Operierte Achiles Sehne - Schlechtere Knöchelstabilisierung?

      Operierte Achilles Sehne - Schlechtere Knöchelstabilisierung?

      Hallo, in die Runde,

      vor etwa 6 Jahren ist meine rechte Achillessehne beim Squashspielen zerrissen. Eine selbstverschuldete Dummheit :confused: Die OP verlief normal, aber die ReHa war lang (Gipse + ReHa 4 Monate). Erst nach 1 Jahr konnte ich wieder ohne Angst Sport treiben. Aber ich habe daraus gelernt, und vermeide natürlich vorbeugend bestimmte extreme Achillessehnen-Streckungen (z.B. bei extremen Gefälle bergauf), da gehe ich vorsichtshalber immer ein wenig seitwärts.

      Zum Glück hatte ich einen guten Chirurgen und die wieder zusammenngenähte Sehne ist heute genauso lang wie die andere. Aber obwohl der rechte Knöcheldurchmesser am Wadenansatz etwas dicker ist (die vernarbte/verstärkte Sehne ist nun natürlich doppelt so dick die linke), ist der Maximalumfang meiner rechten Wade immer noch 1cm geringer als der meines nicht operierten linken Beines. Natürlich war am Anfang dieser Unterschied noch größer. Wenn ich jetzt noch bedenke, dass mein rechtes Bein schon immer das koordiniertere, dominante ist, und daher früher auch das dickere war (wie es auch bei meinem rechten Arm ist), denke ich, dass sich dieser Post-OP Zustand nach 6 Jahren kaum noch ändern wird.

      Etwa 3 Jahre nach der OP begann ich mit dem NCS. Dieses Trainig hat mir ohne Zweifel zu einer umfangreicheren Wadenstärke verholfen :)... aber warum kann die operierte rechte Wade nicht wenigstens genauso groß wie die andere werden? Vor der OP war sie ja umfangreicher... Die operierte Wadenmuskulatur hat sich wahrscheinlich aufgrund des 4-monatigen Komplettstillstandes nie vollkommen regenerieren können. Trotz des dickeren, unteren Wadenansatzes bleibt sie oben schlanker als die linke.

      Und nun zu den "technischen" NCS Fragen:
      Meine Schokoladenseite ist jetzt eindeutig mein linkes Bein. Schon auf Anhieb habe ich darauf viel besser und länger gerade rollen können, als mit dem linken. Beim Operierten, mit dem ich 3-4 mal mehr Rollübungen mache (also wenn ich bei 2:1 oder auch ohne Stockeinsatz nach dem Doppelstockschub auf rechts rolle), gibt es auch Fortschritte, aber der Unterschied schwindet nur äußerst langsam... Ich kann einfach nicht so gut das Gleichgewicht halten...
      Es ist klar, dass meine rechte Wadenmuskelmasse im Vergleich geringer ist, die OP-Sehne hat vielleicht 5% ihrer ursprünglichen Kraft eingebüßt. Könnte dies der Grund sein? Oder ist einfach nur meine rechte Beinkoordinierung schlechter als die linke?


      Ich würde gerne wissen, ob unter euch jemandem Ähnliches widerfahren ist, und natürlich euer gesch. Feedback kaben. Danke dafür.
      Rollende Atlantik-Grüße ... youtube.com/user/crossroller/videos?view=0
      Rodolfo+Mariana, 78/52 kg, 16.000km+16.000km. Ab 2010-17= V07, ab 2014-17 auch SRB 03

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      Hallo Rolf,
      ich bin zwar kein Arzt und maße mir auch keine entsprechende Beurteilung an, aber ich würde mal sagen: Neben einem (unbewussten) Kopfproblem, welches immer dazu führt, dass man Ausweichbewegungen macht, gehen bei so schweren OP's stets auch Nervenverbindungen verloren. Das heisst, andere Bereiche müssen die Aufgaben der Koordination mit übernehmen. Übersetzt bedeutet das: Früher hat dein Fuß "von alleine" die Bewegung gemacht, die du wolltest. Heute sagst du erst deinem Kopf "setz den Fuß so und so" und der sendet es an die entsprechenden Muskeln/Sehnen, weil die Nerven an der operierten Stelle einfach nicht mehr da sind. Das dauert natürlich länger.

      Ich selbst gehöre mehr zu "Kniefraktion" :D, aber auch mittlerweile 7 Jahre nach der letzten OP gehört das Wackelbrett immer noch zu den regelmäßigen Trainingsgeräten. Und wenn du keines hast, reicht auch einfach ein Handtuch zu falten und sich einbeinig barfuß draufzustellen. Wenn du es eine Minute in ruhigem Stand schaffst, dann versuche mal, so im Stehen, die Gleitbewegung zu simulieren. Oder - ebenfalls einbeinig - den Oberkörper nach vorn zu beugen und mit der Hand den entgegengesetzten Fuß zu berühren.
      Mir bringt das viel und ich habe mittlerweile das Gefühl, dass meine schwächere linke Seite nicht mehr ganz so krass abfällt im Vergleich zur rechten.

      Aber ein richtiger Arzt kann bestimmt noch andere Hinweise geben.

      Liebe Grüsse
      Moppel

      P.S. Wie warm ist es jetzt eigentlich bei euch?
      Viel Spaß mit:
      rolldichfit.de
      Danke Conni und Moppel für eure Meinungen,

      was die Nervenverbindungen angeht... ja, da kann ich nur sagen, dass ich etwa 2cm um den Bereich der Narbe nach der Gipsabtragung anfangs fast gar nicht die Haut gespürt habe. Diese Sensibilität ist aber langsam zurückgekehrt und nur auf der Narbe selbst spüre ich weniger als vorher. Es ist klar, dass da beim Schneiden viele feine Nerven ihre Funktion teilweise verloren haben...
      Auf jedem Fall sind die Gleichgewichts-Übungen immer gut. Aber außer den "Haus-Übungen" (ich hatte mir da nach der ReHa auch noch so einen runden "Wackelteller" fabriziert, der Spitze ist, um zu Hause zu trainieren), bleibt das einbeinige Rollen selbst -mit all seinen Varianten- die beste.

      Also, bis demnächst!
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „rolf“ ()

      Hallo Rolf,

      ich hatte letztes Jahr Anfang Mai eine Achillessehnen-Ruptur an meinem linken "schwachen" Bein. Die Heilung der Sehne ging extrem schnell. Ich hatte einen flexiblen Plastikschuh in der Reha. Ich konnte schon im August wieder skaten.

      Mehr Probleme hatte ich mit den Lymphen, Schwellungen und der Vernarbung. Hier ist das operierte Bein dicker. Einen deutlichen Umfangsverlust im Muskelbereich der Wade habe ich immer noch, obwohl ich keine Probleme mit der Kraft oder Koordination beim Skiken habe. Im Gegenteil: am Ende von langen Touren > 2h knickt eher der rechte Fuß in den Fleet-Bremsarm. Das könnte an der Anatomie oder an gedehnten Bändern liegen im "gesunden" rechten Fuß liegen. Die Kraftunterschiede merke ich eher beim Laufen im gestrecktenr "Spitzfußstellung" und nicht in der Stabilisierung.

      Vielleicht kannst Du an Deinen Skates den "Sturz" und die "Vorspur" deines operierten Fusses zur Skate-Achse korrigieren?

      LG Sting
      Hallo, Sting,

      endlich einer der Erlesenen :rolleyes:!

      Meine Ruptur war total, so wie ein altes Seil... zerschlisssen. Ich hatte zweimal Gips, war damals 55 aber bei mir hat es doppelt so lang gedauert. Vielleicht war die Reparatur auch größer...

      Probleme mit Schwellungen, Vernarbung oder mit der Kraft beim Skaten habe ich auch nicht, aber der Umfangsverlust im Muskelbereich ist bei mir auch da. Die Koordination ist ja auch normal, nur eben das Gleichgewicht lässt zu wünschen übrig. Und richtig: in "Spitzfußstellung" gibt es eine schnellere Ermüdung am operiertem Bein.

      Eigentlich habe ich bei der Einstellung schon alles Mögliche ausprobiert, aber links ist eben zur Schokoladenseite geworden... oder vielleicht war es schon immer so. Da ich früher nie geskatet bin lässt sich das schwer sagen.

      Auf jeden Fall, besten Dank für deine Kommentare!
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      Na Hallo Rolf,

      ich habe die Berichte über Achillessehnen-OP´s und Wadenstärke bisher sehr!! interessiert verfolgt.

      Ich habe vor 15 und vor 13 Jahren erst li. dann re. die Achillessehne komplett gerissen (b.Fußball spielen) Beides operiert mit unterschiedlichen OP-Techniken. Rechts wurde die Sehne "normal" genäht wie li. , aber dann zusätzlich verstärkt und die Verstärkung in der Wade verankert. Dass meine re. Wade dünner ist, habe ich bisher auf diese OP-Technik geschoben. Vielleicht waren meine Waden aber auch vorher schon unterschiedlich. Da hab ich nicht drauf geachtet. Gezieltes Training hat mir keinen Gleichstand gebracht. Außerdem war die jetzt dickere li. Wade in der Heilungsphase länger ruhig gestellt. Re. war ich durch die andere Operation schneller wieder auf den Beinen und auch die Reha war viel kürzer. Hmmh.

      Deine Erfahrungen klingen da anders. Aber sicher sind unterschiedl. Heilungsverläufe normal.

      Welche Sportart ich seitdem betreibe, das entscheide ich immer!! danach wie es meinen Füßen, Sehnen dabei geht und ob ich die Bewegungen kontrollieren kann. Spielsportarten sind tabu.
      Auf jeden Fall fühle ich mich und meine Sehnen beim cross skaten sehr sicher. Ich habe aber hohe feste Wanderschuhe an. Links war schon immer meine Schokoladenseite (habe auch mit li. Tore geschossen :) ) und das ist sie auch jetzt.
      Ich habe mir aber für nächstes Jahr vorgenommen meine cross skate Technik zu verbessern, sprich den Stock-Anschub speziell für die andere Seite zu trainieren.

      Soweit von mir.

      Liebe Grüße Betina
      Hallo Betina,

      willkommen im "Club der Erlesenen", wo du mit 2 OP auf den 1. Platz kommst :cool:

      Tja, zum Glück können wir trotzdem ein normales Leben weiterführen. Bei der traditionellen OP-Technik wird eben alles ganz aufgeschnitten und der Chirurg kann besser sehen, was er da macht. Bei mir ging nichts daran vorbei, wie bei dir wahrscheinlich rechts. Man musste eben verstärken und absichern (verankern). Daher bleibt die Sehne unten auch viel dicker. Die andere Technik heißt auf Spanisch Tenorrafia, und die benutzt man, wenn die Sehne nicht ganz gerrissen ist, oder in besserem Zustand ist. Da werden durch zwei Löcher die Fäden gezogen und genäht. Die Verheilung geht da natürlich schneller und die OP-Schwellung ist danach nicht so groß. Aber diese Technik kann auch wichtige Nerven zerstören, gerade weil man nicht gut sehen kann. Außerdem kann diese Reparatur unter Umständen leichter zu einer wiederholten Ruptur führen (Zweitruptur). Da hätte man wirklich ein größeres Problem... Als ich meinen Chirurgen fragte, sagte er, dass auch bei nicht komplett abgetrennten Sehnen oft besser sei richtig alles zu verstärken, und dies sei nur möglich bei offenem Zugang.
      Ich kann mir aber vorstellen, dass bei der Tenorrafia-Technik die Wadenmuskulatur weniger in Anspruch genommen wird, und damit nach ReHa fast normal dick bleibt.
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