Pausen sind… gesund!

      Pausen sind… gesund!

      Ich will jetzt mal eine Lanze brechen… für das, was in so manchem thread als der Indikator fürs Schwächeln oder Scheitern hingestellt wird: die PAUSE, alias Rast oder Unterbrechung (engl.: break [bräjk]). ;)
      Als Nordic-Skater im bald 10.Jahr oute ich mich hier, den Lauf gerne mal zur Auflockerung oder für einen Moment der Verinnerlichung der Umgebung zu unterbrechen – ungeachtet irgendwelcher Trainingsparameter.

      Wir haben ja grade die matschige Zeit, zu der auch ein überzeugter Offroad-Skater auf den Asphalt ausweichen muß: ich laufe zur Zeit wieder öfter mit meinen alten, nässeresistenten Skike V07 (bis meine Zweit-Coyoten die outframe-Bremse haben) und betreibe reines Skating im rhythmischen 1:x-Takt – und dabei stößt meine Ausdauer schnell an ihre Grenzen… nicht unbedingt meine physische Ausdauer, sondern primär meine mentale: es ist einfach fad! Und weil ich eben eine gaaaanz schlechte Durchhalte-Disziplin habe, lege ich nach jeder Runde um die hiesige Ruderregattastrecke eine ausgedehnte Sauköter-Pause ein. Nach der 3. Runde langt’s dann sowieso wieder – mehr als eine Stunde muß nicht sein… sagt eh jedes zweite NCS-Exposée.

      Wenn ich hingegen im Sommer auf meinen CrossInlinern über wurzeldurchzogene Pfade durch die Wälder fetzen kann, vergesse ich alles um mich rum – und oft auch die Pause, denn durch die ständig wechselnde Beanspruchung beim Technik-Mix im Gelände ist die körperliche Belastung noch besser verteilt und die mentale Konzentration stets sehr hoch. Da werde ich weder physisch noch psychisch pausenbedürftig – und doch…: wenn sich mir ein sitz-kommoder Fels oder Baumstumpf inmitten der Natur – vielleicht noch mit idyllischem Panorama im güldenen Licht der Abendsonne - bietet, dann nehme ich die Gelegenheit wahr und lade ausgiebig meine Akkus auf, auch gerne mehrmals je Tour! Das ist mindestens so nachhaltig ergiebig für mein Gemüt wie die Zufriedenheit über eine erbrachte Leistung, die ich eh nie in messbaren Größen erfasse… lediglich, daß es dann halt doch wieder 3 oder 4 Stunden geworden sind - bei galaktischem Spaßfaktor! :D

      Es fiele mir daher nie ein, mit meiner pausendurchwachsenen Sportmentalität zu hadern - egal ob in einer Wiederaufbauphase oder danach! Mancher exzessiv ambitionierte Skater hat sicherlich eine andere Vorstellung von „ergonomischer Leistungseinteilung“, wie er sie sich privat zumuten möchte, aber wohl auf der anderen Seite seinem Arbeitgeber ziemlich übel nehmen würde.

      Ich habe 2 Mal zu oft durch sportliche Überbelastung bedingte 50+ Totalausfälle in meinem beruflichen Umfeld erlebt und will hier aufzeigen, daß es auch entspannte Philosophien bei der Ausübung einer Maßnahme zur Leibesertüchtigung – mit Spaßoption – gibt, für die man sich nicht schämen muß.

      Hubert
      …ist schließlich nicht auf der Flucht
      KnightSkater