Gewichtsmanschetten beim Skike-Fahren?

      Gewichtsmanschetten beim Skike-Fahren?

      Hallo zusammen,

      wie ich ja schon andernorts andeutete, bin ich vom Joggen zum Skike-Fahren übergesiedelt, um auf meinen täglichen Runden auch die beim Laufen zu kurz kommende Oberkörpermuskulatur mit zu kräftigen. :cool: Mittlerweile ist zwar die Freude an dem Schwebegefühl, das die Rollgeräte vermitteln, in den Vordergrund getreten, aber meine ursprüngliche Intention besteht parallel dazu natürlich weiterhin.

      In den ersten Wochen auf Rollen begleitete mich denn auch den ganzen Tag über (ich fahre immer morgens) ein angenehmes Nach-Trainings-Gefühl, insbesondere in Brust, Bauch und im Trizeps. "Leider" ist das jetzt verschwunden, wahrscheinlich durch eine bereits erfolgte Gewöhnung des Körpers. Auch empfinde ich während der Fahrt den Armeinsatz als deutlich weniger beanspruchend als zu Beginn meiner Ausfahrten.

      Ich möchte das Oberkörpertraining also weiter unterstützen, und daher meine Fragen:

      Setzt jemand von Euch beim Skike-Fahren zur Erhöhung des Trainingseffektes für den Oberkörper Gewichtsmanschetten an den Armen ein, und welche Erfahrungen damit gibt es? Oder steht bei Euch gerade umgekehrt die Philosophie im Vordergrund, die Arme nicht unnötig zu ermüden, so dass z. B. auch Stöcke "nichts" wiegen dürfen?

      Ich plane, demnächst auf längere (Festlängen-)Stöcke umzusteigen, und möchte die Länge der Stöcke von vornherein auf eine eventuelle Benutzung zusammen mit einer Gewichtsmanschette abstimmen, falls es da etwas zu beachten gibt.

      P. S.: Meine Runden sind immer nur ca. 30 Minuten lang, Ausdauer über mehrere Stunden ist bei mir also gerade nicht gefragt.
      Hallo herminator,

      bei mir hat der Umstieg auf längere Stöcke eine erheblich höhere Belastung der Armmuskulatur und des Oberkörpers insgesamt bewirkt, insbesondere auf Waldwegen. Ich neige allerdings auch dazu, sehr oberkörperlastig zu fahren.
      Für ein gezieltes Training würde ich Dir über die Benutzung längerer Stöcke hinaus empfehlen, längere Strecken im Dockelstockschub zu bewältigen - ist nicht so flott wie normal, aber mit sehr gutem Trainingseffekt! Mit Gewichten o.ä. habe ich noch niemanden gesehen.

      Sigrid
      Hallo herminator,

      der Einsatz von Gewichtsmanschetten beim Cross-Skaten wäre aus meiner Sicht recht unklug, da sie die positiven Eigenschaften und besonderen Trainingsreize des Stockeinsatzes zunichte machen würden.
      Durch Gewichte an den Armen würde genau die Muskulatur verstärkt belastet werden, welche schon den ganzen Tag gegen die Schwerkraft kämpft und zu Fehlhaltungen führt, die vordere Schultermuskulatur (Rundrücken, vorgezogene Schulterköpfe, verkürzte Brustmuskulatur...). Das besondere am (richtigen) Stockeinsatz, ob beim Nordic-Walking, Ski- oder Cross-Fahren ist die Verschiebung der Schultergürtelbelastung Richtung Trizeps, hintere Schultermuskulatur und oberer Rücken im Wechselspiel mit der Bauchmuskulatur.
      Abgesehen von der gestörten Koordination beim feinfühligen Stockeinsatz entspräche der Einsatz von Manschetten dem sinnlosen Einsatz von Gewichtshanteln beim Krafttraining im Wasser (hab ich alles schon gesehen:confused:). Im Wasser nutze ich auch die (fast) einmalige Chance, nach hinten unten Druck auszuüben, und nicht nach vorne oben wie bei fast jeder Alltagshandlung.

      Eine gezielte und sinnvoll steigerbare Trainingswirkung ist, wie auch von Sigrid schon angesprochen, durch die Wahl eines anspruchsvolleren Geländes zu erzielen.
      Weniger Schubarbeit der Beine (die haben schon genug mit dem Stabilisieren zu tun) erfordert automatisch einen verstärkten Armeinsatz.

      Wenn Du mit der 'normalen' Fahrtechnik schon koordinativ und krafttechnisch unterfordert bist, kannst Du Dich ja an anspruchsvollere Bewegungsabläufe wagen, z.B. den Permanentschub. Wie Du ja bereits in der Einsteigerphase bemerkt hast, kommt es beim Erlernen neuer Bewegungsabläufe immer auch zu muskulären Anpassungsreaktionen, d.h. die Beine u. Arme versuchen mit Kraft das auszugleichen, was die Steuerung noch nicht auf die Reihe kriegt.

      War nur mal so ein Denkanschub für die weitere Entwicklung, denn was käme nach der Anpassung an die Manschetten? Ne Eisenkugel, ein Fallschirm o.ä. ?
      Nur Spaß, aber für viele auf der Suche nach noch mehr Belastung leider immer noch die einzige Vorstellung von Belastungssteuerung.

      Gruß und noch viel Muskelkater in den richtigen Regionen

      Mirko
      Hallo Herminator!

      Wenn du schon im Schwebezustand bist-sehr schön! Allerdings sind Skikes/Powerslides nicht unbedingt die Geräte um explizit die Oberkörperkraft zu trainieren, dafür mußt du schon eher so etwas machen :).
      Nee aber im Ernst , wenn du immer nur 30 min investieren willst(dafür würde ich die Skikes gar nicht anziehen) dann mach es z.B. wie Ole-Einar. Wenn du in einer bergigen Gegend wohnst, dann schiebst du dich NUR mit Doppelstockschub den Berg hoch, solange es geht und der Trizeps nicht stirbt...
      Oder eine Waldrunde suchen mit heftigen Bodenwechseln und nur schieben. Wenn du ein Bastler bist dann könntest du die Skikes langsamer machen , ich habe z.B. zwei Paar Skikes ein schnelles und ein paar gespeerte für die Basisarbeit auf kurzen Strecken . Ich habe mal beide Paare in einer 900 m Asphaltrunde verglichen. Die schnellen gehen mit 01:50 min weg, die langsamen mit 02:25 ,da brauchst du wieder etwas mehr Kraft um zu schweben :). Dafür ist der Umstieg auf die schnellen dann wie der Umstieg vom Trabi zum Rennwagen.
      Gewichtsmanschetten sind in meinen Augen sinnlos , ob beim Skiken oder auch z.B. beim Laufen da Ausdauersportarten. Dann kannst du wirklich isoliertes Krafttraining machen, wo aber 30min auch eher unzureichend sind.
      Stöcke aus Carbon sind leichter als die aus Alu , damit teurer aber auch wesentlich härter, sie setzen die eingesetzte Kraft wesentlich besser um.

      beste Grüße
      Holger

      Vielen Dank...

      ... für Eure Antworten und Vorschläge!

      Nur einmal kurz zur Erläuterung: In meiner "Trainings"-Philosophie stehen Gesundheit, Wohlbefinden und Fettverbrennung im Vordergrund, und nach allem, was ich dazu so gelesen habe und überzeugend fand, bedeutet dies:
      • regelmäßiges Training.
      • pulsbetontes Training (von dieser Stelle aus daher ein Aufruf zur Teilnahme an der von Klaus59 eröffneten, klasse Pulsdiskussion).
      • umfangsdosiertes Training (bei zu viel Sport soll die Lebenserwartung sinken :( ).

      Im Ergebnis daher ca. fünfmal pro Woche eine halbe Stunde im (oberen) aeroben Bereich.

      Jahrelang bin ich Laufen gegangen, jetzt gehe ich Skike-Fahren ? das Schließen der Klettverschlüsse lohnt sich meiner Einschätzung nach auch für dreißig Minuten. ;)

      Wenn ich nun das Oberkörpertraining effizienter gestalten möchte, dann unter Beibehaltung der vorgenannten Parameter. Ich befürchte aber nach meinen bisherigen Erfahrungen, dass eine nach Profil oder Oberfläche anspruchsvollere Strecke als meine jetzige ebenso wie eine Manipulation des Reifendrucks o. ä. zu für meinen Geschmack überhöhten Pulswerten führen dürften. Und auch bei armbetonterer Fahrweise habe ich die Erfahrung einer ziemlichen Pulslastigkeit gemacht. Überhaupt möchte ich die Beine als die größere aktive Muskelgruppe gerade nicht (!) entlasten, um die Gesamtkörpereffektivität des Trainings nicht zu verringern. (Ich fange ohnehin schon an zu zweifeln, ob die Behauptung, Langlauf- und damit auch Skike-Training sei bei vergleichbarem Puls eine effektivere Trainingsform als z. B. einfaches Joggen, wirklich so stimmt. Rein auf die Beinmuskulatur bezogen scheint mir das Skike-Fahren ? ein bisschen in die Hocke gehen und entspannt von einem Fuß auf den anderen steigen ? eher weniger beanspruchend. Vielleicht ist das alles ja nur eine Mär aus der Zeit des klassischen Langlaufs, und seit der Skating-Technik obsolet. Das sage ich aber bloß rein gefühlsmäßig, Widerspruch willkommen!)

      In Anbetracht des eindeutigen Echos und der prognostizierten körperlichen Verwandlung in einen Glöckner von Notre-Dame statt in einen Hulk werde ich aber die Manschetten beiseite lassen (bzw. nur heimlich verwenden) und erst mal ganz auf die längeren Stöcke setzen.
      Na ja, ich würde nicht gerade behaupten, dass man mit Skikes kein Krafttraining machen kann. Wenn das Tempo gering genug ist und der Widerstand hoch, also bergauf oder auf schwerem Boden, das geht es klar über den Kraftausdauerbereich hinaus. Man nehme einen schweren Boden (tiefer Feinschotter), der so tief ist, dass man kaum einen km darauf schaffen würde. Das Tempo liegt dann oft so zwischen 5 und 10 km/h (immerhin mit Gewalt).
      Und dann macht man darauf ein schönes Kraft-Intervalltraining:
      Vorhehr gut einfahren.
      3 x Beine: 30 Sekunden hohes Tempo Beine, 90 Sekunden locker ganzer Stil, 40 Sekunden hohes Tempo Beine, 90 Sekunden locker ganzer Stil, 30 Sekunden noch höheres Tempo Beine.
      2 Minuten locker.
      3 x Oberkörper: 30 Sekunden hohes Doppelstockschub, 90 Sekunden locker ganzer Stil, 40 Sekunden hohes Tempo Doppelstockschub, 90 Sekunden locker ganzer Stil, 30 Sekunden noch höheres Tempo Doppelstockschub.
      2 Minuten locker.
      3 x Beine: 30 Sekunden hohes Tempo Beine, 90 Sekunden locker ganzer Stil, 40 Sekunden hohes Tempo Beine, 90 Sekunden locker ganzer Stil, 30 Sekunden noch höheres Tempo Beine.
      2 Minuten locker.
      3 x Oberkörper: 30 Sekunden hohes Doppelstockschub, 90 Sekunden locker ganzer Stil, 40 Sekunden hohes Tempo Doppelstockschub, 90 Sekunden locker ganzer Stil, 30 Sekunden noch höheres Tempo Doppelstockschub.
      Dann lange ausfahren oder noch eine Stunde mit Puls 110 bis 135 weiterrollen.
      Ich gebe zu, da brodelt die Milchsäure im Blut, aber nur keine Angst davor, die Gefährlichkeit dieses Stöffchens wird oft überbewertet.

      Wer berichtet mir wie es war oder was sich nach 5 bis 6 dieser Einheiten tut? Neue Muckis? Ist nicht ausgeschlossen. Ich wette sogar, das viele ihre Rumpfmuskulatur recht "ganzheitlich" spüren (bis zwischen die Rippen!).

      Franz

      P.S.: Herminator, nur keine Angst, dass du deine Beine beim intensiven Doppelstockschub zu sehr "entlastest", die müssen immerhin die Spielereien die du "obenrum" veranstaltest auf die Rollen umsetzen und das Ganze auch noch stabilisieren. Manchmal ermüden meine Beine beim Doppelstockschub schneller als die Arme, so nach 5 Minuten wird's heavy.

      herminator wrote:

      (Ich fange ohnehin schon an zu zweifeln, ob die Behauptung, Langlauf- und damit auch Skike-Training sei bei vergleichbarem Puls eine effektivere Trainingsform als z. B. einfaches Joggen, wirklich so stimmt.

      Kommt drauf an, was man anschaut. So rein vom Kalorienverbrauch ist das bei mir in etwa gleich, behauptet meine Uhr. Aber nach oder besser während dem Joggen spüre ich garantiert nichts in den Armen und im Rumpfbereich, beim Skaten schon. Also ist für mich skaten effektiver. Abgesehen davon, dass ich Muskelkater nicht wirklich brauche ;)

      Das mit dem Puls seh ich auch gelassen - wenn ich noch locker reden kann und ned japse, soll die Pulsuhr halt meckern, pfft. Ich hab da so ein Hügelchen, wenn ich da anfangs raufgefahren bin, war unter 180 nichts drin, ging einfach nicht. Inzwischen bin ich irgendwo bei 165 und skate aber längst nicht so oft, wie ich will.

      Und, wunderbarer Nebennutzen - ich fahre derzeit nicht oft Rad, und jede Saison auf's neue war das Hügelchen anfangs ätzend, da ziemlich steil. Erste Fahrt darauf heuer, nach skaten vorher - so lockerflockig radl ich da sonst zum Ende der Saison rauf...
      cu
      Monika