Bergauf - Bergab

      Bergauf - Bergab

      Servus,
      ich, seit Herbst 2017 auf Skikes, nehme jetzt Bergauf-Bergab in Angriff und will das einmal reflektieren.

      Ganz leichte Steigungen, ob rauf oder runter, habe ich inzwischen in meinem Anfängerrepertoire. Das funktioniert ganz gut.
      Stärkeres bergauf und -ab da happerts ganz schön, wie ich gestern gemerkt habe.
      Ich fahre meine "Fahrradstrecke" mit den Skikes am Radweg und das sind nach ca. 20 km flacher Anfahrt ca. 150 Höhenmeter auf ca. 3 km. Zwischenzeitlich komme ich nur sehr, sehr langsam bergauf von der Stelle. Und merke, das ich gefühlt zu 85% mit Stockeinsatz schiebe und von den Beinen/Skikes fast gar nichts kommt. Ist das normal, oder sollte man versuchen das anders zu gewichten? Fast bin ich geneigt zu überlegen, das das automatisch geht und sich eine BergaufwärtsKämpfenBalance einstellt, je nachdem wie fit man wo ist - oben oder unten rum.
      Für´s Fahrrad sage ich: fahr´s zehn mal und beim elften Mal machts dir nichts mehr aus. Deckt sich das mit Euren Erfahrungen in Sachen Fitness-Steigerung mit Skikes am Berg/Steigungen?

      Und dann natürlich bergab: Ich habe, wenn´s immer schneller wird, schlicht Angst den "Berg" runter. Gibt sich das mit der Zeit? Ob ständiges bergabbremsen der Weg zu mehr Sicherheit und Angstfreiheit ist, daran habe ich meine Zweifel. Jetzt dachte ich - versuche an den sanfteren Stellen einen leichten verlagernden Skate-Schritt mit Stockeinsatz/Bodenberührung zu machen um sicherer zu werden. Und an den steilen Stellen noch zu bremsen. Um dann dahin zu kommen, an den steilen Passagen irgendwann mal laufen lassen zu können und sich hinabzustürzen, wie auf der Streif - Wunschtraum?

      Ich merke ja, das ich an den leichten Abfahrten auf meinen flachen Strecken auch keine Angst mehr habe, wie noch als blutiger Anfänger.
      Wie sind im Rückblick oder auch akut Eure Bergauf-Bergab Erfahrungen?

      Besten Gruß, cheers, JS
      Dein Posting hat mich dazu veranlasst zu überlegen, ob es einen Trainingseffekt hat, wenn man Autobahnbrücken oder ähnliche Steigungen ein paar Mal ohne Stöcke bezwingt. Das müsste zu einer sauberen Beinarbeit bergauf führen denke ich.

      Und was das runterbremsen betrifft: Ich bin da ein großer Schißhase. Bergstraßen runter am Motorrad (2te rein und runtertuckern) wurde ich immer von Radfahrern überholt. Ich hab da keine Ambitionen - nur so schnell wie ich mich sicher fühle. Hauptsache die Bremsen tun was sie sollen.
      Hallo Jimmy

      Das mit dem Bergauf ist Technik- und Konditionssache – da können dir andere bessere Tipps geben als ich, aber das mit dem Bergab auf luftbereiften Cross-Skates ist mein persönliches Steckenpferd… drum hier meine Empfehlung:

      Der erfolgversprechendste Weg zu wirklicher „Sicherheit und Angstfreiheit“ ist immer… ÜBUNG - auf jedem Gebiet! Dabei wägt jeder selber ab, wieviel Risiko einem die beschleunigte Zielführung wert ist – und wieviel von dem Risiko er durch Protektion abpuffern will.
      Wer dauerbremsend runterrollt, will im Grunde gar nicht downhillen, zumal die Bremse meist die Richtungskontrolle hemmt. Wer downhill erleben will, muß wissen, was er sich und dem Gerät zutrauen darf… und das erreicht man nur durch Übung und Grenzerfahrung – leider gilt auch hier die Grundregel: nix ist lehrreicher als gemachte Fehler! Diese Erfahrung erlangt man freilich am Leichtesten, wenn keine schwerwiegenden Folgen zu befürchten sind – und weil wir eben auf festem Boden rollen, sind wir da wieder bei der Protektion… und ich meine hier neben Helm auch Rückenpanzer und Hüft-/Steiß-Protektorshorts!

      Vorausgesetzt, daß du auf deinen Cross-Skates bereits sicher bist – hier mein Tipp: mache Bremstests auf kurzen Gefällestrecken und erfahre die Wirkung deiner Bremse bei wenig und bei viel Tempo, bei einseitigem wie beidseitigem Einsatz - aber immer knackig zum Abbremsen, nicht als permanent-speedreducer… und das gegebenenfalls auf unterschiedlichen Böden! Lerne reflexartiges Bremsen in jeder Situation – und lasse dabei um Gottes Willen IMMER die Stockspitzen hinter deinem Körper!
      Next step: gib auf längeren Abhängen die Rollen kurz vorm Stillstand wieder frei, nimm wieder Fahrt auf und bremse erneut – hier übst du die lineare Gewichtsverlagerung am Hang und die kontrollierte Steuerung des Sprunggelenkwinkels zur Aktivierung und Lösung der Bremse ein.

      Egal, wo du dich dann auf der Adrenalin-Skala einordnest: hab immer Respekt, …aber keine Angst – Furcht hemmt dich in allen Prozessen, Aktionen und Reaktionen!

      Und wer mehr von einer Abfahrt erwartet, als nur gradeaus runterzurollen, der wechsle zu wendigen, 3-rädrigen CrossInlinern – schließlich machen kurze Carvs einen downhill stabiler! Meine Leidenschaft ist der Wiesen-Slalom, dem ich auf meinen CrossInlinern und auch auf Grasski fröne – freilich lagen da schon ein paar Jahrzehnte alpine Skiabfahrt zugrunde.

      Wenn du hier im Forum den Begriff „Downhill“ suchst, findest du noch ein paar Beiträge – insbesondere auch bezüglich geeigneter Hardware.

      Servus
      Hubert
      KnightSkater
      Salut,
      und Danke schön für Euer Feedback!
      Rauf´ ohne Stöcke ist bestimmt ein paar Versuche wert - gute Idee. Da kann man sich bestimmt gut ausschließlich auf die Beinarbeit konzentrieren und überprüfen, was die eigene Effektivität/Fehler betrifft. Noch besser wenn man immer wieder mal nur das trainiert...das probiere ich jedenfalls aus.

      Die Angst abstreifen ist wohl eine Frage der Zeit und "Erfahrung" - das denke ich auch. Die Bremstests übe ich auch intensiver. Der Slalom kommt dann, wenn mir das Streif-Abfahrts-Gefühl zu langweilig werden sollte. Wird aber noch dauern denke ich.

      Der Radweg wo ich abfahre ist ziemlich schmal - schätze mal so 2 Meter. Da ist die Korrekturmöglichkeit, für Anfänger, nicht so groß. Links ist Straße und Rechts Wald - beides keine wirklich geeigneten Abfänger. Protektoren habe ich, allerdings nicht für Rücken und Hüfte.

      Wenn ich abfahre und quasi nichtforcierten Skating-Wechsel beider Beine mache, fühle ich mich fast sicherer, als mit beiden Skikes auf dem Asphalt. Auch das lenken/Richtungswechsel scheint mir da besser zu gehen. Allerdings, wenn ich bei so schnellem Tempo die Skikes nicht akkurat setze, was mir immer noch schnell passiert, fährt der falsch gesetzte Skike nach "Idaho" und ich komme in prekäre Situationen.

      O.k. - weiter üben, Angst abbauen durch Selbstvertrauen und dann geht´s ab...
      Cheers, JS
      Hi Jimmy

      Klar, daß du erst mal allgemeine Sicherheit anstrebst – und den Slalom noch sein läßt!

      Deine Wahrnehmung, daß die einspurigen Phasen im Gefälle dir sicherer vorkommen kann ich voll bestätigen – ich bin schließlich überzeugter Einkufer auf Schnee und Wasser :) !

      Mal grundsätzlich davon ausgehend, daß der Geradeauslauf deiner Skates gewährleistet ist…:

      Was beim zweispurigen Lauf auf einer Abfahrt als Gefährdung nämlich dazukommt, ist die Spur-Asynchronität – auf den Skipisten passieren die meisten Stürze wegen Überkreuzens oder Verspreizens der beiden Bretter. Das kann auf Fahrfehler, Bodenwidrigkeiten oder sonstigen Kontrollverlust zurückzuführen sein – und zwar gerät meistens der entlastetere Ski aus der Bahn, der belastetere behält meist die Führung auf dem Untergrund. Beim einspurigen Lauf gibt es keine Belastungsverteilung und somit ist die Spur stets stabil – man muß nur damit umgehen können… und wir können das alle: Radfahren! Nach Entfernung der Stützräder im Kindesalter (…waren wir erst mal stocksauer auf Papi, aber dann…) lernten wir (gezwungenermaßen) schnell, mit Tempo-Unterstützung und leichten Lenkbewegungen die Balance per Gewichtsverlagerung zu halten – und was waren wir stolz, als wir diesen neuen, stabileren und variableren Prozess der Einspurigkeit erfuhren und zunehmend beherrschten!
      Nur auf der alpinen Piste sind „Stützräder“ nach wie vor verbreitet und wohl noch immer vermeintlich unverzichtbar – ungeachtet des Übungslevels. :evil: ;)

      Was dir also das sicherere Gefühl beim Anheben eines Fußes gibt, ist – zum Einen deine offenbar präzise Gewichtsverlagerung auf den Gleitfuß …und - die Gewissheit, daß der andere Skate da oben nicht „querschießen“ kann! Freilich ist beim Wiederaufsetzen Achtung geboten und ein Verreißen zu vermeiden – und zwar indem nach korrekter Ausrichtung schnellstmöglich wieder belastet wird. Der saubere Skatingschritt lebt ja quasi von zwar abwechselnder, aber möglichst langer und stabiler Einbein-Gleitphase, die wiederum von beherzter Gewichtsverlagerung und dynamischer Balance lebt.

      Übrigens: daß die dynamische Balance stabilisierende Vorteile gegenüber der starren hat, merkt man ganz besonders beim Einbein-downhill mit wendigen Skates – das entspricht den leichten Lenkaktionen beim Fahrrad. Ein starres Fahrrad wäre kaum haltbar… dann lieber wieder zweispurig à la Skate-Paar ;)

      Servus
      Hubert
      KnightSkater