Bitte um Tipps / Empfehlungen beim Stockkauf

      Bitte um Tipps / Empfehlungen beim Stockkauf

      Hallo,

      ich bin 193, 94 kg, 49 Jahre und brauche Stöcke, weil ich das Inlinern um das Nordic Skating (kein Cross) ergänzen will.
      Fahre recht ambitioniert, am Wochende ca. 50km als Tour, aber aufgrund des Alters übertreibe ich es nicht mehr :)
      Bin aber ein recht pingeliger Typ, d.h. Ausrüstung muss gut und angenehm sein.

      Länge:
      - sollte ich anfangs nicht mit einem Vario Stock anfangen oder kann man gleich mit der "endgültigen" Länge loslegen? Ich denke ich werde bei 1.80cm landen.
      Als Vario Stock soll der KV+ KVplus Roll Vario Stock gut sein, weil leicht. Leicht ist ja wichtig, wenn man die Dinger über Stunden in der Hand hat.

      Spitzen:
      gleich die KVplus Vid Tip Antishockspitze, weil nur diese auf der Straße Halt gibt?

      Schlaufen:
      und dann liest man immer wieder von Schlaufen, die sich selbständig lösen (beim Aufsetzen), gleich die Exel-ALIS-Griffe dranmachen?

      Vielleicht kann mir der ein oder andere einen Hinweis geben, weil man die Dinger hier am Bodensee nicht ausleihen und testen kann.

      Vielen Dank!!!
      Ulrich
      Hallo

      Ich steh manchmal auf dem Schlauch und möchte das gern begreifen.

      brenner19 schrieb:

      Hallo Bernd.. habe null Erfahrungen mit Stöcken und Inliner, möchte nicht auf Cross-Skating erweitern

      Du möchtest mit Nordic Blading anfangen?
      aber;

      brenner19 schrieb:

      Fahre recht ambitioniert, am Wochende ca. 50km als Tour,..


      Was fährst du?
      Oder stellst du dir das so vor, zu fahren?

      Gruß
      Bernd

      Bernd.G schrieb:

      Ich steh manchmal auf dem Schlauch

      @ Bernd: Ja, immer wenn Du auf Cross-Skates stehst ...

      Ich verstehe das so: Ein ambitionierter Inline-Skater, der Touren von 50 km (ohne Stöcke) macht, möchte mit Stöcken noch mehr für seine Gesamtmuskulatur machen.

      Allerdings meine ich: Mit Stöcken macht es nur Sinn, wenn man die Inliner langsamer macht, z.Bsp. mit Bremsrollen. Ansonsten ist die Geschwindigkeit mit z.Tl. weit über 20 km/h viel zu hoch, als dass man die Stöcke noch vernünftig einsetzen kann. Die berühren bei diesem Tempo nur ganz kurz den Boden und können den Schub fast nicht mehr übertragen. Die Stöcke müssen ja dann auch erst mal über 20 km/h nach hinten beschleunigt werden, nur zum Aufsetzen.

      Wenn man die Stöcke dazu nutzen will, mit Inlinern bergauf zu fahren macht das wirklich Sinn. Allerdings muss man ja überall auch wieder runter und dazu sind die Inliner-Bremsen und auch der T-Stop gar schlecht geeignet.

      Also Bremsrollen an die Inliner oder gleich Cross-Skates, die langsamer und für bergab mit vernünftigen Bremsen ausgestattet sind.

      Jetzt habe ich hallerdings das Ziel verfehlt! Die Frage war ja, welches die besten Stöcke sind ...
      :) Franz
      Servus Ulrich

      Der Franz trifft’s exakt:

      sams schrieb:

      Allerdings meine ich: Mit Stöcken macht es nur Sinn, wenn man die Inliner langsamer macht, z.Bsp. mit Bremsrollen. Ansonsten ist die Geschwindigkeit mit z.Tl. weit über 20 km/h viel zu hoch, als dass man die Stöcke noch vernünftig einsetzen kann. Die berühren bei diesem Tempo nur ganz kurz den Boden und können den Schub fast nicht mehr übertragen. Die Stöcke müssen ja dann auch erst mal über 20 km/h nach hinten beschleunigt werden, nur zum Aufsetzen.


      Inliner – wie auch (Un-)Cross-Skates mit PU-Rollen - mit Stöcken ist m.E. nur was für ex-Speedskater, die auf Tempo einfach nicht verzichten können, weil sie darin das einzige Leistungsmerkmal sehen. Der Stockeinsatz ist bei Inliner-Geschwindigkeiten auf Kunstboden so unsinnig wie ein Paddel am Motorboot – und birgt eigentlich nur das Risiko von Hängenbleibern und sonstigen Balancestörungen.
      Pseudo-Sinn macht’s allenfalls noch zum sukzessiven Erlernen der Schritt-/Stock-Koordination erst mal auf gewohntem Gerät, um dann auf luftbereifte Cross-Skates umzusteigen und die gemächlich im step 2 kennenzulernen. Auch bei gemäßigter Ausübung auf glatten Böden wäre das Tempo zu hoch für Nordic, drum schnalle ich mir meine Stöcke auf Asphalt-Abschnitten auf den Rücken und skate freihändig.

      Das verlinkte Video zeigt auch deutlich einen Anstieg, wie Franz auch schreibt:

      sams schrieb:

      Wenn man die Stöcke dazu nutzen will, mit Inlinern bergauf zu fahren macht das wirklich Sinn. Allerdings muss man ja überall auch wieder runter und dazu sind die Inliner-Bremsen und auch der T-Stop gar schlecht geeignet.


      Freilich kann jeder seine bevorzugte Variante laufen, aber wenn du hier nach Tipps frägst, weisen wir drauf hin!

      Hubert
      KnightSkater

      sams schrieb:

      @ Bernd: Ja, immer wenn Du auf Cross-Skates stehst ...


      Hallo Franz
      Der war gut!! :D

      In der Tendenz seh ich das auch wie meine Vorredner nur;

      KnightSkater schrieb:

      Inliner – wie auch (Un-)Cross-Skates mit PU-Rollen - mit Stöcken ist m.E. nur was für ex-Speedskater,....


      hier komm ich nicht mit dem Hubert zusammen. Cross-Skates auf PU-Rolle und feiner Asphalt ist einfach nur geil! Ende!

      Hallo Ulrich

      Ich komme mal zu den Fragen;

      Stöcke/Länge

      Bei deiner Größe und Gewicht und ambitionierter Fortbewegung solltest du einigermassen trainiert und muskulös sein (in die Kugel schau). Vergiss die Varios (die werden wahrscheinlich auch zu kurz sein) und lege dir gute Karbonstöcke zu, die mindestens 1,85m sind da du ja auf Inlinern höher stehst als wir. Besser wären 1,90 aber die wird es nicht geben. Längen von über 1,80 gibt es sowieso nur bei den preisintensiveren Modellen.

      Spitzen

      Hartmetallspitzen geben alle Halt sofern sie ordentlich geschliffen sind ,hier hat jeder seine Vorlieben und du musst das ausprobieren.

      Schlaufen

      Ich kenne nur KV und Leki. Beide sind gut und man kann sie empfehlen. Jede Schlaufe geht irgendwann mal kaputt das hängt auch etwas vom Benutzer ab. Entscheidend ist hier mit welchem Klick-System man sich besser anfreunden kann.

      Gruß
      Bernd

      Bernd.G schrieb:

      Cross-Skates auf PU-Rolle und feiner Asphalt ist einfach nur geil!


      Servus Bernd

      Das meine ich ja mit…“Freilich kann jeder seine bevorzugte Variante laufen“ – es gibt ja auf unseren Straßen auch Spoiler an Jeeps mit Niederquerschnittreifen auf filigranen Leichtmetallfelgen, die alles, bloß kein Gelände mehr, vertragen. :S

      Was du da „geil“ findest, ist… bestimmt der speed, gell? 8) ! Gerne gäbe ich dir ein bißchen von meinem ab, denn mein Bestreben ist ja stets, ihn mittels Zusatzmodulen und Wegewidrigkeiten zu reduzieren. So war ich am Sonntag z.B. wieder stocklos auf Naturboden unterwegs – zwecks Oberkörper-Schonung nach erstem Wasserskitag 2015 am Samstag… ;-)! :P X/

      Allerdings gilt mein Angebot NICHT für das Pfingst-Wochenende…! :evil:

      Servus
      Hubert
      …stets (retrograd) bestrebt :rolleyes:
      KnightSkater
      Hallo Ulrich

      Ich schwöre zum Beispiel auf Exel:
      • das ALIS Griff-/Schlaufen-System erlaubt Ein- und Ausklicksen ohne Zuhilfenahme der anderen Hand für schnellen „onrolling“-Wechsel zwischen Vorschub- und (Downhill-)Skistock-Funktion.
      • das QLS mit der Bajonett-Aufsteckhülse unterstützt schnellen Spitzen-Wechsel, egal ob Untergrund bedingt zwischen Suspension tip und Aero2 tip oder bei Ersatz nach tip-kill – und eine Ersatzspitze paßt in jede hip-bag!

      Als Stock kann ich den KV+ Tempesta oder den KV+ Viking, beide deutlich unter 100 Euro, auch für unsere Gewichtsklasse ^^ empfehlen – ich fahre beide in 185cm!
      ? ..wie: "da paßt was nicht!"? - es paßt! Und zwar die Exel-Armaturen auf KV+-Rohre - und auch auf meinen Leki 180cm!

      Servus
      Hubert
      ...hat alles verexelt :)
      KnightSkater
      ihr habt wohl wirklich recht, obwohl ich das anfangs nicht so recht glauben wollte.
      Habe heute mit einem speziellen Geschäft für Cross Skating telefoniert und er hat die gleiche Meinung.
      War heute Inlinern und ich bin wohl wirklich zu schnell, die Stöcke würden viel zu oft bzw. lange stören.

      Wahrscheinlich bleibe ich erst einmal beim Inlinern. Habe einfach nochmals an der Technik geschliffen und es ist sooooooo schön, wenn es so harmonisch schwingt, es hat etwas Meditatives, etwas Leichtes und Geschwungenes. Da die letzten Jahre sehr hart waren, ist das genau das, was meiner Seele im Moment gut tut.
      Der Oberkörper wird halt weiter mit Theraband, Hanteln, Schulterhorn und Kräftigungsübungen fit gehalten, auch wenn es etwas langweilig ist bzw. das viel schöner wäre, mit Skates zu verbinden.

      Nochmals vielen Dank für die tollen Antworten!! :thumbsup: War wirklich erste Sahne!
      Finanziell bin ich im Moment auch abgebrannt, dass so ca. EUR 500,- nicht drin sind. Aber vielleicht in Zukunft, werde ich es glaube ich schon ausprobieren, ein armer Schlucker werde ich wohl nicht ewig bleiben. Beides zu machen, Cross Skating und Inliner, ist sicherlich ne feine Sache.

      Also, vielen Dank!!!
      Grüße, Ulrich
      Hallo Ulrich,

      auch wenn deine Meinungsbildung schon abgeschlossen scheint, hier noch einmal meine Einschätzung zu dem Thema "Nordic Blading".

      Ich selbst bin über mehrere Jahre überzeugter "Nordic Blader" gewesen und halte den Einstieg über die Inliner in den Cross-Skating bzw. Rollskisport nicht für die schlechteste Wahl. Gerne erinnere ich mich an meine 80km-Touren in Ostwestfalen-Lippe, die mit einer unerreichten "Leichtigkeit des Seins" verbunden war. Durch die Flexibilität der Inliner + den zusätzlichen Stockeinsatz konnte man über Stunden ein "meditatives" 1-1 auf die Straße zaubern, was nahezu süchtig machte. Die hohe Geschwindigkeit war für mich eher Ansporn als denn Problem. Bremsen war für mich mit Inlinern nie ein Problem, selbst steilere Abfarten waren mit Fersenbremse problemlos, allerdings musste man dann halt jeden Monat die Bremse auswechseln.

      Irgendwann merkte ich dann aber auch, dass man gerne mehr Arbeit über den Oberkörper einbringen wollte. Ich bin deshalb auf die Conti-Regenrollen (siehe hier) umgestiegen, die im Vergleich zu normalen Inliner-Rollen "wie die Pest auf der Straße kleben". Damit war das Nordic Bladen dann auch deutlich anspruchsvoller. Falls du daran Interesse hast: ich habe im Keller noch mehrere Sätze ungenutzter 80er Rollen liegen, die kann ich dir gerne sehr günstig zukommen lassen.

      Mittlerweile bin ich beim (Cross-)Rollskifahren gelandet, was von der Anstrengung und der Koordination deutlich anspruchsvoller ist als Nordic Bladen, aber dem winterlichen Langlaufen durch die freie Ferse noch einmal deutlich näher kommt als Nordic Bladen. Was aber vielleicht für dich interessant ist: meine Leki-Carbon-Stöcke haben mich bis hierhin immer begleitet, so dass diese Investition für dich vielleicht erstmal übersichtlicher (und beim etwaigen Umstieg) nicht vergeblich wäre.

      Lange Rede, kurzer Sinn: Nordic Bladen ist sicher mit höheren Geschwindigkeiten verbunden als das Cross-Skaten, auf der anderen Seite ist es aber genau dass, was diesen Sport reizvoll macht: mal eben am Abend noch eine 50km-Feierabendrunde zu drehen...

      Es gibt auch eine interessante Untersuchung zum Vergleich von Rollski, Nordic-Blading und Cross-Skating. Da schneiden die Nordic-Blader gar nicht so schlecht ab.

      In diesem Sinn,
      Maik
      Hallo Maik

      Wie schon gesagt: für den Einstieg ins Nordic Skating jederzeit zu empfehlen. Auch ich hab ja damals im März vor 9 Jahren mit Nordic Blading angefangen, um das nach den Knie-OPs 2006 als Reha-Maßnahme anwenden zu können, indem ich vom Doppelstockschub beginnend die Beinarbeit sukzessiv steigerte – und hatte soviel Spaß an diesem Bewegungsmuster, daß ich das auf jeden Fall weitermachen wollte… auch, als es mir auf Asphalt zu fad wurde. Bereits im August kaufte ich dann die Skikes und 5 Jahre später stand ich auf den RB Coyote Skates, die mir mein heutiges Cross-Areal erschlossen.

      Die Entwicklung läuft bei jedem anders, drum gibt’s bei uns hier ja so viele interessante Verzweigungen – und das steigert sich jährlich mit der Erweiterung der Auswahl an Geräten.
      Entscheidend ist, wie weit der persönliche Ehrgeiz hinsichtlich der Ausübung geht: wer auf seinem individuell verträglichen Intensitätslevel angekommen ist, der… hat sein Ziel erreicht. Jeder setzt sich beim Sport ein persönliches Aufwandslimit – wird das überschritten, empfindet er es als „Arbeit“ :( und fährt die Anstrengung runter, um wieder in den subjektiv empfundenen Spaßbereich 8o zu kommen.

      Gemäß meinem Naturell findet halt bei mir Cross-Skating auf Cross-Untergrund statt, denn nur die Pneus allein bringen noch nicht das, was für einen Oberkörper-orientierten Sportler eine ausgewogene Belastungsverteilung ist – da muß der Boden schon noch mitbremsen… und die 6 Rücklaufsperren, die konzertiert neben ihrer primären Funktion auch passable speedreducer sind. Strecke oder Geschwindigkeit ist bei mir keine Trainingsparameter.
      Auf störungsfreiem Kunstboden dürfte ich nicht einmal das, was das Rolltempo an Rest-Vorschubpotenzial für die Stöcke überläßt, voll über den Schultergürtel ausspielen, denn… der Spitzengrip spielt nicht zuverlässig mit! Man kann eigentlich in jeden der entsprechenden Threads reinschauen, es läuft immer darauf hinaus, daß man sich auf Asphalt, Teer oder Beton durch „angepaßt moderateren Stockeinsatz“ und ggf. „früheres Beenden der Druckphase“ schlichtweg einen Teil des physisch möglichen Vorschub- und Trainingspotenzials über den Oberkörper nimmt – und somit anteilig mehr Beinarbeit verrichtet. Mir ist schon klar, daß das im übertragenen Sinn nichts anderes ist, als wenn ich auf einem schmalen Forstweg „umgekehrt angepaßt“ fahre: den Skatingschritt so früh beenden, daß ich mit dieser Breite auskomme – dafür gebe ich dann eben mit den Stöcken umso mehr Druck, um am Rollen zu bleiben! Aber mal abgesehen davon, daß ich in der Praxis sowo eh lieber in die klassische Technik wechsle, wähle ich auch keine Strecken, die mich permanent zu dieser Einschränkung zwingen, sondern genieße diese Abschnitte als temporäre Abwechslung eines flexiblen Trainings.

      Aber alles ist ok, was für den Sportler paßt. Nur eins verstehe ich nicht so ganz ?( : auf Oberkörper-Einbindung beim spaßigen outdoor-Sport zu verzichten, um dieses Defizit dann gelangweilt in einem Studio zu kompensieren. Aber… auch das ist demnach „ok“, Ulrich!

      Hubert
      …für die Haxn sind meine diversen Ski zuständig :D
      KnightSkater