Stockeinsatz - Hand im Detail?

      Stockeinsatz - Hand im Detail?

      Hallo,
      skiken tu´ ich nun seit wenigen Wochen und werde immer sicherer, was auch von meiner extremen Begeisterung und Motivation und entsprechenden Kilometern kommt.

      Mein hauptsächliches technisches Defizit, denke ich, ist der Stockeinsatz. Es geht darum zu vermeiden, das ich über meine nicht sauber platzierten Stöcke stolpere.
      Der Stockeinsatz wird zwar auch immer besser, aber im Detail wollte ich meine Selbstreflektion dahingehend doch nochmal zur Diskussion stellen.

      Ich versuche jetzt einmal zu schildern, wie genau inzwischen der Stockeinsatz und dabei hauptsächlich der Ablauf der Handbewegung bei mir ist.
      Grundsätzlich macht es für mich einen Unterschied, ob ich 1:1 oder 1:2 fahre. Bei 1:1 habe ich weniger Probleme die Stöcke unter Kontrolle zu bringen, weil beim vorholen der Stöcke weniger Zeit ist, deswegen mehr Zug entsteht, und ich die Stöcke damit gut für den nächsten Schub platzieren kann. Da kann ich eigentlich ohne die Griffe richtig fest in die Hand nehmen zu müssen, den Stockeinsatz kontrollieren. Das ist dann nur eine Art "gesteuertes schlenkern".

      Hauptproblem gibt´s beim 1:2 bei mir, Ablauf:
      Ich patziere die Stöcke und habe dabei die Stockgriffe "lockerfest" in den Händen um sie gezielt leicht hinter und neben die Skikes zu setzen. Jetzt Druckausübung, und Abschub mittels Schlaufen, Hände werden dabei gleich zu Beginn lose und teilnahmslos. Nach unten schwingende Auswurfbewegung nach hinten. Griffe sind dabei von den teilnamslosen Händen leicht umschlossen. Wenn die Stockgriffe auf Beinhöhe beim nach unten durchgeschwungen sind gebe ich einen Handimpuls*** an die Stöcke nach oben, damit diese nach HintenOben schlenkern und dann weiter mit den Armen nach hinten, bis die Arme gestreckt sind (gibt hier irgendwo ein Video, Skiker stehend auf Gras mit Rollen an den Stöcken). Jetzt die "Vorholenphase": Hände sind immer noch teilnahmslos, da die Schlaufen die Anbindung an die Hände ja übernehmen. Stöcke bei der NachVorneBewegung ab "Beine passieren" lockerlose in die Hand nehmen, nach oben führen und platzieren. Dann wieder Abschub mittels Schlaufen...u.s.w....

      Ich könnte mir vorstellen, das man als alter NordicBladingHase so eingeschliffene Automatismen beim Stockeinsatz hat, das man das vielleicht gar nicht mehr so reflektiert und differenziert. Trotzdem - sollte Euch etwas grundsätzlich Falsches bei meinem geschilderten Handeinsatz auffallen, würde ich mich über ein "DAZWISCHENSCHMEISSEN" freuen!



      ***Der Handimpuls nach oben findet bei mir durch "Stockgriff zwischen Mittelfinger und Daumen" statt. (Hatte zuerst Ringfinger und Daumen, was mir, fürchte ich, einen Schnappfinger eingebracht hat. Hoffe´ das geht wieder weg, nachdem ich jetzt mit dem kräftigeren Mittelfinger arbeite). Frage also: Wie gebt ihr den NachObenImpuls an den Stock?





      Beste Grüße
      JS
      Hallo Jimmy

      Für mich ist der größte Fehler hier ein ergonomischer: der schwache Griff der Hand! Wenn jeder Stockeinsatz fast voll über die Schlaufe direkt aufs Handgelenk wirkt, rächt sich das bald! Die Hand muß den Griff so kraftvoll umgreifen, daß der anfängliche Vorschub auch ohne die Schlaufe generiert werden könnte …bis die Hand die Hüfte erreicht – erst da, wo die Belastung der Beschleunigung abnimmt, öffnet sich die Hand und schlenzt den Stock über die Schlaufe mit dem Handgelenk hoch, bis Stock und Arm eine Linie bilden. Nur die Muskelkontraktion des starken Zugreifens stabilisiert das Handgelenk ausreichend für die anfängliche Extrembelastung der Tempoerhöhung!

      Auf Asphalt verliert man weniger speed zwischen den Stockeinsätzen, womit die Wiederbeschleunigung nicht so krass ausfällt, aber im Gelände muß man je nach Widrigkeit u.U. jedesmal fast vom Stand wieder anschieben – ohne festen Griff machen das weder die Handgelenke noch die Schlaufen lang mit! Deshalb ist für mich im Gelände der rücklaufgesperrte Zwischenschritt beim klassischen Doppelstockschub so wertvoll: mit dieser Zwischenbeschleunigung verkleinert sich der Tempo-Gap für den Stockeinsatz.
      Allerdings fällt auf hartem Boden der „Schlag“ des Stockeinsatzes härter aus – der darf keinesfalls auf ein minder angespanntes Handgelenk wirken! Ich empfehle für Asphalt eh gefederte Spitzen.

      Mein Tip: laß mal probeweise die Schlaufen weg, stell die Skates parallel und schieb dich mit den fest umgriffenen Stöcken kurzfrequent an – immer nur bis kurz vor der Hüfte, so als würdest du dich einen Anstieg hochschieben. Das kannst du auf unterschiedlichen Böden probieren, um die Wirkung zu erfahren.
      Gewöhn dir damit an, daß die Hand den Stockgriff nach dem Auffangen gut festhält und durch diesen festen Griff den Anfangsdruck für Vorschub alleine – ohne Schlaufe – schafft. Die Schlaufe erfüllt ihren Zweck durch Verlängerung der Vorschubphase nachdem die Hand den Griff losließ, weil der Griffwinkel ab Höhe der Hüfte nicht mehr paßt – und der Prozess wird durch das Loslassen ergonomisch gestaltet.

      So… - und ich behaupte, daß durch diese Veränderung auch deine Prozess-Störungen eliminiert werden, zumindest teilweise. Auf jeden Fall sollte damit eine neue Basis für den Ablauf geschaffen werden, von der aus zielgerichteter optimiert werden kann. Viel Erfolg!

      Servus
      Hubert
      KnightSkater
      O.k., Herbert, Danke sehr für´s einmischen.

      Zwar hat wohl jeder Nuancen in seiner Technik, aber dann wäre ich mit meiner Technik immer noch einigermaßen auf dem Holzweg. Denn das ist ja komplett anders. Ich werde das so ausprobieren, wie du´s skizzierst. Und auch ohne Schlaufen zum reinfinden.

      Die von dir genannte Zwischenbeschleunigung mittels rücklaufgesperrte Zwischenschritt beim klassischen Doppelstockschub, kannst du das bitte noch mal kurz darlegen?! Oder ist die von dir beschriebene Technik mit den am Anfang eher schlaufenlosen Kraftimpuls schon die Erklärung?

      Cheers, JS
      Den Stockeinsatz muss jeder für sich ausmachen.
      Da kannst du keine Regel festmachen.

      Wenn du dich verhedderst musst du schauen wie du mit deinem Körper was besseres findest.
      Höchstens dein Zwilling kann dir ein Tipp geben, sonst kein anderer.

      Jeder Mensch hat eine andere Fingermotorik.

      Manche haben die Stocklänge bis zu den Ohren wenn sie auf den Rädern stehen, andere wieder bis zum Kinn und wieder andere bis zur oberen Schulterkannte.

      Du siehst Tipps sind zwecklos.

      Gruss

      oldmen schrieb:

      Du siehst Tipps sind zwecklos.

      Lieber Kollege,
      ich glaube, dies hier ist ein Forum wo sich Cross-Skater verschiedenster Coleur austauschen wollen.
      Die einen sind erfahren und abgebrüht; die anderen vielleicht noch unsicher.
      Denen gibt man hier Tipps und ermuntert sie sich in diesem Sport weiter zu entwickeln.
      Menschen brauchen das voneinander lernen und wenn man ihnen immer wieder sagt, schaffste eh nicht, hilft man keinem.
      Ich persönlich habe hier eine Menge guter und wertvoller Hinweise gefunden.
      Also sei doch bitte ein bisschen konstruktiver (auch in Deiner Wortwahl)
      Danke!

      chief running nose
      Vorwärts immer; rückwärts nimmer!
      (Wahlspruch der Rücklaufsperren)

      oldmen schrieb:



      Du siehst Tipps sind zwecklos.



      Hallo Oldmen,

      Genau so zwecklos wie deine oft sehr 'positiven' Kommentare. :/

      Ob Tipps zwecklos sind oder nicht darüber können die 'Empfänger' dieser Tipps sich selber entscheiden.

      Das Forum bietet zumindest eine Möglichkeit um Tipps zu teilen.

      Erik
      OmniBlade Cross-Skating Innovations
      Pushing Cross-Skating to the Next Level

      Spätestend wenn der Asphalt zu Sand, Kies, Splitt und Schotter wird werden die Reflexe rausgekitzelt, den Stock so fest wie möglich zu umgreifen.

      Auf dem Asphalt selbst war mir ein Stockbruch (von mir durch Technikfehler selbst verursacht) ein guter Lehrmeister. So ein kleiner Sturz mit Rolle über die Schulter hilft bei der Selbstreflexion. Und diese Carbon-Zeugs ist dann bei einer Stock-Ersatzbeschaffung gefühlt gleich doppelt teuer und war mir ein zusätzlicher Denkanstoß.

      Skate!
      Hallo Jimmy,

      ich glaube, dass der Tipp vom KnightSkater Hubert mit dem Weglassen der Schlaufen gut ist. Ich hatte am Anfang auch keine Schlaufen dran, weil ich es überhaupt nicht mochte fest mit den Stöcken verbunden zu sein. Ich wollte die Dinger loslassen können, falls ich stürze. Mit den Schlaufen habe ich erst nach ca. 500 km Freundschaft geschlossen. ;)

      Noch was Anderes. Achte beim Stockeinsatz mal bewusst darauf, dass du die Ellenbogen seitlich waagerecht mit hoch nimmst. Dann ist es fast nicht möglich den Stock zu dicht am Schuh zu setzen, so dass du „einfädelst“. Außerdem führst du den Stock dadurch zwangsläufig gerade. Ich habe das bei unseren Biathleten bei den olympischen Spielen gesehen und ausprobiert.

      Gruß

      Tobi
      Tobi,
      das mit den Ellbogen beobachte ich mal - vielleicht mache ich es ja inzwischen schon intiutiv richtig, denn ich habe schon länger nicht mehr Probleme mit dem einfädeln. Vielleicht auch, weil mein Timing/Abstimmung im gesamten Ablauf besser ist. (z.B. leicht verzögerter Einstich). Ansonsten Danke für das Ellbogen-Detail!

      Mein Stockeinsatz ist jetzt, glaube ich, auch recht gut. Es fühlt sich natürlich an. Und mein Schnappfinger, Symptom meines fehlerhaften Handverhaltens, ist fast weg.
      Cheers, JS