Nordic Microskiing

      Nordic Microskiing

      Der Winter bremste hier im Süden die Rollsportler abrupt am 2. Weihnachtsfeiertag aus – inzwischen liegen gut 50cm Schnee und auf der lokalen Inliner-Strecke rund um die Ruderregatta skaten plötzlich Langläufer. Rollen auf festem Boden ist nirgends möglich, weil die Räumdienste Frau Holle nicht mal auf Verkehrswegen nachkommen – alles weiß hier! Also hab auch ich mir was überlegen müssen, zumal ich keine Langlaufskier habe, aber einen Keller voller Gleitsportgeräte - da wird sich doch was finden… et voilá: KURZlaufskier namens Microski, die ich vor Jahren aus dem eWühltisch gezogen hatte (eigentlich mal zum Ski-Jöring), haben mir gestern und heute meinen gewünschten Nordic-Spaß bereitet!

      Gestern vorsichtig rangetastet und heute ordentlich damit rumgefetzt: Klassisch diagonal auf verschneiten Flächen (das hat Widerstand und Trainingseffekt), Doppelstockschub auf festgefahrenem Schnee (das gibt Tempo) und Downhill (mit und ohne Schwung) über tief verschneite Böschungen und Hänge!

      Es ist ein Billig-Sportgerät mit Gaudi-Charakter, das zur Erweiterung der Käuferschaft im Internet mit Eigenschaften wirbt, die es einfach nicht hat: so quasi wer schon immer Ski fahren wollte, der könne damit Pisten-Spaß haben… als wenn man’s scheinbar nur lernen muß, wenn man lange Ski nimmt?! Es hat zwar Kanten, aber ohne ordentliche Aufkant-Option bringt das nix – ergo: für Piste ungeeignet bis gefährlich, für Tiefschnee zu kurz – also nix für Abfahrten. Für mich allenfalls für schweren, nassen Frühjahrsschnee vorstellbar.
      Aber - für Nordic echt gut handhabbar: die Cross-Country-Ski für’s Handschuhfach! Ihre Breite läßt sie über Neuschneefelder ebenso wie über fußspurenperforierte Wege gleiten und ihre Kürze erlaubt, im schneeweißen 3D-Gelände bzw. Wald mit engen turns rumzutigern. Da sich die Schaufel knapp vor der Schuhspitze krümmt, ist die Ferse anhebbar und bei Entlastung des Gleitfußes verbleibt der belastete Abdruckski brav auf seiner Position – ohne irgend eine erkennbare „Rückrutschsperre“! Ich sehe es ein bißchen wie bei meinen Coyoten: keine auf eine bestimmte Ausübung bezogenen Spezialisten, sondern flexible Spaßgeräte, mit denen man einfach viiiieel machen kann, wenn auch für manchen Experten unterhalb der Wahrnehmungsgrenze.

      So, Manche werden jetzt sagen, ich halte sie zum Narren – erst diese komischen Ski-Variationen auf dem Bild da und jetzt sowas… das kann er nicht ernst meinen. Falsch gemeint: ich bin überzeugter Probierer, wobei ich Erwartungen kleinstmöglich halte und festgestellte Stärken wie z.B. Spaßfaktor größtmöglich bewerte! Mancher Spaß wurde bei mir so über die Jahre Ernst – insbesondere in Sachen Ski.

      Hubert
      Kurzläufer mit Spaßverlängerung ^^
      KnightSkater

      KnightSkater schrieb:

      …Microski …fürs Jöring und solche Sachen. Nach 5 Jahren im Keller bekamen sie nun eine Bestimmung: als Notnagel für rollhemmende Schneeauflage! Und wenn demnächst mal Wind dazukommt, probiere ich sie auch noch zum Kiten aus.


      …und heute war er da, der Wind – und ich erstmals beim SnowKiten! 8)
      Zwar wie immer böig, aber einige dieser Böen waren mit 5-6 Bft ziemlich stramm, so daß sie mich mit ordentlich Tempo über die verschneite Wiese fetzen ließen – habe da vorsichtshalber auch erst mal den kleineren Schirm mit 5,5qm genommen. Das geht auf Schnee deutlich widerstandsärmer ab als auf Rollen - eine Fetz’n-Gaudi! 8o
      Die Microski erwiesen sich als gut geeignet fürs SnowKiten - zumal ich damit, wie mit den Crossinlinern, meine Beinfreiheit zum Abfangen der Böen habe – im Gegensatz zu Boards.
      Die Teile sind nun über den Winter wie die Kites immer im Auto, zusammen mit den Boots, die ich gleich in den Ratschenriemen belasse.

      Servus
      Hubert
      KnightSkater