Vom Hudeln kommen die Kinder ... oder so

      Vom Hudeln kommen die Kinder ... oder so

      Erkenntnis meiner gestrigen Trainingseinheit: ich werde zu schnell.

      Ein paar Schritte 2:1, dann bin ich zu schnell und komm nicht mehr mit. Also noch 2x Doppelstockschub weils grad so schön rollt, dann ausrollen lassen und das Ganze von vorne.

      Welche Technikübung oder sonstige Übung würde ihr mir empfehlen um das in den Griff zu bekommen?

      Liebe Grüße
      Dio
      Ich hab mal mein Handy geschnappt und es an einen Mistkübel geklemmt um ein paar Aufnahmen zu machen. Meine persönlich Analyse brachte drei Dinge:

      - Ich mach seltsamte Ruderbewegung mit den Armen - nach dem Stockeinsatz führe ich sie nicht gerade nach vorne sondern über die Seite
      - Ich führe meine Skates zwar schön unter den Körper zurück, setze sie dann aber dennoch wieder weiter außen auf
      - meine Rollphasen sind sehr kurz.

      Letzteres halte ich für das Hauptproblem. Nun hab ich die Übung gefunden, jede dritte Rollphase bewusst lang zu machen um das zu üben - aber ich schaff das nicht. Sind alle gleich lang, egas was ich mache. Gibt es dafür eine Vorübung?

      Liebe Grüße
      Dio
      Hallo Dio

      A bißerl verwirrt bin ich jetzt schon: im einen Beitrag schreibst du, daß die Skates bei Doppelstock nur 2 Meter weit rollen, nun isses dir zu schnell…
      Ich kann es nur so verstehen, daß dir die Bewegungsabläufe zu rasant vonstattengehen und du mit dem Stockeinsatz nicht nachkommst – darauf weist auch deine Selbstdiagnose „kurze Rollphase“ hin. Stimmt’s?

      Klar, der Skatingschritt „steht und fällt“ mit der Rollphase: ist sie zu kurz, weil man den Schwerpunkt zu weit innen ließ und so gleich wieder nach innen zu kippen droht, dann isses eher ein hektischer, abgehakter Prozess – und die Arme tun sich schwer, im Rhythmus zu bleiben. Um mehr Sicherheit bei der Gewichtsverlagerung zu erlangen empfiehlt sich, die Rollphase ohne Stöcke zu üben. Nicht grade einfach bei den richtungsstarren Cross Skates, aber man lernt so den dem Tempo angepaßten Aufsetzwinkel einzuengen, die Knie für kleine Korrekturen einzusetzen und länger auf dem Gleitfuß zu bleiben. Damit hat man mehr Zeit, den Abdruckfuß entspannter heranzuholen und wiederum sauber aufzusetzen – der Prozess wird flüssiger und auch die Synchronisierung der Oberkörper-Aktivität wird leichter.

      Ich unterstütze die These, daß sauberer Skatingschritt und richtige Stocktechnik am effektivsten getrennt eingeübt werden - für die Stocktechnik-Übungen bleiben dafür die Füße still (parallel) beim Doppelstockschub, egal ob mit oder ohne Skates… dazu hier mehr.
      Wenn beides für sich einigermaßen paßt, läßt sich’s spielend zusammenführen und dann auch synchron anwenden. Und das muß sich nicht über Stunden ziehen… 15 min. DSS und 15 min. stockloses Skaten langt für konzentrierte Stil-Optimierung, danach tut man sich leichter mit der Koordination.

      Ansonsten gibt’s reichlich Trockenübungen zur Balance auf einem Bein, die man daheim machen kann: beim Zähneputzen, Gartengießen, …Yoga ;)
      Viel Spaß!

      Servus
      Hubert
      KnightSkater
      Hallo Hubert,

      nun, nachdem die Skates auf einmal losgedüst sind, als ich sie im Auto ordentlich durchgeglüht habe, sind sie eher leichtläufig geblieben und nicht mehr langsam geworden.

      Mit meiner Balance ist auch soweit alles in Ordnung, solange ich nicht auf den Skates stehe (ich mach ja Yoga und so).

      Danke für die Übungen - ich werds beim nächsten Mal anwenden. Ich hoffe das da endlich was weitergeht, denn ich bin grad echt ungeduldig.

      Liebe Grüße
      Dio
      Hallo Dio

      Ansonsten bleibt dir noch die Option, deinen Trainer vom April-Kurs zu fragen, ob er dir nochmal ein Stünderl für dein spezielles Problem geben könnte. Lieber eine gebührenpflichtige Lehrstunde mit hohen Erfolgschancen als sich wochenlang autodidaktisch rumärgern, …wär‘ dazu meine Devise!

      Oder du schnappst dir einen der 10 Wiener Skater, die in unserer Mitgliederkarte zu finden sind – zumindest nick-namentlich.

      Servus
      Hubert
      KnightSkater
      Unweit von mir zu Hause gibt es eine 400m lange Strecke (Rad und Gehweg), gerade, eben, sehr wenig benützt und mit babyzartem Asphalt. Die hab ich zur Techniktrainingstrecke erkoren und gestern gleich losgelegt - 3 Längen Doppelstockschub und 3 Längen ohne Stecken im Wechsel.

      Doppelstockschub geht gut und ohne die Beine mach ich auch keine Ruderbewegung mit den Armen. Ich hab mir hierzu dieses Video als Anleitung genommen: . Nix tut weh, nix ist überanstrengt nur der Puls geht hoch.

      Fahren ohne Stecken sieht schon anders aus - da verspannen noch viele Muskeln und es fühlt sich nicht rund an. Auch bin ich zu weit vorne mit dem Oberkörper. Da werd ich also das Training intensivieren müssen.

      Was ich auch noch rausgefunden hab: Die Ruderbewegung mit den Armen entsteht einerseits aus der Angst, dass die Stockspitzen mit den Skates in Berührung kommen und andererseits um meine Oberschenkel zu "umrunden", die ja beim Skatingschritt nicht hübsch nebeneinander stehen. Um die Stocktechnik auf den Skatingschritt zu übertragen muss ich mir noch etwas einfallen lassen.

      Was auf jeden fall sofort bemerkbar war nach den 6 Längen: ich stand gefühlt sicherer auf den Skates. Danke für die Hinweise, sie waren/sind sehr hilfreich.

      Ich hoffe ich langweile nicht mit meinen Posts!

      Liebe Grüße
      Dio
      Hallo Bij@n

      …wobei ich behaupte, daß man bei allen klassischen Techniken den Stock durchaus so weit vorn einstechen darf. Sicherheitstechnisch ist es überhaupt nicht relevant, da man mit parallel geführten Skates wohl kaum einfädeln kann. Prozesstechnisch empfinde ich die anfänglich entlastende Wirkung durch Druck auf den fast noch senkrechten Stock als angenehm Anschub-unterstützend… grade im Gelände (wo übrigens nix „knallt“), denn da rollt sich’s schwerer und man muß mit jedem Doppelstockschub wieder von ziemlich weit unten rauf beschleunigen. Das ist auch der Grund, warum ich beim DSS meist einen RLS-Zwischenschritt dazwischenschalte – da bleib ich besser „im Fluß“ und die Rumpfmuskulatur dankt mir die variablere Belastung.

      Beim Skating jedoch ist es ein no-go, die Stöcke vor der Vorderachse aufzusetzen – hinsichtlich Sicherheit wie auch Prozess! Da hast du schon Recht!

      Servus
      Hubert
      KnightSkater
      Stimmt; beim Doppelstockschub ohne Skaten geht das sehr gut.
      Wenn ich dagegen "speedig" auf Asphalt skate, gehören die Spitzen weit nach hinten.
      Übrigens hatte ich vor ein paar Stunden einen schweren Sturz wegen Einfädeln.
      Einmal unkonzentriert und schon kann es passieren.
      Nix, mit schöne Landschaft gucken... :S

      ciao, Bij@n
      Vorwärts immer; rückwärts nimmer!
      (Wahlspruch der Rücklaufsperren)
      Die Erkenntnis der gestrigen Übungseinheit: Mein Stockeinsatz kommt beim 2:1 viel zu spät. Wenn ich die verschiedenen Videos auf Youtube richtig interpretiere, dann erfolgt der Stockeinsatz immer gleichzeitig mit dem Bodenkontakt des hinteren Rades.

      Bei mir war der Stockeinsatz erst später, wo natürlich das Bein schon weiter außen war und daher auch keine gerade Bewegung mit den Armen und Stecken.

      Nun ist aber Pause fürs Wochenende. Ich dafür mal mein Paddel ins Donauwasser - Ausgleichssport zum Ausgleichssport.

      Liebe Grüße
      Dio