CIK - CrossInline-Kiten

      CIK - CrossInline-Kiten

      Nachdem ich mich ja nun schon ein paar Monate auf diesem Feld bewege, hier mal ein Bericht zu dieser „windigen“ Cross-Rollsport-Variante:

      Den Schirm, einen NasaStar3 als 2-Leiner mit 5,5qm von BornKite, habe ich mir im Oktober 2015 gekauft – und das CrossKiten war ja einst auch die Grundmotivation für die Anschaffung der 8“-Klosers. Ich kam zwar bislang nur zu etwa einem Duzend LandKite-Sessions, weil der ziemlich rare Wind in Bayern zudem oft nicht sehr konstant ist in Sachen Stärke, Richtung und …Verbleib – und ich hab halt auch nicht immer Zeit, aber ich hab an dieser Disziplin inzwischen richtig Geschmack gefunden! Anfangs machte ich mich natürlich erst festen Standes mit dem Handling des Lenkdrachens vertraut und sammelte dann erste Erfahrungen sonntags auf leeren Einkaufscenter-Parkplätzen mit den Coyoten, aber seit gut einem Jahr laufe ich 8-zöllig offroad unter Segel. Im März hab ich das Pilotieren dann mittels eines Kitesurf-Crashkurses auf Mauritius verbessern können und inzwischen hab ich’s ganz gut raus, den Kite „blind“ in Sinuskurven durchs Windfenster zu fliegen und effektiv Zug zu generieren. Kürzlich habe ich mir auch noch einen 7qm-NS3 dazugekauft – der zieht nochmal deutlich kräftiger bei mäßig starkem Wind. Für zu heftige Böen haben die Teile eine Depower-Funktion, die ad hoc den Druck aus dem Kite nimmt – bis hin zum kontrollierten „Absturz“, der bei einem reinen Textil-Segel ohne Streben o.ä. keine Konsequenzen hat.

      Als ehemaliger Windsurfer ist es mir ein wohliges flashback, mal wieder die Gewalt der Luftströmungen in den Händen zu spüren und in Tempo umzusetzen – wobei… allzu schnell werde ich auf Wiesen eh nicht mit meinen 6 RLS-speedreducern und das will ich auch gar nicht werden! Grad mal so flott wie ein einigermaßen sportlicher Radler… und ohne Sprungambitionen, denn ich springe weder auf Gras, Schnee noch Wasser, weil Sprünge in Verbindung mit speed das Sturz- und Verletzungsrisiko extrem hochtreiben - ich seh's in den jeweiligen Ski-Clubs! Ich bleib am Boden und dazu langt so ein light-Kite, sonst bräuchte ich auch noch ein Trapez… und das hab ich schon damals als Windsurfer nicht mitgemacht.

      Ich habe beide Schirme stets im Auto, um bei Wind ggf. auch mal Mittagspausen einfach zum Pilotieren ohne Skates zu nutzen, was bei einem Fetzn-Wind schon auch eine Fetzn-Gaudi ist. So ein NasaStar ist in 30 Sekunden flugbereit: nur die Leinen an die Bar knüpfen, das Teil gen Lee schmeißen und schon füllt es sich und… los geht‘s! Einpacken analog – je nach Sorg“falt“: wenn ich alles sauber wieder zusammenfalte: 2 Minuten; wenn der Wind das zu sehr erschwert, schmeiß ich den ganzen Knäuel im depowerten Zustand in den Kofferraum (10 Sek.) und räume ihn daheim oder bei Windstille auf. Der ganze Zinnober mit pumpen, 2-Mann-Launch und Zusammenpacken wie bei den Matten entfällt hier.

      Und der absolute Vorteil dieser kurzen Kites ist, daß man mit den 4m-Leinen problemlos unter den Stromleitungen durchkommt – ich könnte sie nicht mal erreichen, wenn ich sie anspringen wollte. Ein weiterer ist, daß die Landwirte mit dieser kompakten Erscheinung auf ihren Wiesen wohl weniger ein Problem haben als bei den hochfliegenden Kite-Matten – jedenfalls sind auch schon 2 Mal welche an mir vorbeigetrekkert, ohne mich zu behelligen. In einschlägigen Foren ist zu lesen, daß bei den 19qm-Kites an den 24m-Leinen die Reaktionen meist anders ausfallen. Einen Bauern habe ich mal angesprochen und tatsächlich die Erlaubnis bekommen, nach dem ersten Mähen im Jahr (nur das brächte gutes Heu) bei jeweils niedrigem Gras über seine Wiese zu fetzen – leider ist der spot nicht grade ideal, weil luvseitig eine lückige Baumreihe den Wind verwirbelt und leeseitig die ganze Fläche von einer viel befahrenen Straße aus einsehbar ist (ich will kein großes Aufsehen erregen und keine Aufmerksamkeit ablenken). Von den bislang entdeckten, idealen Grasflächen, weitab von Straßen mitten zwischen Äckern und mit freiem Windzugang, läßt sich der Besitzer so einfach eh nicht ausmachen… wenn einer kommt,… reden wir.

      Insgesamt kann ich feststellen, daß die Klosers CrossInliner hierfür wie geschaffen sind: die 5cm breiten 200er Räder walzen sich über jede unterm Gras versteckte Unebenheit, der hohe Schaft der Coyote-boots garantiert stabilen Halt und ein mittiges Rad bessere Geländegängigkeit und Wendigkeit: ich kann damit Richtungswechsel ebenso flink vollziehen wie der kurzleinige Kite und durch flexibel verbreiterbare Spur die Böigkeit der Binnenwinde besser kompensieren.

      Tja, so gehöre ich nun auch zu denen, die nicht nur die Wetter-, sondern auch die Wind-Vorhersage studieren, um den ein oder anderen Tag möglichst mit einem zusätzlichen Highlight aufzuwerten. Nordic Cross-Skaten bleibt zwar mein primärer Rollsport, aber das kann ich schließlich auch bei unseren ausgedehnten Flauten machen… oder bei Regen… und wenn grad kein Slalom-Training ist… ;)

      Servus
      Hubert
      …hat die Segel gesetzt 8)
      KnightSkater
      Hallo Alf

      Danke für den Tip, aber diese keystone bar scheint mir eher für 4-Leiner und Trapez sinnvoll zu sein. Beim 2-Leiner ohne Trapez hat sie keine für mich erkennbaren Vorteile gegenüber der Serien-bar.

      Außerdem sind mir online-Shops, die Preise erst auf Anfrage ausgeben, grundsätzlich suspekt. Ich konnte jedenfalls im Netz keine Angabe zum Preis finden – der scheint ein Geheimnis zu sein… und ich fürchte daher, er ist höher als der für den NS3.

      Servus
      Hubert
      KnightSkater
      Hallo

      Heute hat’s mal wieder geklappt: bei einigermaßen stetigem Wind und trockenem Wetter kam ich endlich wieder zum CrossKiten! Es waren zwar (zum Glück) dann doch nicht die 7bft, die in Spitze vorausgesagt waren, aber es langte für eine spaßige Session bis zum Sonnenuntergang:



      Ich hoffe auf mehrere solcher Tage im Herbst und ggf. Winter! :rolleyes:

      Servus
      Hubert
      KnightSkater