Klosers... 200/150mm-Kombi-Skates

      Klosers... 200/150mm-Kombi-Skates

      Hallo Sven “Kloser”

      Willkommen im Forum!
      (Habe das Thema mal in einen separaten thread rübergeholt).

      Das ist ja interessant – bist du denn im swiss-offroad-kjöring.ch-Team oder in einem der aktiven Offroad-Kjöring-Clubs? Auf jeden Fall verstehe ich es so, daß du vorher die Coyoten gelaufen hast und - wie ich auch - bedauerst, daß diese robusten und wendigen Skates längst vom Markt verschwunden sind.

      Deine Klosers sehen grundsätzlich sehr interessant aus - eine Verschmelzung der 3-rädrigen Cross-Inliner mit dem trendigen 200’er: die großen Vorderräder bügeln alles nieder, das 150’er Mittelrad verhindert Aufsetzen und erlaubt Vorderradentlastung, der boot ist zwischen-über den Rädern, was den Radstand etwas verkürzt.

      Aus welchem Material ist denn der Rahmen? Für Alu sieht er etwas dünn aus und vor Allem ohne Konturverstärkung und Rahmenstege wie bei den Coyoten – wenn’s aber gestanztes und gebogenes Metall ist mag das passen.
      Jedoch sieht’s bei den 44/45-boots auf dem Foto unten auf der Homepage schon ziemlich knapp zum Reifen aus – was ist bei Schuhgrößen umara 46? Legt man dann „Standerhöhungen“ unter? Und was natürlich heftig hemmend wirkt ist der Preis von 790 CHF… beim momentanen Wechselkurs von fast 1:1!

      Aber jetzt kommt die alles entscheidende Frage: wie sieht’s mit Bremsen aus? Ich weiß von Marco, daß Offroad-Kjöring stets ohne gefahren wird – da macht’s auch Sinn, wie beim Kiten. Für uns Nordic Crosser, die öffentliche Wege rollen, ist eine Bremse jedoch unerläßlich.

      However, den hätt ich trotzdem gerne mal probegelaufen, einfach um mal zu sehen, wieviel Rest-Wendigkeit die 200’er-Bereifung läßt!

      Zuletzt: ich hoffe, es ist ok, wenn wir das Bild deiner Klosers hier gepostet haben?! Merci!

      Servus
      Hubert
      KnightSkater
      Servus Hubert

      Es freut mich sehr dass über meinen Klosers gesprochen wird.
      Ich bin im Swiss-offroad-kjoering Verein dabei. Bin aber eher der Typ "Wettkampf" obwohl ich auch schon Show gefahren bin.

      Der Coyote war so ziemlich das einzige Modell auf dem Markt das Tauglich ist für unseren Sport. Zwei Showteamskater haben da auch noch was entwickelt mit zwei Rollen und einer Carbon-schiene (sehr teuer) ist aber meiner Ansicht nach für den Wettkampf nicht besonders geeignet da er zu wenig wendig ist.
      Die Klosers werden aus einem Speziellen Anticorodal-Alu gelasert und dann gebogen. Der Coyote ist aus Aludruckguss gefertigt weshalb er auch dies Stege benötigte.

      Um eine Grosse Schugrösse Verbauen zu können gibt es Adapterplatten welche unter den Schuh montiert werden können. Welchen Schuh allerding in welchen Grössen ohne Platten verbauen kann wird aber durch den Aufbau des Skates entschieden. Auf dem Bild mit der Grösse 44/45 siehst du zum Beispiel ein älteres Modell von Tecnica welches man sehr günstig gebraucht bekommen kann. Der Tecnica ist mit einer flachen Sohle. Der Fila NRK für welchen die Schiene auch optimiert ist hat da vorne und hinten wie zwei so kleine Absätze.

      Der Klosers Skate ist trotz des Längeren Radstandes und der grösseren Rollen als beim Coyoten um einiges wendiger als dieser. Mit dem Klosers ist es uns möglich den (je nach Einstellung) "Slalom" im Wettkampf mit einer wesentlich höheren Geschwindikeit zu bewältigen als noch mit den Coyoten. Das mag sicherlich zu einem Teil auch an den Stollenreifen liegen.

      Mit dem Preis von 790.- Fr. pro Paar werde ich sicher nicht reich (ich machs auch nur nebenbei). Du kannst gerne mal googlen was der Skate und die Rollen so kosten und bei einer "Kleinstserie" von erst mal 14 Paar kannst du dir vorstellen dass da bei den Händlern nicht viel Verhandlungsspielraum von wegen Rabatt und so ist. Die Schien ist so konstruiert dass eigentlich jeder Skate der eine 2-Schrauben-Befestigung hat montiert werden kann (Achtung: es gibt immer Ausnahmen). Man kann also auch die Schiene mit allen Rollen für 530.- Fr. kaufen und dann seinen "lieblingsschuh" montieren, wie zum Bsp. den Tecnica auf dem Bild den man bereits für ca. 30.- Fr. gebraucht bekommt.

      Das mit dem Testen ist Grunsätzlich möglich, habe drei Paar "Test-Miet-Schuhe" welche ich immer an den Offroadtrainings dabei habe.
      Bei dir wird es wohl etwas schwierig damit :-(. Du Wohnst ja nicht gerade ums Eck von uns.

      Gruss
      Sven (genannt Kloser)
      *WER HATS ERFUNDEN*
      Klosers
      Servus Sven

      Danke für die Erläuterungen zu deinem interessanten Produkt!
      Vorerst isses zwar nur ein Dialog zwischen uns zwei, weil ich hier so ziemlich der einzige überzeugte Cross-Inliner bin: ich habe separate Coyoten jeweils für Vario-Cross – also Skating-/Klassik-Kombi -, Nässe, Kite und Downhills, …aber die 200’er Cross-Räder könnten aktuell hier unter Umständen doch Reiz-Attribute sein, die den Radius des Interesses zu erweitern im Stande wären.
      „Wendigkeit“ ist wohl auch nur für einen überschaubaren Kreis hier ein Aufmerksamkeit weckender Begriff – für mich jedoch besonders, da der Slalom Teil meiner Lebensphilosophie ist und sie auch für meine spezielle Art der Ausübung des Cross-Skating Sports entscheidend ist: die engeren, gewundenen und wurzeldurchzogenen Waldpfade lassen sich mit dieser Eigenschaft in beiden Stil-Kategorien reaktionsflexibler befahren als mit der Richtungstreue der Cross-Skates – und sie ist unverzichtbar für die gecarvten Wiesenhang-Downhills, die ich mit den Coyoten so liebe.
      Aber ich habe ein Problem bei der Nachvollziehbarkeit deines Wendigkeits-Vergleichs zwischen Klosers und Coyoten: mein Verständnis von Physik weigert sich irgendwie, größere Räder in längerem Radstand als wendiger anzunehmen als kleinere Dimensionen ?( . Es sei denn, das Mittelrad wäre so weit runterversetzt, daß der lange Radstand in 2 sehr kurze geteilt wird und das Ganze bei versetztem Beinschluß auf weichem Boden wie ein Carver dreht – aber dann wär’s auf hartem Boden a bißerl arg kippelig. Nun, wie auch immer – es macht mich neugierig!

      Das mit dem Rahmen hast du auch hinreichend erklärt – mir gibt ein entscheidender Umstand das vollste Vertrauen in diese Konstruktion: …daß ihr damit über Rampen springt und rollend am Boden aufschlagt! 8)

      Nur auf eine Frage bist du gar nicht eingegangen: die nach der Bremse. Von meinen Coyoten-Paaren hat nur eins keine Bremsen: das fürs Kiten. Alle anderen sind beidseitig gebremst – wie auch der komplette Fuhrpark der meisten Skater hier. Diese Ausstattung ist sogar Vorgabe bei unseren Events, wie z.B. der Deutschland-Tour Cross-Skating-Biathlon… mit jährlich wachsendem 200’er-Starterfeld. Ich denke, in der Umgehung der Frage ist die Antwort zu finden: Bremsen sind bei den Klosers nicht vorgesehen, weil sie für ein ganz anderes Betätigungsfeld konstruiert sind. Ungünstig für ihre NCS-Verwendung ist halt, daß wegen der ganz speziellen Anordnung der Räder wahrscheinlich weder gängige Backenbrems-Systeme der Cross-Skates noch Trommelbremsen wie beim Coyoten anbringbar sind, was ohnehin schon die Sache zusätzlich verteuern würde – und bei Spezialkonstruktion erst recht! Soll jetzt auch kein Vorwurf sein, denn du hast dich und die Klosers ja hier erst vorgestellt, nachdem ich sie bildlich präsentiert habe.
      Oder solltest du dir vielleicht doch schon den einen oder anderen Gedanken über Bremsen gemacht haben? :whistling:

      Servus
      Hubert
      …bleibt neugierig 8o
      KnightSkater
      Servus Hubert

      Das mit den Bremsen habe ich vollkommen vergessen. Ja ich habe mir sehr wohl schon Gedanken über Bremsen gemacht und bin auch schon am tüfteln ;-). Allerdings gehen meine Ideen eher in Richtung V-Breaks wie bei Mountainboards. Die Wendigkeit kommt durch die Anordnung des mittleren Rades und die kann durch den Luftdruck sehr gut kontrolliert werden und ist somit auch auf Hartem Untergrund sehr gut Fahrbar.

      Gruss
      Sven
      *WER HATS ERFUNDEN*
      Klosers
      Hallo Sven

      Grade hab ich mich schlau gemacht zur “Mountainboard V-Bremse“: demnach wäre das eine Seilzug-Handbremse, die per Hand ausgelöst wird und somit permanent in der Hand zu halten ist. Falls dem so ist, wäre der Klosers für unsere Zwecke leider || unbrauchbar, weil wir als Nordic-Sportler eben die Stöcke in der Hand haben, um zusätzlichen Vorschub zu generieren. Ich weiß von früheren Ansätzen einzelner Bastler, solche Bremsen mit den Stockgriffen zu kombinieren, aber das konnte sich offenbar – für mich nachvollziehbar – nicht durchsetzen.
      Auf unseren Geländeskates machen nur Bremsen Sinn, die per Wadendruck (Sprunggelenks-Öffnung, indem der Fuß vorgeschoben wird) ausgelöst werden, wobei das Rad entweder direkt mittels Bremsbacken oder indirekt mittels Bremstrommel (Coyote) verzögert wird.

      ...aber vielleicht hast du ja eine ganz neue, innovative Idee…?! 8o

      Servus
      Hubert
      ...bevorzugt „freihändiges Bremsen“!
      KnightSkater
      Pünktlich zu meinem 10-jährigen NCS-Jubiläum hab ich ein NEUES KAPITEL aufgeschlagen:
      Ich habe nun auch Klosers, die 200/150er Kombi-CrossInliner – und zwar, wie mir Sven bestätigte, die ersten, die auf nicht-eidgenössischem Boden rollen. :D

      Gekauft als Schiene - Rahmen mit Rädern - und selber den hochschaftigen Coyote-boot drauf-adaptiert mittels Alu-Standerhöhungen, wobei hier wegen der stark unterschiedlichen Lochabstände auch das mittlere Sohlenloch zur Vermeidung von Verdrehung genutzt wird. Die Standerhöhungen haben oben und unten Langloch-Platten, wodurch ich die Standposition von ganz vorne (wie im Bild) um 4,5 cm nach hinten variieren kann.


      Zur Verwendung: primär hab ich sie mir zum Cross-Kiten eingebildet. Da haben die breiten Reifen beim schnellen „Flug“ über die z.T. arg ruppigen Wiesen einen Mega-Vorteil, das Mittelrad sorgt wie schon bei den Coyoten für Wendigkeit und Stand-backup beim Rollen über Bodenlöcher, womit das Vorderrad darin nicht hängenbleibt. Mit den 150er-CrossInlinern muß man jedoch bei speed extrem konzentriert die 5m Boden vor dem Vorderrad auf im Gras verborgene Hindernisse abscannen – da erhoffe ich mir erhebliche Entspannung, weil die 200er alles plätten, was sich im knöchelhohen Grün verstecken kann. Einen CID-Abhang gehe ich vor den downhills halt einmal hoch, um Widrigkeiten zu erkennen und zu beseitigen, aber ich kann nicht eine ganze Wiese absuchen.

      Sekundär will ich damit aber dann auch mit Stöcken über nassweichen Waldboden laufen, aber für NCT oder PCC braucht‘s noch Bremsen und vor Allem Rücklaufsperren – ich freu mich auf die Klassik-Session mit Rückschritt-Abdruck über dieses mega-griffige Offroad-Reifenprofil! Die Bremse läßt sich mit dem Coyote-Stiefel leicht aus meinem outframe-Bremssattel ableiten... und in Sachen RLS erhalte ich aktuell Unterstützung vom Michi aus Bad Aibling - Danke! :thumbup:

      Laufen tun sie jedenfalls pfundig, komfortabel und wendig; der ultimative Test steht aber noch aus – einerseits mangels Cross-Ausstattung, andererseits mangels …Wind!

      Servus
      Hubert
      … hätt‘ jetzt gern ´ne steife Ostsee-Brise 8o
      KnightSkater
      Hallo

      Ja, die Versuchung war zu verführerisch, Erik :D !

      Getestet habe ich sie auch schon... im "von-der-Stange"-Modus. Es war auf manchem Areal, auf dem 150er eine gewisse Konzentration erfordern, eine "glatte" Offenbarung... was die Störungsunempfindlichkeit und somit Entspannung betrifft. Allerdings wäre ich fast in eine Route gestartet, für die ich nach einem Zwangs-downhill definitiv die Bremse benötigt hätte - fiel mir grade noch ein, daß ich ja vorübergehend unstoppable bin! So nahm ich dann die Alternativrunde, die z.T. über Wiese geht - ging auch fantastisch zu rollen!

      Inzwischen sind Rücklaufsperre und Bremse angepasst - zu beiden Modulen sind die entsprechenden Adapter wie z.B. Spacer und Halterungen in Arbeit.

      Bald gibt's hier die Mega-Crosser zu sehen...

      Servus
      Hubert

      Ach ja: und den ersten Platten hatte ich auch schon - erstaunlich: nicht mal bei den 200ern fiel das gleich auf. Erst das schwammige Gefühl am Hinterrad ließ es mich irgendwann erkennen. Dann einfach Vorderfußbelastung beim Skaten und per Vorder- und Mittelrad kommst du mit fast ungetrübtem Spaß streßfrei heim!
      KnightSkater
      und so schau’n sie jetzt aus – die SRB-Rücklaufsperren sind vorne dran und funktionieren fantastisch! Habe dazu extra Außenspacer anfertigen lassen und ein paar plattgefeilte Skike-Sperrhebel geben der Sache Halt.
      Auch die Bremsen sind bereits mittels maßgefertigten Adaptern montiert – dazu konnte ich auf meine gesinterte Bremssattel-Konstruktion zurückgreifen, die ich schon seit Jahren an den Regen-Coyoten habe.
      Zudem habe ich den Serienrädern Innenspacer verpaßt – jetzt laufen auch die wunderbar.

      Erste Testläufe ließen mich bereits frohlocken – der hohe, weitestgehend nach vorn verschobene Stand ermöglicht ein direktes Kippen übers Vorderrad und erlaubt somit volle Abdruckkraft beim Klassik-Schritt. Das geht ordentlich ab! Skating ist durch den hohen Schaft der Coyote-Stiefel trotz der Standhöhe ein Genuß auf jedem Untergrund – es ist ein „erhebendes“ Rollgefühl!

      Bin nun ein paar Tage in den Bergen und werde die Teile dort gezielt strapazieren – mal schau’n, ob’s hält und wo vielleicht noch a bißerl optimiert werden muß.

      Servus
      Hubert
      KnightSkater
      Servus Hubert!
      Seit dem ich auf Rollen stehen, habe ich mir so einen Skate gewünscht.
      Danke für deine unermüdliche Pionier Arbeit!

      Den Klosers Rahmen habe ich schon in Auftrag gegeben.

      Mangels Coyoten muss ich aber eine andere Schuh- und Bremsvariante finden.
      Trotzdem träume ich schon davon, meine MTB Hausrunde mit den Monster Skates zu rocken.

      Ich freue mich schon auf deinen nächsten Erfahrungsbericht.
      Grüße vom Michi Hohmann

      Skating Schule - Shop - Verleih - Lauftreff
      Cross-Skater.de
      Hallo Conni

      Danke – wobei… in diesem Sport-Forum fühle ich mich als Könner unter Könnern! Jeder KANN… seinen Spaß bei seiner persönlichen Note in der Ausübung unseres gemeinsamen Steckenpferdchens haben.

      Und was die „Leichtigkeit“ betrifft – das macht neben meiner sicher nicht verleugbaren all-you-can-ski-Software die erwähnte Entspannung, die die 200er auf Naturboden bewirken: da rollt’s auch noch über weicheren Naturboden mit Restfeuchte!
      Besonders begeistert mich jedoch die bemerkenswerte Wendigkeit durch das Mittelrad - man kann über dessen Luftdruck die Wirkung steuern, da es um 0,5 cm weiter nach unten reicht als die 200er: prall bringt‘s tatsächlich die Wendigkeit des geteilten Radstandes (wie oben im Frühjahr 2015 schon vermutet), schlaff bleibt‘s brav richtungsstabil. Ich laufe es aktuell mit 3 bar und habe damit bei Standbelastung kein Kippen und im Lauf eine gute Führung, bei Schräglage kann ich allerdings den Carving-Effekt nutzen wie bei der Taillierung eines Alpin-Ski: mit Vorlage in den Turn, mit leichter Hecklast raus - und es dreht dich in die Kurve rein. Hierbei unterstützt auch noch, daß das tieferliegende 150er Mittelrad schmäler ist als die 200er, so hat man in Schräglage automatisch eine gebogene Linie über die 3 Bodenkontaktflächen.

      Wie auch immer… es macht riesig Spaß! Eine kleine Optimierung ist mir noch eingefallen :whistling: , die die Teile für klassischen Einsatz noch effektiver 8o machen, aber generell übertreffen die gepimpten Klosers eh jetzt schon meine Erwartungen.

      Servus
      Hubert
      ... kommt grad vom Grasskifahren :thumbsup:
      KnightSkater
      Vielleicht was fur Powerslide das nachste Mal

      Man merkt das es schnell ist.
      Was wiegt einen Skate ?

      Bananen Rahmen ist das Wendigste, und Schneeski ahnlichste Rahmen Es ist eine gute Nachricht dass es MIT 3 Radern auch funktionniert es hat Zukunft
      Vielleicht kann man MIT mehr Drucke in der Mitte das selbe mit SUV machen ?
      So – die Alpin-Testtour der Klosers mit Rücklaufsperre und Bremse fand statt… und war rundum erfolgreich!

      Ich lief das Westufer des Achensees in Tirol von Pertisau Richtung Norden und schaffte es bis zur Gaisalm, wo das Schiff anlegt – welches ich zur Rückfahrt nehmen wollte.

      Auf dieser Strecke können nur ca. 50% tatsächlich im NCT-Sinn, also skatend oder klassisch, gerollt werden, denn im Gegensatz zum asphaltierten, ebenen und stark frequentierten Weg neben der Staatsstraße entlang des Ostufers ist der Weg am Westufer größtenteils ur-cross, unbefestigt, schmal, fels- und wurzeldurchzogen und teilweise in der Felswand verlaufend – für Radler verboten und Wanderer haben festes Schuhwerk zu tragen… so steht’s am Eingang und auch im Flyer. Es geht schließlich auch je nach Uferverlauf teils stark ansteigend über Landzungen hinweg und dahinter deftig runter – ein 3D-Pfad vom Feinsten! Auch Stufen sind enthalten – manchmal regelrechte Treppen. Insgesamt etwa 5 km, für die ich aber eine gute Stunde benötigte. Ein wunderschöner und abwechslungsreicher Pfad, genau richtig, um die Cross-Eignung meiner Ausrüstung ausgiebig zu testen.


      Ohne die hier mitgetesteten Module RLS und Bremse geht sowas gar nicht, soviel steht fest – und die grobstolligen, fetten Räder sind ebenso ein Muß. Mit dieser Ausstattung jedoch hat man tatsächlich jede Situation unter Kontrolle, denn die RLS erlaubt nicht nur den (Walking-)Schritt, womit ich quasi auf Fußgänger „umschalten“ kann, sie schließt auch das plötzliche nach-hinten-Wegrollen aus, was in Grenzsituationen wie z.B. Felssteig verläßlichst garantiert sein muß. Die Bremse tut Gleiches in die andere Richtung: in Verbindung mit den Stollenreifen kann ich steile, enge Absteige kontrolliert runterrollen. Insgesamt war ich verblüfft, wie fantastisch der Grip dieser Reifen war: besser als jeder Wanderschuh – ganz zu schweigen von dem Schuhwerk, mit welchem mancher der wenigen Entgegenkommenden daherkam. Stollen + RLS + Bremse: damit bist du auch noch auf hängendem Fels verankert!
      Und dann hatte ich ja auch noch die Stöcke, die mir mit ihren 185cm erlaubten, „große Schritte“ über Vorsprünge zu unterstützen – rauf wie runter (,solange man nur linearen Druck drauf gibt). Zudem waren mir meine Zusatzgriffe auf Walkingstock-Höhe eine hervorragende Hilfe bei Anstiegen und NW-Passagen.
      Kurzum: diese Route bot alles, was man als Kriterium für Alpin-CrossSkating ansetzen kann – und die Cross-getunten Klosers haben den Test mit Bravour bestanden, ebenso wie die SRB-RLS und meine Bremskonstruktion jeweils für sich.

      Aber…: der ein oder andere mag schon geschluckt haben – und ja: hätte ich gewußt, wie krass der Weg sich nach den ersten Kilometern zum höchst anspruchsvollen, engen und ungesicherten 3D-Pfad entwickelt, ich hätt‘ wohl „die Zehen davon gelassen“. Eine Felswand passierte ich auf schmalstem, in den Fels gehauenem Grat mit der Berghand am Führungs-Stahlseil und den Stöcken in der Tal- bzw. Abhanghand. Die paar Wanderer, denen ich begegnete, die traf halb der Schlag, als sie die Rollen entdeckten -, zwei ließen es sich erklären und verstanden dann halbwegs, was mich mich dort so sicher bewegen ließ. Einer fragte, aus welchem Film ich käme – ich antwortete: „Wetten daß...?!“.

      Nichtsdestotrotz hat’s mordsmäßig Spaß gemacht und ich wäre selbstverständlich schon früh umgekehrt, wenn ich nicht voll überzeugt gewesen wäre, daß diese Ausrüstung das packt.

      Leider stellte ich dann an der Gaisalm fest, daß ich das letzte Schiff verpaßt hatte! Entgegen dem Flyer, der bis 30.10. Sommerfahrplan versprach, war auf der Infotafel am Schiffsanlegeplatz bereits der Winterplan angeschlagen – und sogar die Wirtsleut waren mit dem letzten Schiff, der einzigen (!) Verkehrsverbindung dorthin, entfleucht. Ein Weiterlaufen Richtung Achenkirch war angesichts der etwa 200-stufigen Treppe ohne Geländer über den nächsten Felsen rauf wie dahinter runter undenkbar und der Rückweg somit unausweichlich. Der war dann nicht mehr ganz so freudvoll, aber gemächlich, mit bedachtem „Schritt“ und mehr Pausen zur Erhaltung der physischen und mentalen Kräfte hab ich’s schließlich in knapp 2 Stunden heimgeschafft.

      Kurz vor dem Ziel sah ich am rechten Skate, daß die äußere Fixierungsschraube der Achse – und RLS – fehlte, lief ein paar Meter zurück und fand tatsächlich alle Scheiben, den Sperrhebel und die Schraube… letztere war jedoch abgedreht und der Bolzen steckte im Achsgewinde. Da die Achse jedoch mit dem Rahmen außen bündig endet und der Klosers-Rahmen so starr ist, daß er sich nur mit hohem Kraftaufwand zur Aufnahme der SRB-RLS spreizen läßt, lief ich den letzten, moderat-crossen Kilometer noch skatend durch – es hielt. Da die Schraube nicht die originale war, kann ich das auch nicht der SRB-RLS direkt anlasten, aber ein ursächlich verantwortliches Manko stellte ich fest, welches ich separat anderswo noch anführen werde.

      Die Strecke verläuft zwar stets am See entlang, aber mit den ganzen Auf und Ab’s kam ich hin und zurück auf mindestens 200 Höhenmeter – in Anlehnung an die Angabe im Flyer zur Gesamt-Umrundung des Achensees mit 171 Hm… mit den Haupt-Ausschlägen in genau dem von mir doppelt berollten Abschnitt.

      :!: Und hier noch der „Disclaimer“: dies ist ausdrücklich KEINE Tour-Empfehlung – im Gegenteil…!!! :!:

      Servus
      Hubert
      …war lang nicht mehr sooo fertig nach einer Tour :P
      KnightSkater

      KnightSkater schrieb:

      Die paar Wanderer, denen ich begegnete, die traf halb der Schlag, als sie die Rollen entdeckten -, zwei ließen es sich erklären und verstanden dann halbwegs, was mich mich dort so sicher bewegen ließ. Einer fragte, aus welchem Film ich käme – ich antwortete: „Wetten daß...?!“.


      Hubert wäre nicht Hubert wenn er nicht eine passende Antwort parat hätte :thumbsup:
      Interessant. @Hubert: Was wiegt ein Kloser mit Rücklaufsperren und Bremse jetzt? 200er-Reifen verwendest du jedenfalls die derzeit leichtesten mit rund 220g per Stk. und das mittlere 150er-Rad ist ebenfalls eines der leichtesten, die es gibt, soweit ich das erkennen kann....?

      Den Rennsteig hattest du für 2016 bereits abgehackt. Wie sieht es mit 2017 aus?
      sportliche Grüße
      Otto
      (skike-Erfinder und Mitentwickler)
      skiken.at
      Hallo…

      …Alf, wer da mit dem MB entlangfährt, der ist entweder lebensmüde oder auch im Stillstand kippsicher. Als Skater habe ich die variable, rechteckige Bodenkontaktfläche von 4 Punkten (über 6 Räder), die mir zwischendrin einen Verschnauf-Stopp erlaubt – der Radfahrer braucht im Allgemeinen zumindest ein geringes Tempo fürs Gleichgewicht – es sei denn, er hat Stützräder! 8o
      Ich dachte ja bei der Einfahrt noch, das Radfahrer-Verbot sei wegen der z.T. engeren Passagen zum Schutz der (Pseudo-)Wanderer vor permanenter Belästigung verhängt – ich weiß es jetzt anders!

      … Steffen, das mit dem „Wetten daß…?!“ kam zum Amüsement des Passanten ad hoc raus. Tatsächlich war’s insofern gar nicht mal so spontan wie sich’s anhörte, weil ich mir vorher nach einem Steilhang sagte, daß ich mich damit wohl locker bewerben könnte! ^^

      …Otto, ein Kloser wiegt gut 4,5 kg - mit Coyote-boot, RLS, Bremse, customized Spacern + Adaptern etc… und wenn ich ihn ausziehe hat er 5 kg <X ! Aber wenn ich bei der Realisierung auf eines nicht geachtet habe, war’s das Gewicht! Für meine Buckelpisten-Camps trainiere ich seit Jahren die Schnellkraft bei der Kompression durch Hochziehen beider Beine per Achselstütze – beim Zähneputzen Gleiches einbeinig. Gewicht ist m.E. relativ: ich hab netto 95kg, da sind die 9,5kg des Paares „geringfügige“ 10% - und ein entsprechender Collateral-Nutzen hinsichtlich Trainingseffektivität.
      Gewicht ist nichts, was ich bewußt wahrnehme: am Montag waren die Klosers am Fuß, gestern die Coyoten mit je 3,6kg, am Freitag davor die Skike V07 Plus (mit Gattin) und davor die PS SUV Met, beides mit 2,x kg – ich stelle mich ad hoc auf das gewählte Gerät ein, „kalibriere“ meine Technikprozesse und… laufe. Ich kenne das immer schon so vom Skifahren: je nach Veränderung der Bedingungen wechsle ich bis zu 4x je Skitag das Gerät, um mit anderen Prozessen (Carving, Kurzschwung, Firngleiten,…) versteckte Reserven zu mobilisieren. Und überhaupt… wenn du einem Skifahrer sagst, was dein Nordicboard-Monoski wiegt, schluckt der auch erst mal :S , oder?! …bis er realisiert, daß man’s ja mit der Kraft beider Beine kontrolliert – alles relativ, gell. ;)

      Gewicht sparen will in erster Linie, wer auf Zeit fährt – das leuchtet mir ein. Und eine Optimierung hat daher meist eine Reduzierung um ein paar Gramm zum Ziel - meine geplante Optimierung an den Klosers bringt gleich nochmal ein paar Dekagramm…Erhöhung: das nach unten überstehende Mittelrad kriegt die V8-RLS, die aufwendigen Adapter sind schon in Auftrag. Die Skike-RLS gibt’s ja leider nur für 150’er Felgen – ich sag’s gern nochmal: ohne Skike-Offroad-Module :thumbsup: wären meine Coyoten nicht meine Coyoten und meine Klosers… wer weiß…!

      Rennsteig 2017? Meld dich einfach mal rechtzeitig, wenn du’s planst :thumbup: ! Reizen würde mich das schon, eine gemeinsame Mega-Cross-Session zu laufen – auch, wenn’s weit hin ist.

      Servus
      Hubert
      KnightSkater
      Hallo Hubert,

      da stockt mir der Atem. Ich kenne den Weg von Pertisau aus entlang des Sees.
      Ich wäre nie auf die Idee gekommen diesen mit Rollen anzugehen, geschweige denn noch zurück.
      Aber, das ist ja genau dein Ding.
      Das Enterprise-Prinzip...
      Regionen, die noch nie eine Rolle zuvor gesehen....
      Chapeau

      Gruß

      Conni
      Hallo Conni

      Merci.
      Landschaftlich eindrucksvoller und idyllischer Pfad, gell?! Drum hab ich ja so viele Pausen gemacht! ;)

      Ja mei – der Rückweg war so nicht geplant, sondern als eine entspannte Schifferlfahrt. Ich habe, wie ich nun feststellte, ein Sternchen am letzten Ablegetermin des Sommerfahrplans übersehen, welches in der Fußnote diesen nur bis So., 16.10. als gültig erklärt – ich war am 17.10. hinten! Pech…

      … aber als Genugtuung könnt‘ ich der Gaisalm nun den Werbeslogan zerschießen, daß sie nur per Schiff und zu Fuß erreichbar wären! :evil: :evil:

      Servus
      Hubert
      KnightSkater
      Habe gestern die Skike V8-RLS mittels Adapterblöcken mit Lochmaß-Reduzierung in die 150er Mittelräder meiner Klosers eingebaut:


      Heute getestet und – bingo! – das hat den Halt nochmal deutlich verbessert! Schließlich reicht dieses Mittelrad unter das Niveau der 200er und die V8-RLS ist höchst zuverlässig. Beim klassischen Zurückziehen des Skates aus der vorderen, fersenlastigen Position wird der erste Widerstand vom tieferen Mittelrad gehalten und der Abdruck in seiner stärksten Phase dann von beiden Rücklaufsperren gestemmt. Den rückwärtigen Klassik-Abdruck nach Abheben der Ferse hält die SRB-RLS problemlos alleine. Auch beim direkten Wiesenhang-uphill konnte ich das feststellen: bin heute meinen Hausberg mehrfach rauf und runter und hatte absoluten Gegenhalt - zumal 2 gesperrte Räder auch nicht mehr so leicht durchrutschen. Ach ja: …und die mittigen Mäntel haben natürlich meine bewährten selbstgeschnitzten Querrillen im Profil. ^^
      Tatsache ist, daß ich heute beim Test bewußt gnadenlos mit der hardware umgegangen bin und alles hielt – kein einseitiges Lösen der Sperrachse mehr! :thumbsup:

      Nichtsdestotrotz baue ich auf die im Ansatz erfolgreiche Intervention vom Michi bei SRB hinsichtlich Links-/Rechts-Gewinde! Schließlich hat nicht jeder 200er-Skate ein 150er Mittelrad, wo eine V8-RLS unterstützen kann. :rolleyes:

      Servus
      Hubert
      ... freut sich auf die nasse Zeit
      KnightSkater

      Klosers heißen jetzt MATSCHOS...

      Nachdem seit dem letzten update knapp ein Jahr vergangen ist, hier der aktuelle Status der 8“-CrossInliner:

      hochschaftiger Coyote-boot und feuchtigkeitsunempfindliche Bremsen wie gehabt, aber…

      …inzwischen sind alle Achsen rücklaufgesperrt, die jeweils vorderen SRB-RLS wurden verstärkt für maximalen Gegenhalt beim Klassik-Stil – und ebenfalls zu diesem Zweck ist der Stiefel so weit vorne, damit der Schritt direkt über der Vorderachse kippen kann.

      Diese CrossInliner sind nun mein Nonplusultra in Sachen Funktionalität, Robustheit und Zuverlässigkeit für witterungsunabhängige Forst- und Feldtouren im variablen Rolltechnik-Mix. Aufgrund der exzellenten Eignung auch für weicheren Naturboden spreche ich nunmehr von meinen „Matschos“, zumal sie nach den ganzen Modifikationen soweit von den „Klosers“ (nur der Rahmen ist übrig) und deren Ur-Zweck entfernt sind, daß eine Umbenennung angebracht ist.

      Für mein ursprüngliches Vorhaben, sie primär zum Crosskiten zu nutzen, spielt die krasse NCT-Ausrichtung keine nachteilige Rolle. Im Gegenteil: bei den bayrischen Luftströmungskapriolen brauch ich die Bremse, um beim plötzlichen VerschWINDen des natürlichen Vortriebes nicht auf den 4 Meter vor mir abgestürzten Lenkdrachen zu rollen und dabei die Leinen um die Achsen zu wickeln :cursing: – und die Rücklaufsperren erlauben mir in solchen Fällen Abdruck-Sprünge über das Knäuel und erleichtern schließlich den Rückweg, wenn die Luft entgegen aller Prognosen dann wieder steht… und steht… :/ ...und eben stet steht! Das hatte ich mir etwas anders vorgestellt… so wie z.B. an der Ostsee… obwohl, auch da hat’s ja quasi mit meinem Eintreffen am 21.9. ganze 4 Tage Total-Flaute gehabt! Vielleicht liegt’s ja doch an mir…??! ;( ?(

      Servus
      Hubert

      PS: am 25.9. mittags kam in Laboe dann endlich der Wind in küstentypischer Stärke und Konstanz und ich zu meinem erfolgsgekrönten Kitesurf-Erlebnis! :thumbsup:
      KnightSkater