihr eigenes altes Rennrad "kindgerecht" umbauen. Ist ja schließlich ein asphaltierter Rundkurs.

      Das bringt den Veranstalter in eine schwierige Lage, wenn einige Kinder mit Papas getunten Renner teilnehmen wollen. Soll er mit Hinweis auf die Ausschreibung diese von der Teilnahme oder nur der Wertung ausschließen, eine Sonderwertung einführen, auf andere Rennen verweisen, wo Rennräder üblich bzw. zugelassen sind, ...?

      Man wird wohl eine zufriedenstellende Lösung finden. Beim nächsten Mal hat man vielleicht eine eindeutigere Ausschreibung. An klar verständlichen Bezeichnungen mangelt es im Radsportmetier nicht.

      Vielleicht dürfen die motivierten Erwachsenen mit ihren leichten Rennrädern selbst ein paar Runden drehen, also um die Wette fahren. Das wäre deutlich passender, als wenn sie's mit den 26er Rädern ihrer Kinder täten.

      Aber wie es so ist, die Ungerechtigkeiten hören selten auf. Die Elternteile, die auf den Bikes ihrer Kinder den Rennrädern folgten, werden irgendwann überrundet. Bessere Chancen hätten sie nur gehabt, wenn man eine CROSS-Strecke für die Erwachsenen vorgesehen hätte.

      Vielleicht sind die Benachteiligten im nächsten Jahr auch mit Rennrädern am Start. Oder sie regen an, dass man einen leichten Cross-Country-Rundkurs für Jugendliche und Erwachsene anbietet.

      Ciao
      Rando
      Ja, es stimmt schon: sowie die Industrie in junge, entspannte Sportarten eingreift, isses vorbei mit der direkten Vergleichbarkeit des rein Sportler-bezogenen Könnens, weil dann die Vielfalt der hardware der individuellen Leistungsfähigkeit ganz unterschiedliche Entfaltungsmöglichkeiten eröffnet. Damit haben zunehmend diejenigen die besseren Chancen, die die Mittel haben (oder gar gestellt bekommen), stets über das ausgereiftere Material zu verfügen – und genau da will die Industrie auserwählte Sportarten auch hinbringen: in den permanenten upgrade-Zwang und somit in den profitablen Bereich.

      Ich habe mich so auch schon mal abdrängen lassen: als ich ab 1972 Windsurfer am Starnberger See („powered by Papa“, der den Sport 1969 begann) war, hieß das landläufig noch „Bügelbrett mit Segel“ – es gab anfangs nur die „TenCate“ Surfer vom Erfinder Robby Naish (diesbezüglich auch powered by his Papa) und erste Regatten brachten erste Meister hervor, die auch für die Insider als solche nachvollziehbar waren, weil sie’s einfach draufhatten, mit dem Wind umzugehen. Mitte der 70’ger gab’s dann schon 3 Geräte (TC, Ostermann + Mistral) und schließlich gab’s für jede Windstärke ein eigens großes und gebauchtes Segel sowie unterschiedliche Schwert-Geometrien – und 1977 gewann plötzlich ein absoluter Newcomer, der mit einem Jeep voller schweineteurer Alternativ-Module sich seinen Surfer für genau die aktuell vorherrschenden Bedingungen zusammenstellte. Für mich als vorjährigen Jugendmeister (no Streß – wir waren 4 Kids!) waren damit die Hoffnungen, an meine Erfolge später in der offenen Klasse anknüpfen zu können, dahin und mit der Erkenntnis, daß das nur noch Materialschlacht ist, wechselte ich umara 1980 zum Wasserski-Slalom. Dort spielt Zeit im Wettstreit keine Rolle, sondern die Geschicklichkeit, bei ansteigendem Schwierigkeitsgrad durch den 6-Bojen-Slalom zu kommen. Ich bin nicht der Typ Sportler, der bei dem materialgestützten schneller-weiter-höher mitmacht, was meine Retro-Geräte in meinen Sportarten verraten.

      Daß wir Cross-Skater keinen tatsächlichen Cross-Wettkampf ausfechten, habe ich verstanden und akzeptiert (da das der Industrie keine support-Angriffsfläche bieten würde und wir „stehen“ blieben), aber weil ich aus besagten sport-familiären Gründen zumindest bei dem benachbarten Asphaltrennen antreten will tue ich das demonstrativ so, daß mir gar kein Erfolg beschert sein kann: 3,6kg pro Skate, 6 verzögernde Rücklaufsperren und… Stockspitzen, die sich auf Asphalt verdrehen (Letzteres war nicht geplant) – aber ich bin als „Aktiver“ dabei, wenn auch nur als geduldeter Alien auf 3 Rädern in der 150’er Königs-Klasse! Die Gaudi nimmt mir keiner!

      Auf die Sport-Industrie bin ich eher schlecht zu sprechen: sie ließ so gut wie alle meine favorisierten Sportarten markttechnisch austrocknen: fast alles, was auf meinem “Carve Diem !“-Sportfoto drauf ist, ist gesellschafts-sportiv eigentlich tot oder sterbend und teilweise industriegestützt ersetzt durch Mutationen wie Wakeboard, Snowboard und gewichtsreduzierte…äähh… um was geht’s hier eigentlich gleich noch…?! ?( ;)

      Aber back to topic: schön, daß wir der jüngeren Entwicklung im Cross-Skating-Sport Rechnung tragend mal eben die Begriffe revisionieren.

      Hubert
      …frustverweigernder Retro-Sportler mit Nischen-Fable :huh: ... :thumbup:
      kNightSkater
      nix muaß - ois ko'
      Eine ähnliche Diskussion gab es in der Langlaufszene auch, als das Nordic Cruising aufkam. Gehört das zum Langlaufsport? Oder ob Free Climbing Teil des Bergsports ist. Dann kamen die Wettkämpfe, die Kletterhallen usw. Man hat sich versöhnt. Touristische Angebote wie Hochseilgärten gehören nicht zum Klettersport, jedenfalls genausowenig wie Spaßbäder zum Schwimmsport.

      Nordic Cruising wurde entwickelt als ein niederschwelliges Angebot für ein bestimmtes Segment. Menschen, die sich im Winter etwas mehr bewegen wollen bzw. sollen, oder die im Urlaub mal was neues ausprobieren wollen und vom "Fachmann" einen Schnupperkurs, dann Aufbaukurs usw. vermittelt bekommen. Das Wort Sport wird eher vermieden, denn es passt nicht zu dem angezielten Segment: Ältere Menschen, körperlich leicht einschränkte oder solche, die eben bequem sind und die man mit speziellen Angeboten locken muss. Das kommerzielle Interesse an ihnen ist völlig legitim.

      Das, was man Nordic Cross Skating nennt, ist in vielen Bereichen ebenfalls kommerziell motiviert. Auch das natürlich legitim. Denn sonst gäbe es z.B. dieses schöne Forum nicht. Viele Angebote, Definitionen und Sprachregelungen sind oft nur auf eine bestimmte Klientel zugeschnitten. Wirklich schade, denn der Rollsport im Crossgelände gibt eigentlich viel mehr her.

      Diesen Sommer werde ich, wenn die Planung aufgeht, den Hochschwarzwald durchqueren, von der Donauquelle in Donaueschingen über den Feldberg bis nach Freiburg im Breisgau - als (Nordic)-Cross-Tour. Speziell darauf vorbereiten werde ich mich, wenn die Langlaufsaison vorbei ist, größtenteils mit Rollskilaufen in beiden Techniken. Denn meine bisherigen Cross-Touren über den Schwarzwald haben mir gezeigt, dass ich für lange Tagestouren im anspruchsvollen Cross-Gelände vielseitige Bewegungsmuster ausdauernd beherrschen muss. So habe ich mehr Freude unterwegs und sicherer ist es auch. Sollte ich meine bewährten Cross-Rollski mit Rücklaufsperren nehmen, könnte ich meine Fortbewegungsart auf dieser Schwarzwald-(Nordic)-Cross-Tour "Cross-Rollski-Touring" nennen.

      Da unterwegs immer mal wieder asphaltierte Passagen zu fahren sind, ist es genaugenommen keine reine Cross-Tour. Das eröffnet die Option, zum Beispiel ein Combi-Modell wie den R8 zu verwenden, wo ich unterschiedliche Radtypen bzw. -größen und Bremseneinstellungen habe, je nachdem, ob ich auf Asphalt oder befestigten Wegen unterwegs bin. Ob sich das mehrmaligen Umbauen mit Schnellspannern und Wechselrädern bei dieser Tour lohnt?Möglicherweise ändert sich auch die Bezeichnung: Rollskitour über den Hochschwarzwald mit vielen Crosspassagen.

      Gruß
      Rando
      Tja… - diese Diskussion um die Zugehörigkeit von mutierten oder gar industriell generierten Light-Versionen anspruchsvoller Sportarten - zum Zweck des Zugangs und der Verträglichkeit für die breite Masse - zur Mutter-Disziplin läßt sich ausdehnen… auf z.B. das Thema Ski/Board:

      gehört Wakeboarding zum Wasserskifahren? Nein, ebenso wenig wie Snowboarding zum Skifahren – beides gehört zwar zur jeweiligen Kategorie der Schnee- bzw. Wassersportarten, aber hinsichtlich der Begriffe ein SKI ist immer noch definiert als ein Sportgerät, auf dem man in Fahrtrichtung steht und somit in beide Richtungen die gleiche Torsionsreserve hat. Hingegen ist alles, worauf man die Füsse quer oder in einem Winkel von mehr als 7° abweichend zur Fahrtrichtung stehen hat, ein BOARD – und fahrtechnisch hat das dann eher was vom Surfen mit ergonomisch sich unterscheidenden „backside“- und „frontside“-turns.

      In einigen Fällen wird die Mutter-Sportart von der industrie- und medien-gepushten Abart regelrecht verdrängt, weil die zur Ausübung nötige Technik umgestellt wird: Wasserski-Liftanlagen dümpeln überwiegend nur noch mit 30kmh für Boarder dahin, neue Boote machen nun extra hohe Heckwellen für Board-jumps statt der niedrigen, mit 100kmh durchkreuzbaren für Slalom-Ski - und überhaupt gibt’s kaum mehr ein Club, der einen Slalombojen-Parcours hat, alles ist voll mit „Obstacles“ (Hindernisse… so Hupf- und Rutsch-Rampen)!
      In anderen Fällen führt sowas jedoch kollateral zur Förderung der Ur-Sportart, weil diese im Sog der (d)evolutionierten Variante von deren zunehmender Popularität profitiert : der Boom der Snowboarder Anfang der 90’er bewog die gästeorientierten (also primär österreichischen) alpinen Skigebiete, die Lift-Kapazitäten ordentlich hochzufahren, so daß man heute fast nirgends mehr warten muß (wenn man ein wenig auf die Frequentierungs-Spitzen achtet und sie umgeht). Und Snowboarder stören Skifahrer ja eh kaum… mal abgesehen von den Sitz-Blockaden an den Lift-Ausstiegsstellen, wo sie buckelnd ihren rear-boot wieder in die Fixierung ratscheln – aber für mich als Slalom- und Buckel-Spezialist kein wirkliches …Obstacle! :evil:

      Ergo: Neu-Produkte oder –Sportarten sind somit stets gut beraten, in Sachen Name, Begriffe und Promo unter großzügigster Zuordnungsauslegung auf aktuelle Mainstreams aufzuspringen, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Wenn also zum Beispiel jemand einen wie auch immer gearteten Alpin-Ski auf den Markt bringt und ihn aus vertriebstaktischen Gründen „-Board“ nennt, dann kann man ihm das somit weiß Gott nicht verdenken - allenfalls, wenn wiederum unnötigerweise „Nordic-“ ;) voransteht (das soll wohl hintergründig wieder vom Board distanzieren) - ,aber…

      …genau so entstehen sie dann, die lästigen Begrifflichkeitsverwirrungen, die dann wieder mühsam entheddert werden müssen! :S

      Hubert
      …Downhillgradausschauer 8o
      kNightSkater
      nix muaß - ois ko'
      Hallo,

      ich sag nur EISSTOCKSCHIEßEN

      was hat der Name da mit dem tatsächlichen Sport wirklich zu tun? Und doch fühlen sich deren Aktive ganz wohl damit.

      Gut, Nordic-Cross-Skating ist lang und sicher vielseitig verwendbar, aber das finde ich gut. So kommt man sicher immer ins Gespräch mit Menschen die es interessiert.
      Geht es nur mir so, das man "Rodeln" automatisch in Rennrodeln, Skeleton und Bobfahren unterscheidet.
      Kurzum, ich fühle mich wohl mit dem Begriff Nordic-Cross-Skating .

      Gruß

      Conni
      (Ich habe mich so auch schon mal abdrängen lassen: als ich ab 1972 Windsurfer am Starnberger See („powered by Papa“, der den Sport 1969 begann) war, hieß das landläufig noch „Bügelbrett mit Segel“ – es gab anfangs nur die „TenCate“ Surfer vom Erfinder Robby Naish)

      Hallo NightSkater,
      ich bin leider gezwungen (sorry, ist nicht meine Art) deinen obigen Text zu korrigieren. Wie mein Nutzername schon sagt war und ist Surfen (Windsurfen, Surfen Stand Up Paddle) mein Hobby. Robby Naish war nicht der Erfinder des Windsurfboards, er war damals erst 9 Jahre alt. Der Erfinder war Jim Drake und Hoyle Schweitzer hat sich um Herstellung und Vertrieb gekümmert. Auch war die Firma Ten Cate nicht die Firma von Robby Naish. Ten Cate war eine holländische Textielfirma, die dann angefangen hat Windsurfbretter zu bauen. Sie hat dann allerdings einige Zeit den europäischen Markt beherrscht.

      Es lag mir einfach auf der Seele, also nicht böse sein.

      Bis denne,
      Thomas
      Hallo Thomas

      Kein Einspruch – ja, diese Namen klingen tatsächlich auch vertraut. Ist halt doch alles schon ziemlich her und ob meiner damaligen Jugend hab ich u.U. ein paar falsche Zusammenhänge aus den Gesprächen der „erwachsenen“ Windsurfer rausgehört – und nun ohne Recherche hingeklatscht… *peinlich*.
      Danke für die Richtigstellung! :thumbup:

      Ich bitte also, diese Namentlichkeitsverwirrungen :S zu entschuldigen!

      Hubert
      kNightSkater
      nix muaß - ois ko'
      Hallo,

      diese Diskussion hier finde ich ganz erstaunlich. Zuerst dachte ich bei Eröffnung diese Themas, aha, Gehirnakrobatik für Schlechtwetterlöcher, aber die Diskussion hat interessante Aspekte hervorgebracht.
      Jeder neue Beitrag brachte wieder neue Ideen, weil die Begriffe tatsächlich nicht FESTgelegt sind, sondern sich im Laufe der Zeit aus dem Gebrauch ergaben. Da können ganz unterschiedliche Entwicklungen stattfinden.

      Ich selber empfinde keine wirkliche "Begriffsverwirrung". Kein Wunder. Denn im täglichen Austausch mit anderen Cross Skatern benutze ich Begriffe des NCS schon so lange und so regelmäßig, dass ich nicht mehr viel darüber nachdenke. Ich erkläre und beschreibe so häufig die Sportart und deren Geräte und deren Techniken und deren Entwicklung, dass sich für mich eine nachvollziehbare und einheitliche Nomenklatur ergeben hat, die ich bei Gesprächen über NCS verwende und die von anderen Leuten entweder übernommen wird oder auch nicht.
      In anderen Regionen verständigt man sich evtl. auf andere Begriffe und dann ist auch das in Ordnung.

      Ein Beispiel ist schon beim Begriff Cross-Skates gegeben. Manche sagen dazu Cross-Skater (was bei mir selber den Sportler, aber nicht das Sportgerät bezeichnet) oder schlichtweg nur Roller und alle meinen mit ihren Bezeichnungen ein und dasselbe.

      Außerdem unterliegen Wortschöpfungen und Begriffe hier wie überall im Laufe der Zeit Veränderungen.



      Alle diese Sportgeräte auf dem Foto .... eine Sportart?

      Und das ist nur eine Auswahl. Jedes Jahr kommen neue hinzu.
      Diese Geräte unterscheiden sich nicht nur dadurch, dass sie von verschiedenen Herstellern stammen, sondern vor allem dadurch, dass sie für unterschiedliche Ansprüche und Fahrtechniken konstruiert und angepasst wurden.

      Es hat sehr viel Entwicklung stattgefunden, seit vor fast einem Dutzend Jahren die luftbereiften Skikes in Serie gingen und einen viel größeren Bekanntheitsgrad erreichten als andere Geräte, die früher entwickelt und ähnlich gestaltet waren.

      Man sieht es schon an der Beteiligung an diesem Foren-Thema. Man kann nicht nur auf unterschiedlichen Geräten unterwegs sein, sondern man kann mit ein- und demselben Gerät auch unterschiedlich unterwegs sein (gell, Hubert).

      Jeder verwendet den Begriff, der ihm am meisten zusagt und wird in der Regel damit von allen verstanden, die auf ähnlichen Sportgeräten unterwegs sind. In Gruppen wie diesem Forum entwickeln sich Bezeichnungen genau wie anderswo: es entstehen neue Begriffe oder Begriffskombinationen, und wenn sie gut passen und zunehmend von weiteren Sportlern verwendet werden, so setzen sie sich durch. Oder sie verschwinden wieder. Oder werden als "Exoten" durchaus verstanden, wenn auch wenig benutzt.

      Insofern ist es ziemlich egal, welche Wortwahl bevorzugt wird. Man muss eben verstanden werden.

      Und genau das ist der Punkt, an dem Marketingstrategen und natürlich auch Trainer anfangen nachzudenken.
      Um die Sportart zu verbreiten, muss sie beworben werden und bekannt gemacht werden. Es muss also etwas tatsächlich Einheitliches auf der Webseite und in Druckerzeugnissen stehen.

      Ich habe 2007 den Trainerschein bei der Firma Skike gemacht und 2008 meine Webseite eröffnet. Damals wurde "Skiken" und "Skiketrainer" verbreitet, aber es gab auch schon andere Begriffe, denn die Firma Powerslide stellte ebenfalls Rollgeräte mit Luftbereifung her. Es gab zB eine Ausbildung zum "Nordic 4x4 Skating Instructor" oder für "Nordic Blading", und als Veranstaltung schon 2008 den 1. Nordic-Inline-Biathlon in Schleswig-Holstein. "Nordic Skating" war verständlich und eingängig und wurde und wird viel benutzt, zB als Buchtitel. Mir hat das auch gut gefallen, aber dieser Begriff wird doch eigentlich auch schon vom Nordic Iceskating besetzt.
      Also: sicher kann man da von Begriffsverwirrung sprechen :)

      Aber so ist es nun mal: jeder versucht möglichst viele eigene Schäfchen ins Trockene zu bringen, indem eigene Bezeichnungen propagiert und unterstützt werden. Im Laufe der Zeit festigen sich bestimmte Ausdrücke und andere gehen verloren. Welchen Weg der Begriff "Skiken" nimmt, ist noch nicht abzusehen. Weil er kurz und eingängig ist, wird er gerne auch von Leuten benutzt, die auf anderen Geräten als auf Skikes unterwegs sind. Das habe ich zu Anfang auch gerne gemacht, denn damit wurde klar und deutlich gesagt, was gemeint war: Fortbewegung auf Skikes.
      Damals war Nordic-Cross-Skating bzw. Skikes aber noch weitgehend unbekannt und so wollte ich Assoziation zu etwas Bekanntem herstellen, damit sich die Leute, die meine Webseite besuchen, schon so ein klein bisschen was darunter vorstellen können. Nordic-Skating passte da gut. Damit konnte auch ich mich identifizieren. Es war so genau wie nötig und so allgemein wie möglich.
      Der Begriff "Nordic Fitness" war schon bekannt, durch die Nordic Walker assoziierte man Stöcke damit, auch wenn es eigentlich "nordisch" heißt. Außerdem verband der Leser mit "Nordic" Begriffe wie Ganzkörpersport, gesund, Natur, für jedes Alter. Genau wie Randonneur (Begrifflichkeitsverwirrliches... zum NCS) schreibt. Ob man das nun gut findet oder nicht, spielt dabei eine relativ geringe Rolle - es ist eben so in den Vorstellungen der meisten Leute verankert und dann arbeitet man damit.
      Das "Nordic" war vorangestellt, weil es in der begrifflichen Wahrnehmung immer vorne steht. Es gab z.B. schon Nordic Skating, Nordic Blading und Nordic Inline. Das "Cross" stand für die Erweiterung der Sportausübung auf befestigten, nicht asphaltierten Untergrund.
      Der komplette Begriff spricht sich aber kompliziert und das Forum, in dem ich mich schließlich anmeldete, um Kontakt zu anderen "Skikern" zu finden, hieß Cross-Skating-Forum. Cross-Skating spricht sich einfacher. Als Abkürzung sage und schreibe ich immer noch NCS.
      Inzwischen erkläre ich das "Cross" weniger mit der Möglichkeit, im Gelände zu fahren, als mit der Allwettertauglichkeit der Skates. Für die Mehrzahl der Cross-Skater ist das der entscheidende Vorteil der Luftbereifung: dass sie bei Regen, auf nassem Laub, über kleine Ästchen oder zugeschüttete Kanalarbeitsbaustellen, sogar auf leichter Schneedecke noch rollen können. Von der echten "Cross"-Befähigung sind die meisten erstmal enttäuscht, wenn sie erwarten, MTB-taugliche Strecken befahren zu können.

      Die Sportgeräte-Palette für unsere Sportart hat sich in den letzten Jahren erheblich erweitert und dementsprechend erweiterte sich ebenfalls die Palette der Bezeichnungen für diese Sportgeräte. Cross-Skates, Cross-Inliner, Cross-Roller.
      Aber passt jetzt Nordic Cross Skating noch als Oberbegriff für alle Varianten?

      Als die Skikes bekannter wurden, galten als kennzeichnende Elemente die Luftreifen, die feste Ferse und die beiden Bremsen. Manchmal fehlten die Bremsen oder es gab nur eine Bremse oder es wurde mit den Roadrunner-PU-Rädern gefahren, selten auch mal ohne Stöcke .. trotzdem war es immer noch NCS.
      Inzwischen hat sich die Schuhbremse für Skischuhe etabliert, so dass mit freier Ferse UND Cross gefahren werden kann, und das nicht nur mit dem Skatingschritt, sondern auch in klassischer Technik.
      Der Bereich der Cross-Inliner, die sich mehr oder weniger gut bremsbar auch ohne Stöcke fahren lassen, wächst zaghaft. PU-Räder werden beworben.

      Ist das alles (noch) Nordic Cross Skating? Diese Frage tut sich nicht erst seit diesem Thema auf, aber mangels Alternativen war ich immer damit einverstanden, das so zu lassen, da es sich eingebürgert hat und inzwischen viel mehr Begrifflichkeit umfasst als das reine Wort.
      Die reine Wortbezeichnung einer Sportart kann doch sowieso nicht alles enthalten, so verstehen wir Basket- und Handball, obwohl es nicht Basket-Handball und Tor-Handball heißt.

      Ende Teil 1
      ..................
      ..es werden mehr als die erlaubte Anzahl Zeichen pro Beitrag, also lest weiter in Teil 2 :)
      .................
      Teil 2
      .............

      Hier noch ein Teil meiner Nomenklatur:

      Wenn ich meine Sportart ausübe, so sage ich in aller Regel, dass ich rollen gehe. Ist ja egal, womit. Wenn das Sportgerät aber im Vordergrund steht, dann sage ich meist sowas wie "ich gehe mit den Cross-Rollern los", also benutze den Oberbegriff der Sportgeräte oder den Namen des Herstellers, wenn es bei mir die Geräteklasse repräsentiert, wie zB. "der Omni".

      Es gibt Cross-Roller, Cross-Inliner und Cross-Skates, wobei ich die Cross-Skates einteile in:
      CS 150 (alles unterhalb 7 Zoll/ca. 17 cm) und CS 200 (alles ab ca. 7 Zoll/ca. 17 cm)

      Cross-Skating ist Nordic-Skating ist Nordic-Cross-Skating ist NCS: bremsbare Allwetter-Rollgeräte an den Füßen, idR mit Stockeinsatz.

      Den Ausdruck Nordic-Blading benutze ich, wenn ich von den Inliner-Fahrern spreche, die Stöcke dazu nehmen. Die Fahrtechnik ist eine ganz andere, da die Inliner meist zu schnell sind, um richtig den Oberkörper einzusetzen.

      Rollski und Skiroller verwende ich synonym, schlicht deswegen, weil sie keinen großen Raum in meinem Alltag einnehmen. Frage an die Kenner: gibt es einen material- oder regional bedingten Unterschied?

      Skatingschritt steht bei mir für den rollenden bzw. gleitenden "Grätenschritt" (Winkel beim Aufsetzen der Sportgeräte). Er kann mit allen auf dem Markt existierenden Gewichtsklassen von NCS-Geräten sehr gut gefahren werden. Die Ausführung der Beintechnik unterscheidet sich allerdings gewaltig, je nachdem, ob man mit Cross-Rollern, Cross-Skates oder Cross-Inlinern unterwegs ist. Wer zB die Cross-Roller-Technik auf Cross-Skates anwenden möchte, kommt sich vor wie mitten in der Bewegung festgehalten. Da muss man umdenken und sich umstellen.

      Schlittschuhschritt nenne ich den Skatingschritt, wenn man ohne Stöcke skatet. Um schnell vorwärts zu kommen, bleibt man möglichst tief in den Knieen, um zügig weit ausgreifende Schritte machen zu können. Je schwerer die Geräte, desto schwieriger ist es, einen großen Bewegungsumfang bei der Beintechnik beizubehalten. Sprich: es ist sehr anstrengend und daher gut als Koordinationslauf beim Training einzusetzen :) Ob das in offizielle Definitionen passt, ist mir hier egal, denn für mich ist es die perfekte Abgrenzung zu anderen Schritttechniken, wenn ich den Leuten im Training etwas erklären möchte.

      Gespannt bin ich auf die Zukunft. Zum Beispiel darauf, ob sich so etwas wie Nordic Cross Touring, von Randonneur (Begrifflichkeitsverwirrliches... zum NCS) angesprochen, etablieren wird. Das CT, wie von Hubert betrieben, funktioniert meiner Ansicht nach nur mit wendigen Geräten mit kurzem Radstand und Fahrern mit sehr guter Körperbeherrschung und ziemlich viel Kraft.
      Offensichtlich vielseitige Cross-Skates werden demnächst angeboten, wie der Skike Tour. Ich kann es mir jedoch nicht so recht vorstellen. Denn wo ein Skiwanderer auf Schnee durch seine Ski/Schneeschuhe schneller und komfortabler vorwärts kommt als ohne, wird ein Wanderer im wechselnden naturbelassenen Gelände oft eher behindert, wenn er schwere Geräte am Fuß über Stock und Stein heben muss. Zumindest aufwärts ist man viel langsamer, stelle ich mir vor. Und ob man abwärts abseits befestigter Wege wirklich Spaß haben kann, wage ich auch zu bezweifeln. Schließlich fährt auch ein Hubert nicht überall, sondern nur auf ausgewählten Abfahrten. Aber ich lasse mich gerne überraschen.
      Dagegen hat mir unser "Skike&Hike" (mit Jens 2013 auf den Feldberg) richtig viel Spaß gemacht. Dazu eignen sich normale Cross-Skates, die zuverlässig und nicht allzu schwer sind. Dann mag man sie auch mal auf dem Rücken tragen.

      Es findet bestimmt jeder seinen Bewegungs-Spaß und sportlichen Erfolg mit SEINEN Rollen in UNSERER Sportart, wie man sie auch immer nennen mag :thumbup:

      LG Andrea

      Post was edited 1 time, last by “anki”: die Formulierung "ein gutes Mittelmaß an Zuverlässigkeit und Gewicht" ersetzt, da sich das Mittelmaß natürlich nur auf das Gewicht bezieht.. ().

      Hallo Andrea

      Freut mich, daß Du so ausführlich zu dem Thema antwortest!
      Dabei teile ich nicht nur Deine Meinungen zum Inhalt, wonach sich die Begriffe eben „im Gebrauch“ entwickelt haben – und sicher noch an weitere Technik-Entwicklungen anlehnen werden - ,sondern auch zum Thread an sich:

      anki wrote:

      diese Diskussion hier finde ich ganz erstaunlich. Zuerst dachte ich bei Eröffnung diese Themas, aha, Gehirnakrobatik für Schlechtwetterlöcher, aber die Diskussion hat interessante Aspekte hervorgebracht

      Ähnliches wurde ja auch im ersten feedback zum Ausdruck gebracht, nicht ganz so charmant, eher :P sächsisch-direkt ;) – und ich stimme zu, daß es sich weit über meine ursprüngliche Intension und Erwartung hinaus gemausert hat! Erfreulich, was dabei so alles angeregt wurde – und neue Begrifflichkeiten keimten auch:

      anki wrote:

      ob sich so etwas wie Nordic Cross Touring, von Randonneur angesprochen, etablieren wird. Das CT, wie von Hubert betrieben, funktioniert meiner Ansicht nach nur mit wendigen Geräten mit kurzem Radstand und Fahrern mit sehr guter Körperbeherrschung und ziemlich viel Kraft.

      Das kann ich gerne so stehen lassen, wobei ja meine Devise einfach nur die Variabilität ist, wie Du richtig erkennst…

      anki wrote:

      Man kann nicht nur auf unterschiedlichen Geräten unterwegs sein, sondern man kann mit ein- und demselben Gerät auch unterschiedlich unterwegs sein (gell, Hubert).

      …genau: alles außer rückwärts! Und bislang geläufige Zuordnungen wurden durch gemeinsame Analysen größtenteils bestätigt – bis hin zu…

      anki wrote:

      selten auch mal ohne Stöcke .. trotzdem war es immer noch NCS.

      …,was mich persönlich besonders beruhigt, wo ich doch andernthreads gleich (mit ;)) als separates Lager bezeichnet werde :D ! Meine CID-Nische bleibt mir eh weiterhin.

      Zum Thema Begrifflichkeiten ist letztlich alles gesagt – wie in Deiner Zusammenfassung treffend komprimiert:

      anki wrote:

      Cross-Skating ist Nordic-Skating ist Nordic-Cross-Skating ist NCS: bremsbare Allwetter-Rollgeräte an den Füßen, idR mit Stockeinsatz.
      :thumbup:

      Hubert
      …ist Knightskater ist 3D-Crosser ist XO :)
      kNightSkater
      nix muaß - ois ko'
      Hallo Cross-Skater

      Wir haben ja hier alles Mögliche an Begriffen durchleuchtet und letztlich dem Terminus „Cross“, der für uns ganz selbstverständlich die Offroad-Eignung bezeichnet, dann auch noch die Stöcke als „im Gelände obligatorisch“ zugeordnet, womit „Cross-Skating“ unseren Sport umfassend beschreibt…, aber nun stand neulich der für unseren Sport zentrale Begriff „Cross“ selber auf dem Prüfstand:
      ein Fitness-Trainer, mit dem ich kürzlich in Sachen NCS ins Gespräch kam, bestand darauf, daß „cross“ im sportwissenschaftlichen Sinne stets die ergonomische Wirkung bezeichnet – und verwies auf WlKlPEDlA.de, wo z.B. zu lesen ist: „Das Wort Crosstrainer beschreibt eher die Bewegung des ganzen Körpers. Denn die Arme und Beine bewegen sich gegengleich, das heißt „über Kreuz“ (engl. cross)“! Oha… demnach wäre bei uns nur die Diagonalstock-Skating-Technik oder klassisch diagonal tatsächlich „cross“, denn alles andere wird mit Doppelstock-Schub unterstützt!
      Nach anfänglichem Schlucken konnte ich ihm das dann zuerst mittels „Moto-Cross“ und später auch mit „Skicross“ als nicht generell zutreffend widerlegen. Zudem ist lt. selbiger Quelle klar, daß viele weitere derartige Bezeichnungen sich eben auf Gelände bzw. Naturboden beziehen: z.B. „Crosslauf“ („Die Strecke muss in einem offenen oder waldreichen Gebiet liegen, möglichst mit Gras bedeckt und mit natürlichen Hindernissen versehen sein,…“) oder das englische „Cross Country Skiing“.

      Auf jeden Fall finde ich es interessant, welche Bedeutung teilweise Außenstehende einem Begriff zuordnen, den man als in seinem Sinn unumstößlich wähnt!

      So könnte die Aussage: „ich mag mein Hendl am liebsten cross“ letztlich Folgendes bedeuten:
      • Das Fleisch soll gut durch sein und die Haut schön braun und würzig
      • Ich bevorzuge Geflügel aus Freiland-Haltung mit ausgeprägtem Bewegungsdrang
      • Ich probiere gerne auch mal experimentelle Kreuzungen
      • …ich möchte bitte nur den linken Hax‘ und den rechten Flügel !... ;)


      Servus
      Hubert
      …es ist ein Kreuz mit den Begrifflichkeiten! ^^
      kNightSkater
      nix muaß - ois ko'
      Servus :)

      gefühlt breitet sich hier im Forum etwas die vorweihnachtliche Winterstille aus (selbst hier in München hat es dieses Jahr ja schon vor Weihnachten überraschend lang nahezu winterliche Verhältnisse).

      Doch nach der Saison ist vor der Saison und so ist es vielleicht ein guter Zeitpunkt die Begrifflichkeiten-Diskussion wieder etwas zu beleben bzw. die Begriffe zu festigen :) Denn schon mit der Vorbereitung der 2018er Saison beschäftigt, bin ich der Meinung, dass gemeinsam definierte und verwendete Begriffe eine bessere Außenwirkung für unseren Sport erzielen (die Begriffe sind deshalb natürlich nicht in Stein gemeißelt und könnnen sich, wenn sinnvoll, auch wieder ändern).

      Daher mal kurz eine Übersicht wie ich die Begriffe aktuell verwende:

      Den Vorschlag mit Nordic Cross Touring finde ich gut - für mich alles was über die üblichen Trainingsrunden hinaus geht, egal ob in der skating und/oder der klassischen Technik.

      Ich verwende Rollski (oder Skiroller, selten Rollerski) immer dann, wenn Rollen und Langlaufbindung kombiniert sind. Cross-Rollski verwende ich bei Geräten mit größeren Rädern (d.h. wenn zu Lasten der sporttechnischen Nähe zum Ski die Räder für raueren Untergund größer und schwerer werden, unabhängig dabei ob Vollgummi oder Luft).

      Alles zwischen bzw. "nicht" Rollski, Cross Rollski und "normalen" Inlineskates und (alles) ohne Langlaufbindung sind bei mir entweder Nordic Cross Skates (nur oder überwiegend zum Skaten) und Nordic Cross Tourer (für die klassische Technik und ggf. auch zum Skaten geeignet) oder dann Cross Inlineskates (alternativ auch SUV Inlineskates, doch der erste Begriff passt besser in die Systematik)

      Nordic Blading ist für mich, wenn das Skaten mit "normalen" Inlineskates mit Stöcken kombiniert wird. Etwas im Begriffsvakuum schwebt noch die Kombination von Cross Inlineskates und Stöcken; vielleicht lass ich mich da noch von Hubert inspirieren :)

      Bei meinen Kursen unterscheide ich Nordic Cross Skating, Rollski Skating, Nordic Cross Classic und Rollski klassisch.

      VG Ulrich
      Servus Ulrich

      Wie kannst du nur!?… uns jäh aus unserer besinnlichen Vorweihnachts-Ruhe reißen ;)

      Also, …nachdem die rücklaufgesperrten Coyoten geradezu Experten in Sachen Skating-Klassik-KombiCrossen sind und ich am Vorschlag „NCT“ für Touren im Technik-Mix schließlich beteiligt war, nehme ich dieses grundsätzlich auch für mich auf den Cross-Inlinern in Anspruch… ebenso wie NCS!
      Daß sie darüber hinaus auf Naturboden auch für die nicht-nordischen Roll-Varianten wie CIS, CID und CIK oder das skatingfreie PCC besonders geeignet sind, ändert am Generalmodus nix.

      Ich denke, ich stehe nicht allein mit der Aussage, daß alles, was in der Übersicht kategorisch aufgeführt ist, zum Nordic-Rollsport NCS/NCT taugt. Auch die Biathlon-Regelung unterscheidet hinsichtlich Wertung nicht nach Bauart (Cross-Skates, Cross-Roller mit Fersenhochgang, Cross-Inliner, Vario-Skates), sondern nur nach Reifengröße.

      Servus
      Hubert
      …mag keine Extrawürste mehr <X ;)
      kNightSkater
      nix muaß - ois ko'

      Heißt es jetzt 1 zu 2 - … oder 2 zu 1 - Skating?

      Ich greife da mal einen alten Beitrag auf, in dem schon wieder Begrifflichkeiten für Verwirrung sorgen:

      Heißt es jetzt 1 zu 2 - … oder 2 zu 1 - Skating? ?( In dem gesamten Thread wird fast im Wechsel der Posts zwischen den Begriffen hin und her gesprungen – und doch meint jeder das Gleiche…oder?

      Beim 1:1 ist es ja wegen der absoluten Symmetrie egal, aber bei der verbreitetsten Skating-Technik, bei der ein Doppelstockschub auf jeden zweiten Skatingschritt kommt, scheint sich die NCS-, RS- und LL-Szene nicht einig zu sein: was wird zuerst genannt – der Stock oder der Schritt?
      2:1 scheint mir nach meiner Recherche eher das Verhältnis der beiden Benennungen im Internet zueinander zu sein: etwa doppelt so oft wird 1:2 verwendet wie 2:1. Aber ungeachtet dessen stehen auch gewichtige Szenen-Insider auf der „anderen Seite“ – also… isses doch wurscht???

      Keinesfalls, wie dieses Video aufzeigt: es besteht definitiv Verwechslungsgefahr bei der falschen Benennung im Rahmen einer Einweisung! ;) ;)

      Nix für unguad, diese Technik-Mutation erhebt keinen Anspruch auf Aufnahme in die Lehrbücher. Allenfalls ein Aspekt spricht für sie: sie fördert die Präzision der Gewichtsverlagerung und der Balance bei moderatem Tempo noch mehr als die 1:1 Technik – und unterstützt somit den sauberen Beinschluß ohne Kipprisiko-Hektik.
      Nachteil: der Prozess ist nicht unbedingt geeignet für die „Steigerung Bekanntheitsgrad Cross Skating“! :/ ;)

      Servus
      Hubert
      … fand den Versuch reizvoll – und lustig! (Was einem nicht so alles einfällt, wenn man an seinen LandKite-Spot kommt und plötzlich der Wind ein Loch hat…!) :huh:

      PS: sh. auch anki’s weiteres Posting – zur Relativierung!
      kNightSkater
      nix muaß - ois ko'
      Hallo KnightSkater,

      will auch noch was zur allgemeinen Verwirrung beitragen ... (Zitat unten in blau)
      Beim 1:1 ist es ja wegen der absoluten Symmetrie egal, aber bei der verbreitetsten Skating-Technik, bei der ein Doppelstockschub auf jeden zweiten Skatingschritt kommt, scheint sich die NCS-, RS- und LL-Szene nicht einig zu sein: was wird zuerst genannt – der Stock oder der Schritt?
      2:1 scheint mir nach meiner Recherche eher das Verhältnis der beiden Benennungen im Internet zueinander zu sein: etwa doppelt so oft wird 1:2 verwendet wie 2:1. Aber ungeachtet dessen stehen auch gewichtige Szenen-Insider auf der „anderen Seite“ – also… isses doch wurscht???


      Es gibt für die Lauftechniken mit Bezeichnung "2:1" (ich meine jetzt nicht deine Video-Version ) oder "1:2" ja zwei verschieden Varianten. Du hast natürlich recht, dass bei diesen Technikvarianten "ein Doppelstockschub auf jeden zweiten Skatingschritt kommt", allerdings ist das "WANN" für den Stockeinsatz die entscheidenden Frage für die Bezeichnung. Daher verwendet der DSV in seiner Trainerausbildung die Begrifflichkeiten "2:1 rechts oder links" und "2:1 mit aktivem Armschwung rechts oder links", erstere Version gibt es sogar "gesprungen" oder neuerdings auch mit Kick, zweitere nur mit Kick, kann aber sogar gesprungen gelaufen werden.
      Um der Verwirrung jetzt noch weiter Futter zu geben, werden die beiden Techniken im Buch des "Skatingpapstes" Peter Scherrer als "FAT
      rechts oder links" (Führarmtechnik) und "AST rechts oder links" (Armschwungtechnik) bezeichnet. Die Ergänzungen Kick und "gesprungen" eben wieder je nach Bedarf.
      In deinem Video läufst du in der Zeit von 00:06 bis 00:10 AST links und von 00:11 bis 00:16 FAT rechts, beides weder gesprungen, noch mit Kick.
      Noch ein Tipp für die Balance: Laufe deine Version von "2:1" doch mal als 20:, 50: oder 100:1. Danach klappt es auch mit 1:1 besser.
      8) :thumbsup:
      Bei Fragen, einfach melden.

      LG Ralph
      Da spricht der Langlauf-Experte…!

      Hallo Ralph

      Freilich hält das Ganze einer Prüfung durch Kompetenz-Kapazitäten nicht stand – ist so auch nicht gedacht gewesen.

      Ich gebe dir jedenfalls Recht: einzig auf der DSV-Seite wurde ein – von dir beschriebener – Unterschied zwischen 1:2 und 2:1 gemacht… da war ich kurz davor, den Video-Gag zu verwerfen. Als ich aber dann mit den Begriffen „aktiver Armschwung“, „asymmetrisch“ und „Führarm“ weitersuchte, stellte ich fest, daß auch diese Technik-Untervarianten mit 1:2 wie auch mit 2:1 im Netz auftauchten. Also war’s doch wieder „verwirrlich“, denn eigentlich geht‘s nur um eines:
      was wird zuerst genannt – der Stock oder der Schritt?!
      Hier sollte es doch eine Richtschnur geben, die sich über alle Untervarianten zieht… :rolleyes: dachte ich. Die Erläuterung, daß ein etwas versetzter Stockeinsatz die ganze Sequenz verdreht, ist für mich erst recht verwirrend. ?(

      Aber… ich bin nur Cross-Skater – und bewege mich daher nicht in diesen Sphären. Meine Techniken orientieren sich nur ansatzweise an den Lehrbüchern und auch nicht am störungsfreien Untergrund, sonst würde ich im Gelände damit verzweifeln. Dort spielen solch feine Nuancen keine Rolle - da ist eine 1:1- oder 1:2/2:1-Gleitphase, die planmäßig verläuft schon Zufall und geländebedingte Korrekturen fallen einem gar nicht mehr auf – und ein „Flow“ überkommt mich eh nur beim Slalom. Man ist einfach „grob-technischer“ unterwegs – zwar mit Sprung und „Kick“… aber nicht als Technik-Elemente! :whistling:

      Und das mit den zig:1-Varianten merk ich mir mal fürs nächste Windloch auf meinem Kite-Spot… mich reizen solche „Spielereien“! :evil:

      Servus
      Hubert

      PS: keine Sorge, das Video ist eh nicht öffentlich - nur über den Link hier im Forum aufrufbar. Es besteht also kein Risiko, daß sich jemand ..."verirrt"! ;)
      kNightSkater
      nix muaß - ois ko'
      Hallo Hubert,

      auch mein Statement war eher ironisch gemeint. Das Wichtigste überhaupt ist sowieso, dass wir alle bei diesem genialen Sport Spaß haben und lange gesund bleiben, egal mit welcher Technik.
      Für mich sind Peter Scherrers Bezeichnungen am schlüssigsten:
      DSS (Doppelstockschub),
      DSSS (Diagonalschlittschuhschritt),
      FAT (Führarmtechnik),
      AST (Armschwungtechnik),
      1:1 und
      SSS (Schlittschuhschritt).
      Der wesentliche Unterschied zwischen FAT und AST ist der Zeitpunkt, wann der Stockeinsatz im Verhältnis zu einem Bein erfolgt. Und dabei ist die Definition eindeutig...
      FAT => Stöcke gleichzeitig mit einem Bein (z.B. bei FAT rechts eben gleichzeitig mit dem rechten Bein, wie bei dir im Video)
      AST => zeitlich versetzter Stockeinsatz (Seitenunterschiede sind definiert, wo die drei Hauptaktionen "Gleiten", "Stockeinsatz" und "Beinabstoß" erfolgen oder einfacher ausgedrückt, auf welches Bein du Schwung holst). Du holst im Video auf das linke Bein hin Schwung, daher AST links.

      LG Ralph
      Hallo Ralph

      Daß ich neben NCS, PCC, CID und CIK ;) auch noch AST und FAT drauf hab‘, wußte ich gar nicht – ist aber eine geile Sache :thumbsup: !! Obwohl meine Versuche, deine Begriffs-Erläuterungen anhand des Videos nachzuvollziehen, ein gewaltiges Gefälle bei der Wahrnehmung zwischen uns aufdecken: ich erkenne den Unterscheid nicht… was nicht heißen soll, daß er nicht da ist! Was eben ein geschultes Auge ist… :rolleyes:
      Deinen „Papst“ mußte ich auch erst googeln – sicher der von Vielen hier im Skating-Forum. Meiner hieß Andy Mapple und starb 2015 an Krebs… aber sein Geist lebt in uns Jüngern weiter! Idole haben eine wichtige Funktion im Sport (…auch, wenn kein Kommerz dranhängt).

      Aber mit deiner Eingangs-Aussage komme ich mit: jedem Tierchen sein Plaisirchen… Hauptsache die Aktivität und ihr Ausübungs-level bereiten Spaß, regen Ehrgeiz an und helfen, persönliche Ziele zu erreichen. 8o

      Übrigens: so weit bin ich von der angenommenen Herausforderung gar nicht weg: bereits 2015 in der Chiemgau-Arena zu Rohpolding* gelang mir ein gechillter 8:1 !
      Folgender Wettvorschlag: wenn ich den Fuffzger reiße, …machst du dann einen CID mit? :evil:

      Nix für unguad :saint: – ich hoffe, man trifft sich mal auf einer RDF-Veranstaltung! :)


      Servus
      Hubert

      *PS: das Video ist ein Ausschnitt aus crosszinser’s helmet-cam Aufnahme und ist auch wieder nicht öffentlich nur über diesen Link aufrufbar. Falls sich jemand unerwünscht erkannt fühlt, nehm ich’s raus.
      kNightSkater
      nix muaß - ois ko'
      Servus Hubert,

      das mit dem Unterschied bei AST und FAT klären wir am besten live. Wir sehen uns bestimmt bei der einen oder anderen RDF-Veranstaltung. Sprech mich einfach an.
      Peter Scherrer ist nicht im Forum, aber er ist meiner Meinung nach D I E Referenz in Sachen LL-Technik im ganzen deutschsprachigen Raum.
      Wenn einer so CID fährt wie du, dann ist 100:1 kein Problem ;) . Ich muss mir jetzt nur überlegen, wie ich das CID mit meinen SRB XRS01 hinbekomme. 8|

      Servus