Skatebare pannenfreie Räder?

      Skatebare pannenfreie Räder?

      Tach' zusammen,

      heute Morgen war strahlendblauer Himmel und somit viel Sportverkehr auf unserer Hausstrecke zu erwarten. Nachdem ich gestern schon nicht gerollt bin (der Weg war stark verschmutzt und es überkam mich eine spontane Unlust), musste ich heute 'raus. Ich hatte ja noch was zu testen...

      Ich träume ja schon länger von pannenfreien Crossskatingrädern und im November letzten Jahres entdeckte ich dafür optisch passende Rollstuhlreifen. Zunächst bestückte ich damit die E150 (einem Eigenbau von Eduard, von mir Eduards genannt). Im Februar fand damit der erste Test am Teufelsberg statt, vor allem in bezug auf das Bremsen. Aufgrund der Bremsenart funktionierte das überhaupt nicht. Also wieder demontiert und an andere Crossskates mit Messingbremse angebaut.



      Da ich fast nur noch (bis auf die Tests) mit freier Ferse rolle, waren die ersten Schritte katastrophal holperig und ich dachte, mich haut es gleich hin. Dass die Rollen extrem schwergängig sind, war mir noch vom ersten Test dunkel in Erinnerung. Und es wurde heute nicht wirklich besser, obwohl die Lager schon ein wenig mehr eingefahren sein müssten. Aber gut, die sind ja nicht für mein Anliegen gebaut worden.

      Der Asphalt hat hier alle Facetten, von aalglatt bis robust griffig. Es lag noch immer sehr viel Sturmdreck, aber die Strecke war mittlerweile größtenteils und zum Glück abgetrocknet. Ich ackerte mich im wahrsten Sinne voran. Die sonst kaum sichtbaren sanften Steigungen waren eine Qual. Die aalglatten Teilabschnitte ebenso, denn trotz geschärfter Stockspitzen rutschten sie weg und ich kam fast nicht voran. Die ebenso sanften Abfahrten waren keine Erholung wie sonst, denn ich musste weiter schieben, um nicht stehen zu bleiben. Also eigentlich kann man die auch ohne Bremsen benutzen... dachte ich da so... sie bremsen von allein.

      Nach ca. 5 km kehrte ich um, und ab da rollte es schon etwas besser, was aber hauptsächlich daran lag, dass ich mich an die feste Ferse gewöhnt hatte und der Asphalt etwas griffiger war. 1:1 war geradezu ein Genuss... super Timing, viel Zeit und keine Angst zu schnell zu werden. Kurz mochte ich die Rollen, bis zur nächsten klitzekleinen Steigung...

      Fazit: Wem nicht-leichtlaufende 150er Luftrollen, weicher tiefer Waldboden und Berge noch zu wenig Anstrengung ist und wer keine Zeit hat, viele Kilometer zu rollen, dem lege ich diese pannensicheren Rolli-Rollen ans Herz. An denen kann man sich echt abarbeiten.

      Hätte ich eine Pulsuhr, sie hätte irgendwann eingeschnappt aufgegeben, Alarm zu schlagen. Aber... ich hab's durchgezogen und bin bis auf wenige Minuten vermehrtes Naseputzen durchgerollt... Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 11,9 km/h. Ziemlich hoch, wie ich fand, denn das habe ich auch beim Crossrollen auf Waldwegen. Aber die max. Geschwindigkeit... jahaaaa... 15,9 km/h... so ca. 4 km/h unter meiner sonstigen max. Geschwindigkeit auf meinen Crossrollern.

      Ach ja, was das Bremsen angeht. Es funktionierte etwas besser als bei den E150, aber man braucht bei diesen Reifen eher keine Bremsen, wenn es hauptsächlich flach ist...

      Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich diese Rollen weiterhin nutze. Es macht insgesamt bis auf wenige Momente keinen Spaß, bringt aber wahrscheinlich ordentlich Kraft. Mal schauen, ob ich morgen Muskelkatzen habe...

      Gruß, Suzy

      P.S. Hat jemand Interesse daran, dass ich diese Skates zum Proberollen nach Bad Wildungen mitbringe?

      jssph schrieb:


      sind das Vollgummireifen?

      was läuft den so schwer?

      Sind es die Lager die so schwer laufen oder sind die Reifen zu weich?


      Hi Jens,

      die genaue Bezeichnung lautet: Rollstuhl Reifen PU pannensicher 6x1 1/4 (150x30)... wer danach suchen möchte. Zu diesem "PU" ist keine Angabe zur Shore-Härte zu finden. Dagegen ist der PS-Roadrunner steinhart. Ich habe mich mal schlau gemacht und folgendes gefunden:

      "Den besten Pannenschutz haben Sie mit PU-Reifen. Dies sind mikrozelluläre Reifen aus einem Luft-Kunststoffgemisch. In einen PU-Reifen können Sie Nägel, Glasscherben oder Metallspäne einfahren und auch wieder herausziehen und verlieren keine Luft. Sie haben also absoluten Pannenschutz." (Link)

      Lange Vorrede - kurze Antwort: In erster Linie ist es die also die PU-Bereifung, die das Ganze so mühselig macht. Nachrangig betrachtet sind dann auch Kunststofffelge, Lager und evtl. auch der Innenspacer "Schuld" am Schwerlauf, wobei ich dieses bei meinem Crossroller Ski Skett Ibex vor kurzem auch hatte, es sich aber damit normal rollen ließ... Deshalb ist das zu vernachlässigen.

      Vermutlich rollt genau so ein Luftreifen mit geschätzten 2-4 bar. Der Vorteil beim pannensicheren Rolli-Rad wäre, dass der Reifen durch das Durchwalken keinen Schaden nimmt.

      Gruß, Suzy

      KnightSkater schrieb:

      ...solltest du die Paralympics-Ausführung nehmen! ;)


      Seeeehr witzig, Hubert ;) . Aber wer weiß, vielleicht ist das was für die Zukunft. Andere fahren dann mit Rollator, ich dann mit verbauten Rollireifen... warum nicht 8) . Jedenfalls habe ich dann die ausgeprägtere Muskulatur... oder zumindest keine Chicken-Wings :P .

      Wenn Du mit der Paralympics-Ausführung Carbon-Felgen meinst... die ist mir beim Durchstöbern des I-Netzes nicht begegnet. Wenn Du damit die preiswertere Variante mit Alufelgen meinst... an die habe ich zunächst gedacht, aber aufgrund des für mich happigen Preises habe ich es sein lassen. Das war mir für einen Testballon einfach zu teuer.

      Gruß, Suzy
      So.

      Same procedure as yesterday. Blauer Himmel - früh 'raus. Die Qualen von gestern waren Geschichte. Muskelkatzen gab es auch keine. Es muss doch gehen... äh rolli-rollen.

      Heute bin ich mit Rad- statt Zustiegsschuhen und längeren Stöcke mit noch schärferen Spitzen losgerollt, fast die gleiche Strecke und länger als gestern. Sogar ein wenig gefrorener Waldboden mit eingestampften Steinen und wenigen Rollsplittanteilen bin ich gefahren. Das ging sogar besser als auf Asphalt. Sicherheitshalber drehte ich jedoch nach 200 m um, schließlich ist mein Trainingsziel, rollend und nicht vor Erschöpfung die Skates in den Händen tragend am Ausgangspunkt anzukommen.

      Die Anstrengung war ähnlich der gestrigen und es rollte nicht besser im Sinne von leichter. Dennoch bin ich ca. 2,5 km weiter gefahren, die Durchschnittsgeschwindigkeit war 11,3 km/h und die max. Geschwindigkeit 15,3 km/h. Ich würde mal sagen, das ist der Müdigkeit geschuldet. Sich ohne Pausentag weiterquälen kann nicht zu einem gleichbleibenden oder besseren Resultat führen.

      Also wenn ich ganz verrückt bin... morgen soll es hier wieder so schön werden... dann... :whistling:

      ...aber ich muss erst mal eine Nacht drüber schlafen || .

      Gruß, Suzy
      Sodele,

      ich habe mittlerweile die Rolli-Räder an die Schiene des PS X-Trail Rollski 150 gebaut. Zäh ist es nach wie vor, aber mit einer mir sympathischeren freien Ferse macht es gleich mehr Spaß... also was man unter Spaß bei dieser "Quälerei" verstehen kann... :S .

      Gruß, Suzy

      Bernd.G schrieb:

      Du wirst doch nicht etwa wunderlich werden? ;)


      Och, ich will da mal nichts ausschließen, Bernd ;) . Wunderlich = schräg - klingt gut. Warum nicht? :thumbup:

      Gruß, Suzy

      P.S. Die freie Ferse ist DAS, was mir DARAN Spaß macht... wenn quälen im Sinne von Kraft trainieren, dann qualitativ hochwertig und frei (-ferslerisch). Dass ich mich quälen kann weiß ich schon lange. Ich fahre auch mit 150ern noch Wege, die Andere vielleicht gar nicht oder nur mit 200ern rollen würden. DAS hat dann nur im Nachhinein Spaß gemacht im Sinne von "ich hab's durchgezogen"... yessss *säg' * ... auch wenn ich danach nur noch fast-tot auf der Couch herumlungern kann. Das zum Thema "wunderlich"...

      Muck schrieb:

      .....die Andere vielleicht gar nicht oder nur mit 200ern rollen würden


      Bitte keine negativen oder abwertende Kommentare gegenüber den 200er-Fans, die Zahl derer, die sich für das Sportgerät begeistern wächst ständig und überproportional schnell.
      Selbst einigen von denjenigen, die sich das Teil einstmals zur Zweitnutzung gekauft hatten, lassen ihre 150er oftmals in der Ecke stehen.

      Also ihr "Freifersler", stellt uns bitte nicht als Weicheier hin.
      Mach einer steht eben auch auf dicke Dinger :) .

      Liebste Grüße nach Berlin,
      detailliertere Informationen am kommenden Wochenende in BW.

      Jörg - der es kaum erwarten kann.

      joerga schrieb:

      Also ihr "Freifersler", stellt uns bitte nicht als Weicheier hin.


      Wieso kommt mir hier jetzt das 4-Seiten-Modell der Kommunikationspsychologie in den Sinn??? 8|

      Weicheier... so würde ich niemanden ernsthaft nennen. Ich würde die 200er-Crossskater eher als "Komfort-Skater" bezeichnen, denn sie rollen über fast alles andere hinweg, wo die 150er-Geräte oder auch -Skater ihren Dienst quittieren. Ich habe mich zu Saisonbeginn gefragt, ob ich in die Komfortzone wechseln sollte, da die Waldwege derart von den Rodungsmaschinen verwüstet waren, dass das nicht mehr feierlich war. In dieser Zeit bat ich Andrea darum, den leichteren Omniblade 200 im TL in BW testtollen zu dürfen. Darf ich. Bin ich zwar letztes Jahr schon, aber da war die Waldwegewelt noch in Ordnung und ich sah kein Bedarf. Mittlerweile sind die Wege von den Lastwagen, die das Holz abholen, plattgefahren worden... also fast eben. Ruppelig ist es trotzdem, aber eben wieder fahrbar. Bis dann die Versendung eintritt... und da wird man wohl auch nicht so sehr mit den Komfort-Geräten weiterkommen... fürchte ich.

      Wie dem auch sei... ich teste trotzdem die Elefanten-Rollschuhe :P . Mit denen kann man ja auch ganz gut Technik "schummeln"... oder? :whistling:

      Allerliebste Grüße nach Hainichen und bis bald,
      Suzy
      Hallo Ihr “allerliebsten” :* NCS-Spartenverfechter

      Ich finde es ja irgendwie nettlich, aus meiner CrossInline-Nische heraus eure Vorstöße zur Kategorie-Verteidigung zu verfolgen, denn ich bin da zwar einerseits „aus der Schußlinie“, aber andererseits „zwischen den Stühlen“! Jedenfalls kann ich von meiner exponierten Position aus die Vorteile aller Modelltypen nachvollziehen: bessere Geländeeignung gegenüber 2x150 (bei mir durch das 3. Rad)… und Fersenfreiheit – wobei die sich bei mir nicht relativ auf den Skate, sondern absolut auf den Boden bezieht, denn ich kippe bei Klassisch wie auch beim skatenden Vorderfußabdruck (1:1 und 1:2 assym.) einfach über die Vorderachse direkt unter den Zehen.

      Als ich mit den V07-Skikes, die ich bis zuletzt bei Nässe auf Kunstboden lief, mal wieder Cross probierte, war das für mich ein erschreckendes Erlebnis: „…was, DAS hab ich mir bis 2011 angetan? :cursing: Stopp an jeder kleinen Baumwurzel, keine Vorderradentlastung, eine wenn überhaupt dann gefährliche Sprungschrittoption und …wat is mit Klassisch!?...“! Diese jähe Erkenntnis war mit ein Grund, die Sauwetter-Coyoten mit der outframe-Bremse zu kreieren, damit ich mich im Gelände nie mehr so „quälen“ muß, sondern …einfach mit Mittelrad-gestützter Vorderradentlastung drüberrollen kann. Gerade bei dem Chaos, das Niklas in unseren Wäldern angerichtet hat, ist das ein Segen! Daher sehe ich als Waldschrat den Cross-Vorteil wie auch bei den 200ern total positiv – und so gesehen bin ich seit 2012 „quasi-Weichei“ :rolleyes: , denn ich schätze die Erleichterung ungemein, die mir die Mega-Crosser bieten.
      Wenn ich jedoch auf Pfade komme, wo auch mit Cross-Vorteil das Skating sinn- und spaßlos wird, kann ich dem Freifersler seine Freude (…ok: die Freude des Freiferslers…) nachvollziehen, denn damit geht’s eben überall weiter. Ähnlich angenehm ist damit, auf planem Untergrund bei den speedigeren Techniken, wo der Vorderfußabdruck Stilelement ist, diesen direkt überm Kipp-Punkt ohne Hebel zum Vorderrad für den End-Kick beim Vorschub kraftvoll einsetzen zu können.

      Eine Rückkehr zu den starren, 2-rädrigen 150er Foltergeräten kommt somit auch für mich nicht mehr in Frage! Inwieweit mir die 200er lägen, müßte ich mal austesten, aber nicht auf „heiligem Asphalt“ in RP… das müßte ich schon im Wald probieren – mit dem Gewicht hab ich da sicher keine Probleme, wahrscheinlich eher mit der Wendigkeit! Und ob sich „relative“ Freifersler für Cross eignen, kann ich nun gar nicht einschätzen… die Suzy scheint jedenfalls dafür Feuer und Flamme zu sein - sie ist wohl auch aus ganz besonderem Holz geschnitzt:

      Muck schrieb:

      …dass Holz bei zuviel Reibung Feuer fängt
      ;) :evil:

      Servus
      Hubert
      … der grade einem Spezl seine Coyoten getunt hat ^^ (…ok, Genitiv:…) :whistling:
      KnightSkater