V8-CROSS-Rücklaufsperre

      V8-CROSS-Rücklaufsperre

      Als überzeugter Crosser liebe ich die Technik-Flexibilität: wo das Gelände Skating nicht mehr Spaß- und sinnvoll erlaubt, wechsle ich mit meinen 3-rädrigen CrossInlinern ad hoc in eine passende klassische Technik, mit der ich dort wieder fließende Bewegungabläufe mit vernünftigem Trainingseffekt hinkriege. Dazu sind Rücklaufsperren (und geländetaugliche Reifen) ein Muß, denn der Beinabdruck nach hinten soll ja einen Vorschubeffekt haben – meine Skates haben inzwischen eine Ausstattungsrate von 100%: keine Achse mehr ohne RLS! Die 3 Achsen je Skate halten zwar konzertiert den kraftvollen uphill (für CID) ebenso wie den explosionsartigen, linearen Klassik-Rücktritt einwandfrei, aber sowie die hinteren Räder in der Endphase den Bodenkontakt verlieren und der finale Abdruck nur noch auf eine RLS wirkt, ist diese überfordert und gibt oft nach.

      Die neue Rücklaufsperre des V8 Lift Cross wurde von Erik ja bereits hier technisch erklärt und die beworbene „mehr als doppelte“ Halteleistung anhand der Spezifikations-Daten schon mal theoretisch bestätigt. Seitdem steht sie ganz oben auf meiner to-buy-list – vorerst nur für die Vorderräder, aber…

      ottoeder wrote:

      Die sind aber nicht gerade billig....

      Also hab ich einen www-Suchauftrag eingestellt, falls mal jemand sowas da schreiben sollte:

      biathlon24 wrote:

      …Zum V8 Lift möchte ich auch kurz etwas sagen. Ich habe mir zuerst die RLS-Räder ausgebaut und gegen Räder ohne ersetzt.
      ;)
      Nach einem angenehmen Anruf habe ich nun das Set – vorab mal zu Testzwecken gestellt – bekommen. Vielen Dank, Conni!

      Die Montage war einfach, nämlich analog der Vorgänger-RLS, zumal konstruktiv gleich – auch die Nabenbreite paßt, nur eben größeren Durchmessers, was zur Verwendung der neuen (eher unschön designten) Felge zwingt. OK… Roadstar runter, LLR drauf und jeweils vorne montiert. Eine manuelle Probedrehung zeigt gleich mal auf, daß sie sich zum einen relativ laut und zum anderen mäßig lange drehen. Gut, beides stört mich nicht (Gelände ist selber laut und je Rollwiderstand, desto Training) und nach meiner Erfahrung kann sich das mit dem turnusmäßigen Austausch der Freilaufhülse eh etwas ändern. Was aber hierbei auch auffiel war, daß die Sperrung bei Drehrichtungswechsel nicht unverzüglich, sondern erst nach einem Rücklauf von ca. 0,5 cm (außen am Laufring des Mantels) anschlagartig greift. Das irritiert mich, denn bei meinen bisherigen RLSn war das stets der Indikator für fortgeschrittenen Verschleiß und folglich Austausch der Freilaufhülsen, denn dieser Rücklauf-Anschlag bewirkte bei den alten RLSn, daß die Sperrung leichter überwindbar war – und sie beansprucht das Material und die filigrane Mechanik der Hülsen unverhältnismäßig höher als bei sofortiger Sperrung. Oft fingen dann solche RLSn kurz darauf das „Zwitschern“ an – und das ist das ultimative Alarmsignal vor der Blockade… und aus der Rücklauf- wird eine Vollsperre! Hatte ich 2x beim NCS, beide Male erlaubte mein kurzer Radstand den aktiven Rettungssprung nach vorne und die Wendigkeit der Coyoten (und meine disziplinübergreifende Slalom-Leidenschaft) den Einbein-Auslauf, aber… hallo… beim CID will ich sowas nicht erleben! Daher schmeiße ich ausgeleierte Hülsen (à 2€) rechtzeitig raus, seitdem ist Ruhe. Dieser fragwürdige Umstand bei den neuen RLSn bedarf also besonderer Beobachtung – weit über die erste Testfahrt hinaus…:confused:

      Und die fand dann auch schon statt: ich wählte mein bevorzugtes Klassik-Terrain mit einem satten Anstieg zur Grenzauslotung. Da gibt es jetzt allerdings nur Gutes zu berichten, denn in beiden Tests, uphill und Klassik-Stil, hielt die RLS jedesmal den finalen Abdruck übers Vorderrad einwandfrei. Anfangs war ich gewohnheitsgemäß noch moderat im Endabdruck, hab aber dann bewußt stark nach hinten geschoben und merkte dann erst den Unterschied im Vorschub! Da gab sogar fallweise eher noch der Reifengrip auf dem Naturboden trotz der Querrillen im Profil nach. Auch beim uphill konnte ich die ganze Grasböschung hoch – und noch steiler geht schon vom Sprunggelenkswinkel im Schaft her nicht! Von dem RLS-Anschlag habe ich beim Lauf nichts gespürt, er scheint keine unmittelbare überwindende Auswirkung auf den Halt zu haben – hoffentlich auch keine mittelbare…!

      Fazit: die Wirkung begeistert… diese RLS ist für mich ein Volltreffer hinsichtlich dessen, was so eine Bezeichnung verspricht! Wahrscheinlich wäre sie alleine vorne schon ausreichend, aber die alten laß‘ ich hinten und mittig trotzdem drin – die helfen halt mit… auch beim Rollwiderstand :o !

      Der Umstand mit dem bei den beiden neuen RLS gleichermaßen verzögerten Sperr-Anschlag bleibt vorerst unklar und deshalb kommen mir die CROSS-RLSn noch nicht auf die CID-Coyoten. Aber auf den NCS-Coyoten lasse ich sie mit Überzeugung drauf und freue mich auf künftige Fahrten… schau’ma mal! :cool:

      Hubert
      …kann’s nicht langsam genug geh‘n
      KnightSkater

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      Ja, sowas…

      …da denk‘ ich mir: tausch doch mal die Freilaufhülsen in den beiden V8-Rücklaufsperren aus – vielleicht bringt’s was hinsichtlich des Anschlags! Ich bau die Räder ab, zieh die Sperrachse und das erste Lager mit dem Abdichtkranz raus… und da plumpst mir schon die ganze RLS entgegen! Das hexagonale Gehäuse hat in dem Sechseck-Loch der Felge Spiel ohne Ende! Soviel, daß es sich beim Kraftrichtungswechsel von Vorlauf auf Rücklauf außen am Rad noch um eben diesen halben Zentimeter zurückdreht, bis die Sperrung mit hörbarem „Klack“ auf die Felge wirkt! Die Gehäuse der alten V07-/Vx-RLSn passen mit ihren Nuten exakt in die Felgenführung rein – da rumpelt nix! Ich hätte nicht gedacht, daß es an mangelnder Präzision liegt, …aber 's is’so! :mad:

      Diese Sechskant-Gehäuse hab ich eh schon mal wo gesehen – auf der webpage eines anderen Herstellers. Ich vermute, es wurde von Fa. Skike beim Modellwechsel auf ein bestehendes RLS-System zugegriffen, aber bei der Genauigkeit des Anschlußmaßes geschlampt. Auf jeden Fall ist das in meinen Augen für ein Serien-Zubehör in dieser Preislage eine echte Peinlichkeit! :confused:

      Habe das Spiel mittels mehrfacher straffer Umwicklung des Gehäuses mit festem Tape eliminiert und habe jetzt alles so, wie es sein sollte: superstarke, sofort wirkende und ruhige Rücklaufsperren. Und ich bleibe nach mehreren Fahrten dabei: bedingt durch die 2,x-fache Haltekraft ist die Funktion hervorragend! Wenn’s da halt noch rote Felgen dazu gäb‘… :rolleyes:

      Hubert
      Spiel-Verderber :)
      KnightSkater

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      Hallo Erik

      Grundsätzlich ja: je mehr Ecken und somit je stumpfer die Innenwinkel, desto näher ist das Polygon am Kreis – es kommt meines Erachtens aber bei einem Hexagon eben auf die Paßgenauigkeit an. Bei so viel Spiel, wie ich es in den V8-RLSn vorfand, geht das bei häufiger Anwendung – z.B. bei klassischer Technik – sicher aufs Material. Ob es aber primär auf die Kunststoff-Felge geht, weiß ich nicht, eher verkürzt sich wohl die Lebenszeit der Freilauflager.

      Hubert
      KnightSkater
      Ok...hinsichtlich der Funktion und Haltekraft der Cross-RLS bin ich nach wie vor Fan – was die Paßgenauigkeit betrifft, eher (Ver)Zweifler!
      Das Kunststofftape war schnell durchgewetzt, weitere Versuche, den Millimeter Spiel in ihrer Sechskant-Nabe mit Gewebeband oder Alufolie auszufüllen, schlugen auch über kurz oder lang ähnlich fehl. Da saisonal bedingt im weicheren Gelände deutlich öfter Klassik-Stil gelaufen werden muß als bei trockener Witterung, hielt nichts besonders lange: stets nach einer Woche oder zwei klapperte die RLS hörbar in der Felge herum und ich spürte den halben Zentimeter Sperrverzögerung wieder. Es mußte festes Material her, aber ich fand nur Bleche mit 1mm, was allerdings dann nur einseitig eingesetzt werden könnte und die Achsmitte aus dem Radzentrum schiebt. Auf der Suche nach <0,4mm dickem Metallblech wurde ich in meiner Werkstatt nicht fündig – bis mir beim Ausmisten meines Büros nach Weihnachten etwas in die Hände fiel, was sich Jahrzehnte in meinem bis 2001 genutzten Aktenkoffer verbarg: eine… Diskette! Das Blech des Staubschutz-Schiebers hat exakt die benötigte Dicke, um dem Spiel rundrum ein Ende zu bereiten. Umwickeln war mir jetzt grad ein bißerl zu aufwendig, ich habe lediglich 6 Plättchen mit der Schere zugeschnitten, die gleichermaßen die Wandungen verengen, so daß die Achse konzentrisch bleibt. Auf dem Foto stehen 3 noch raus:



      Der Außen-Test steht zwar wegen Schnee noch aus, aber ich bin fest überzeugt, daß das ewig hält und die RLS nun permanent paßgenau im Sechskantloch der Felge verzögerungsfrei ihren Dienst verrichten kann. Lang hat’s mich gefuxt, aber jetzt freue ich mich auf ungetrübten Cross-Spaß! Und den wünsche ich mit diesem Tipp jedem, der diese V8-RLS auch nutzt und sich ebenfalls über diesen werksseitigen Mangel ärgert…e!

      Hubert
      Re-engineererererering... zieht sich beim Laien halt etwas hin
      KnightSkater
      Hallo Hubert,

      wenn "Diskettenstaubschutzbleche" auf deinem "Wunschzettel" stehen sollten, dann könnte ich dir nach RP ein paar mitbringen, habe ca. 100 Disketten bei meinem "WeihnachtsBüroCleaning" gefunden und zur Entsorgung bereitgelegt.

      Mir ist beim Lesen

      KnightSkater wrote:

      Suche nach <0,4mm dickem Metallblech

      eine weitere Idee ?( gekommen, mit der man noch kleinere Differenzen ausgleichen könnte.
      Getränkesdosen haben eine Materialstärke von lediglich 0,1mm.
      Ist allerdings Weißblech und damit eventuell viel zu weich?

      War nur so eine Idee :-).

      Also dann dir und allen anderen einen guten Rutsch.

      Herzliche Grüße aus Sachsen
      Jörg
      (der bei Deutschlands Fassbiermarke Nr. 1 arbeitet,
      um die Querverbindung zu den Getränkedosen herzustellen)
      :)


      Servus Jörg

      Danke für den Tipp! Sicher wäre das auch einen Test wert gewesen, tatsächlich hab ich aber nach diversen mehr oder weniger zu dünnen und zu weichen Materialien und deren baldiger Verkrümelung in dieser hexagonalen „Schredder-Mühle“ festgestellt, daß mehrschichtige Umwicklungen möglichst zu vermeiden sind – und das projiziere ich auch auf Dosen-Weißblech, welches ich etwa 3x rumwickeln müßte. Im Herbst kam ich sehr oft zum Rollen und wetterbedingt viel in klassisch – wenn man sich vor Augen hält, daß bei jedem Abdruck über RLS diese Kraft auf die 6-Kant-Wandung wirkt, dann kann man sich vorstellen, daß jede „Schwäche“ des Füllmaterials schnell zum Versagen führt. Deshalb hab ich relativ früh Ausschau nach Blech mit knapp einem halben Millimeter Stärke gehalten, welches je Seite nur einfach reinpaßt und eine möglichst hohe Festigkeit hat.

      Servus Matthes

      Merci auch, aber Alufolie war der schlimmste Fehlversuch: 7x umwickelt hätt‘s etwa gebraucht, ließ sich aber dann nicht mehr einsetzen, weil’s dafür nicht steif genug war – 5fach ging’s rein, doch dabei verblieb halt ein geringes Spiel. Ein paar Tage später rumpelte die RLS schon wieder und was ich da drin vorfand war glitzerndes Micro-Konfetti, das sich in alle Ritzen verkrochen hatte. Nee, nee… X/

      ...daher kam auch meine fast überschwängliche Freude über den Fund (ich fand nicht nur eine Diskette, Jörg!), weil ich nun bester Dinge bin, daß das jetzt endgültig paßt und auch nach Wartungen alles schnell und problemlos wieder einsetzbar ist.
      Schlimm genug, daß man sich als User über sowas Gedanken machen muß.

      Hubert
      … hatte Lametta nicht nur am Baum :S


      Nachtrag auf Erik’s posting: Danke auch Dir! Es gibt sicher noch diverse Alternativen, an die ein Bleistiftspitzer wie ich nicht denkt… meine Devise lautet immer erst mal „mit Bordmitteln“! :)
      KnightSkater