Gipfel-Erfahrung

      Gipfel-Erfahrung

      Hier mal ein Tourenbericht von 2011

      Im Schwarzwald rauf und runter - drei Gipfel an einem Tag mit Crossskates

      Feldberg 1493m - Herzogenhorn 1415m - Belchen 1414m

      Start am 15. Oktober 2011 unterhalb der Feldbergkirche am Feldbergpass (B317) auf Höhe 1220m. Sonniges, windiges und kühles Herbstwetter. 10:13 fahre ich auf alten bewährten Skike-Crossskates über die Bergstraße zum Haus der Natur. Dann geht’s über den ruppigen, aber asphaltierten Wanderweg zum Gipfel. Nach 32 min bin ich oben auf 1493m. Die klare Fernsicht reicht vom Allgäu die Gipfelkette entlang bis zum Mont Blanc. Kurze Pause von etwa 10 min.
      Vorsichtige Abfahrt. Beinahe wieder am Feldberger Hof plötzlich ein heftiger Stolperer. Ich kann gerade noch aussteuern. Die Abfahrt kostet Konzentration und Kraft, da viele Löcher, Kanten und Steine zu beachten sind. Vorsichtshalber trage ich Handprotektoren. Schwierig sind auch Wanderer zu passieren. Sie können nicht einordnen, was ihnen da entgegen oder von hinten kommt. Meist gehen sie dort, wo man noch am besten fahren kann. Nach 59 min bin ich wieder am Auto. 269 hm und 9,5 km.

      Nach einer Pause starte ich 11:35 zum Herzogenhorn. Über den Hebelhof und weiter auf der Verbindungsloipe laufe ich rauf zum Leistungszentrum. Der Asphalt ist wieder sehr rauh. Oben dann Schotter. Abfahrt über die Grafenmatter Wiesen zum Leistungszentrum. Grober Schotter, der fast die Hälfte des Jahres mit Schnee bedeckt ist. Der steile Anstieg zum Gipfel hat es in sich. Unmengen eichel- bis kastaniengroßer Schottersteine bremsen immer wieder den Vortrieb. Teilweise muss ich im Grätenschritt gehen. Rücklaufsperren, größere und breitere Räder wären jetzt hilfreich. Dann wird es noch steiler. Selbst mit dem MTB kommt mancher hier an seine Grenzen. Abschnallen will ich nicht. Nach 40 min bin ich oben auf dem Horn, 1415 m. Unterm riesigen Holzkreuz trage ich mich ins Gipfelbuch und Cache-Logbuch ein. 282 hm waren es „nur“.
      Jetzt kommt die Abfahrt. Sturzbereit rolle ich mit weichen Knien langsam den grobgeschotterten Abhang runter. Immer wieder trifften und rutschen die Räder. Plötzlich blockiert das linke Vorderrad. Ich werfe mich kontrolliert rechts zur Seite auf die Steilwiese. Ein großer Stein klemmt zwischen Rad, Fender und Rahmen. Selbst mit Werkzeug ist er nicht zu entfernen. Also muss ich das Rad ausbauen, Stein entfernen, Rad einbauen und die Spur dann irgendwie einstellen. Es geht weiter. Mit nur etwa 5-7 km/h fahre ich alle oberen Passagen, dann die Schotterpiste natürlich schneller. Endlich nach dem Gegenhang und der steinigen Piste kommt das Sträßle. Aber auch hier sind Löcher, Risse, Dellen und der sehr grobe Kieselasphalt zu beachten. Nur nicht hinfallen. Nach 100 min und 9,9 km bin ich wieder am Parkplatz unterhalb der Feldbergkirche. Kann man die Feldbergtour noch empfehlen, so ist die Tour aufs Horn nur bis zum Leistungszentrum geeignet. Danach braucht es schon Erfahrungen, die man etwa auch beim Biken, Langlaufen, Klettern oder Skibergsteigen sammelt. Ich kontrolliere die Reifen. Alles o.k., nur das vordere Schutzblech ist gerissen. Mit Tape stabilisiere ich es. Überhaupt sind diese Art Fenderteile von Skike im quasi alpinen Gelände nicht geeignet. Hätte sie abmontieren sollen.

      Nach der Pause fahre ich mit dem Auto zum Wiedener Eck. 14:48 geht’s zuerst 135 hm bergauf der so gut wie nicht befahrenen Straße zum Hohtann 1180m, dann die schöne lange Abfahrt nach Obermulten und rauf zum Belchengipfel. Auch diese grobe Straße läßt sich gut fahren bis 1350m. Zum Gipfel sind es dann nochmal 64hm, die allerdings grob verblockt sind mit festem und losem Felsgestein, der Weg durchzogen von tiefen, natürlich entstandenen Wasserrinnen. Nach oben fahre ich etwa nur ein drittel der Wegstrecke, dann meist mit Doppelstockschub, runter etwa 70%, oft ein Bein anhebend wegen der Steine, mit dem anderen voll auf der Bremse. Ansonsten ist es ein Wandertrail, der zum Stolpern und Stürzen einlädt. Auch hier kann ich nur warnen und das Cross-Skaten nicht empfehlen.
      Dann folgt meine Abfahrt über die Gipfelstraße. Die Oktoberkälte dringt jetzt durch den Körper. Die Kontrolle der Skates wird schwieriger. Das Dauerbremsen strengt an. Löcher, Unebenheiten und Kanten kommen auf mich zu - oft erkenne ich sie erst im letzten Moment. Dann rutschiger Sand auf der Straße. Die Kurven fahren sich schwieriger als sonst. Plötzlich eine 10 cm Abbruchkante – Vollbremsung, denn der Asphalt endet hier. Grobe Schotterpiste bis zur Seilbahnstation. Weiter. Achtung Kreuzung. Bremsen. Achtung Auto. Stolper. Gleichgewicht, o.k. dann wieder 135 hm bergauf. Aufwärmen. Nach Hohtann folgt die letzte Abfahrt. Konzentration. Wie schön eigentlich die Landschaft hier im Südschwarzwald ist, interessiert mich nicht. Müsste eigentlich essen und trinken - doch Flasche leer und Appetit nicht da. Weiter, einfach weiter. 17:48 komme ich erschöpft, fröstelnd und erleichert am Parkplatz an. Die Ausrüstung werfe ich auf die Wiese und mich dazu. Nach 585 hm, 19.6 km und 162 min habe ich auch den dritten Gipfel „gemacht“.

      Ob es drei Erstbefahrungen sind, weiß ich nicht. Im Tagespaket wahrscheinlich schon. Ob jemand vor dem 15. Oktober 2011 in einem Mittelgebirge überhaupt die je drei höchsten Gipfel an einem Tag mit Cross-Skates befahren hat, wüßte ich gern.

      Das nächste Projekt: Alle drei Gipfel als „Überschreitung“ an einem Tag mit Cross-Skates befahren (ohne Auto zwischendurch). Dass dabei sich Kilometerzahl und Höhenmeter fast verdoppeln, ist zu bedenken. Die Bedingungen Wetter, Ausdauer, Kondition usw. müssen stimmen.

      Die Orientierung ist leicht. Dafür reicht eine normale Wanderkarte, beim Belchen auch die Straßenkarte. Empfehlen würde ich die Befahrung der Gipfel von Herzogenhorn und Belchen nicht nur nicht wegen der fahrtechnischen Risiken. Die organisierten Naturschützer, aber auch die Bergwacht sehen es nicht gern, wenn man in der schneefreien Zeit mit Sportgeräten diverser Art die sensiblen Ökosysteme der Gipfelregion belastet und die Wanderer erschreckt. Ein Kompromiss wäre es, dass man halt den letzten Teil zu Fuß bewältigt oder vorher schon wieder umkehrt.

      Zwei weitere Tourenberichte von 2012 folgen demnächst: die „Zehn-Tausender-Gipfel“ der Schwäbischen Alb als Tagestour und die „Vollendung“ des Projekts, also die „Überfahrung“ der drei höchsten Gipfel des Schwarzwaldes an einem Tag nur aus eigener Kraft mit Cross-Skates quasi in einem Zuge.

      Gruß Randonneur
      Hier die Fortsetzung meiner „Gipfel-Erfahrung“ vom letzten Jahr

      Drei Gipfel überfahren: Herzogenhorn-Feldberg-Belchen

      Wer im Südschwarzwald unterwegs ist, wird sie nicht übersehen - die drei höchsten Gipfel Herzogenhorn, Feldberg und Belchen. 2011 konnte ich alle drei mit Crossskates an einem Tag befahren. Zwei davon vormittags vom Feldbergpass aus, am Nachmittag dann den Belchen vom Wiedener Eck her. Die Autofahrt dazwischen, naja. Zwei Tage später plante ich deshalb die nächste Tour:

      Es sollte doch möglich sein, diese drei Berge in einem Lauf zu überfahren. Startort wäre der Bernauer Hof südlich des Herzogenhorns (1415m). Nach 470 Höhenmeter dann die Abfahrt zum Pass und weiter über den Feldberger Hof zum höchsten Berg (1493m). Abfahrt über die Todtnauer Hütte und rüber nach Todtnauberg. Abfahrt nach Todtnau und weiter im Tal bis kurz vor Schönau, Heimatort von Jogi Löw. Dort wartet der Schlussanstieg mit fast 900 hm auf sehr rauhem Asphalt. Vom Belchengipfel (1414m) am Ende die Abfahrt nach Multen, Ziel des 100kmRucksacklaufs - das wäre es.

      Und das wurde es ein Jahr später am 28. August 2012 auch. Die steilen Forstwege waren oft sehr grob geschottert und verlangten dann maximalen Krafteinsatz. Die mehr als 50km und 1960hm in etwa 9h mussten hart erkämpft werden. Die Abfahrten waren alle machbar. Die alten Skikes können das erstaunlich gut. Die groben Anstiege aber verlangten eigentlich größere Räder und Rücklaufsperren. Mehr Bodenfreiheit hätte auch Vorteile.

      Insofern ist die Tour nicht wirklich zu empfehlen. Die Einzelbefahrung der Berge wie im letzten Jahr würde ich vorziehen. Oder eine neue Linie über den Stübenwasen, Notschrei und das Wiedener Eck. Wie auch immer, demnächst folgt die Tour der 10 TAUSENDER auf der Schwäbischen Alb, natürlich als Tagesprogramm. Gruß Randonneur
      10 TAUSENDER an einem Tag

      Nach den höchsten Gipfeln im Schwarzwald vor acht Tagen sind heute am 5. September 2012 die höchsten der Schwäbischen Alb an der Reihe. Ich starte am Klippeneck (17km von Rottweil entfernt) um halb neun. Mäßig steil geht's über einen steinigen breiten Weg wenige Höhenmeter rauf zum Hummelsberg. Oben kommt feuchte Wiese, zunächst abwärts gut fahrbar, dann zäh, weil sie kaum begangen und dazu leicht ansteigend ist. Doppelstockschübe sind oft das einzige, was noch hilft. Vorbei an der Kapelle zum Kehlen, der zweite Gipfel. Dann rüber zum Biathlonzentrum Heuberg, wo der Hochwald-Tausender direkt an der Skirollerpiste liegt. Hier ist der Asphalt super. Die Straße runter nach Gosheim hat zwar nur 150hm, ist aber sehr steil und nicht wenig befahren. Muss dauerbremsen. Nach 100hm halte ich an und lass die Reifen abkühlen. In Gosheim kaufe ich Apfelschorle und Bananen, um mich für den höchsten Berg der Alb zu stärken. Ich gebe alles. Auf Höhe 925 will ich dann doch abschnallen und zu Fuß weiter. Vom Lemberg (1015m) fahre ich ab, so gut es geht. Der felsige Boden ist feucht. Immer wieder rutschen die Skikes quer. Die Räder sind verschmiert, die Schienen setzen auf. Wurzeln sind wie mit Butter bestrichen. Dann heißt es "absteigen", dabei die Vorderräder gegen einen Stein oder den Hang hin stellen und so heikle Stellen entschärfen. Der Gegenanstieg zwingt mich wieder zum Wandern. Oben an der Traufkante geht's weiter auf Rollen und schmalem Trail zum Hochberg und dem Oberhohenberg mit seinen Überresten einer mittelalterlichen Burg. Die Abfahrt ist wieder eine Rutschpartie. Die Räder graben sich in den feuchten Untergrund ein. Die Kalksteine sind glatt wie Eis. Manchmal fährt sich's besser neben dem Wandersteig, wo Nadeln, Laub und trockene Ästchen liegen. Unterhalb der Schutzhütte beginnt der Feldweld nach Delkhofen. Dann 200hm hinauf zum Funkturm auf gutem Asphalt. Die letzten vier Gipfel: Montschenloch, wo einst Amerikaner trotz französischer Besatzungsmacht den Luftraum überwachten. Dann der Rainen. Beides unschwere Kuppen, relativ leicht zu fahren. Der Bol und der Wandbühl, die letzten meiner Zehnerrunde sind weglose Grasberge und weisen kaum Trittspuren auf. Überhaupt waren trotz Ferien keine Leute hier unterwegs. Abwärts lassen sich diese Wiesen fahren, bergauf geht nichts. Endlich geschafft. Der schönen asphaltierten Abfahrt nach Wehingen folgen 200hm Straße rauf zur Wehinger Skihütte. Weiter über Wege und Wiesen zum Biathlonzentrum und dann über endlos weite Magerwiesen zum Klippeneck, das ich nach 39km 16:40 erreiche. Mein Fazit: das Terrain ist überwiegend eher nicht geeignet für Crossskating. Wiederholen möchte ich die Tour so nicht. Mit dem MTB oder als Wandertour o.k. Wer einen Bergmarathon rennen will, findet hier die besten Bedingungen. Oder im Winter mit Schneeschuhen. Also keine Empfehlung für Crossskater. Spaß hat es dennoch gemacht, vielleicht auch, weil es wohl eine Erstbefahrung ist und viele Wege mir nicht bekannt waren.
      Gruß Randonneur
      Hallo Randonneur,

      das war ja wohl eher eine Tor-tour, was? Respekt, Respekt! Viele Regionen der Schwäbischen Alb kenne ich vom Wandern ganz gut, auf solchen Wegen würde ich die Cross-Skates gar nicht erst anschnallen. Aber toll, dass Du Dein Ziel erreicht hast - und schön, dass Du hier davon berichtet hast!

      Gruß
      Sigrid
      Hallo Randonneur,

      du bist ja wirklich ein ganz Verrückter :D :D
      Wenn ich mir die Gegend da vorstelle....... ich hab beim Lesen nur gelacht.

      Randonneur schrieb:

      Spaß hat es dennoch gemacht, vielleicht auch, weil es wohl eine Erstbefahrung ist und viele Wege mir nicht bekannt waren.

      Das glaube ich dir! Dieses Gefühl "man will es einfach mal ausprobiert haben" kenne ich auch :) Sonst weiß man ja nicht, obs geht oder nicht geht....

      LG Andrea
      Ein wenig vergleichbar sind solche Crosstouren mit alpinen Skitouren im Frühjahr. Man trägt die Ski vom Parkplatz den Berg hinauf bis zur Schneegrenze. Oben in Gipfelnähe ist's dann manchmal so steil, dass man für die Ski ein Depot macht oder die Bretter am Rucksack befestigt und die letzten Höhenmeter zu Fuß bewältigt. Und beim Abfahren sind immer wieder mal Stellen dabei, wo das eigene Können endet und man nur mit Tricks und Mühe weiterkommt. Ob sich's gelohnt hat und die Tour empfehlenswert ist, weiß man erst, wenn man's gemacht hat.

      Mein Verdacht ist, dass manche Touren nur deshalb "durchgezogen" werden, damit man sich davon lösen kann und das ganze nicht noch mal angehen muss.

      Weil's geht immer weiter. Neue Pläne drängen sich in den Vordergrund: Etwa die Auffahrt von Freiburg 278 m zum Feldberg 1493 m. Welche Variante ist sinnvoll, wo sind die schwierigen Passagen. Hat das schon jemand gemacht. Bräuchte ich dafür eigentlich nicht anderes Material ...

      Gruß Randonneur

      Randonneur schrieb:


      Weil's geht immer weiter. Neue Pläne drängen sich in den Vordergrund: Etwa die Auffahrt von Freiburg 278 m zum Feldberg 1493 m. Welche Variante ist sinnvoll, wo sind die schwierigen Passagen. Hat das schon jemand gemacht. Bräuchte ich dafür eigentlich nicht anderes Material ...

      Gruß Randonneur



      Hallo Randonneur,

      als Auffahrt von Freiburg aus bietet sich Oberried-Zastlertal-Rinkendobel-Baldenweger Hütte-Naturfreundehaus-Feldberggipfel an. Bis zum Naturfreundehaus ist durchgängig asphaltiert. Dann kommt ein Wurzelweg, den man mehrere hundert Meter tragen muss, den Rest bis zum Gipfel kann man wieder mit Skikes fahren.

      Ich bin die Strecke schon mit dem MTB gefahren und kann sie empfehlen. Es herrscht wenig Verkehr und sie ist gut zu befahren.

      Gruss Jens
      Skike Vo7, Black Armada, Skike one for one mit Leki Trigger3, Garmin 310XT
      Hallo Jens,

      danke für die Empfehlung. Diese Variante scheint also machbar zu sein. Hatte vor zwei Jahren mein Rad diesen Wurzelweg raufgeschoben/-getragen. Ein junger Ranger wollte mich zurück halten. Ich war natürlich sehr verständnisvoll und lobte die Naturschutzarbeit. Es ließ mich ziehen, allerdings mit der Auflage zu schieben bis zum Gipfelplateau.

      Wollte man die Gehpassage vermeiden, bleibt nur der Umweg über den Raimartihof und das Caritashaus. Im Winter sind dort schöne Loipen. Wie's jetzt da aussieht, vermag ich nicht zu sagen.

      Gruß Randonneur
      Habe heute die Auffahrt zum Feldberg (1493m) im Hochschwarzwald genommen, aber nicht wie noch im Sommer auf Cross-Skates, sondern mit klassischen Langlaufski bei etwa -10 Grad. Die Schneeverhältnisse sind o.k., die Panoramaloipe ist präpariert, Richtung Stübenwasen auch. Skating ist möglich, allerdings ist dafür die Unterlage stellenweise nicht fest genug. Am Gipfel war es dunkel und neblig. Allein die 5m hohen Stangen und der gewalzte Weg ermöglichten auf der baumfreien Hochfläche die Orientierung. Traf in den 2 Stunden nur einen Menschen, der leider als Schatten wortlos an mir vorüber glitt. Meine Lauftechnik war grauenvoll. Die Beine fühlten sich federleicht an, vor Kraft wussten sie nicht wohin. Vergessen und umlernen werden sie müssen. Der Einstieg ist gemacht. ****Gruß Randonneur
      Freiburg - Feldberg - Freiburg

      Man kann den Feldberg erobern (2011) oder ihn in eine Kette von Gipfelüberfahrungen einbeziehen (2012). Für dieses Jahr kam mir die Idee, den Berg auch in seiner weithin sichtbaren Schönheit samt dem Schichtstufenland von der Rheinebene bis zu den Schwarzwaldhöhen zu würdigen.
      So entstand mein Plan, am Freiburger Münster auf Cross-Rollski zu starten und erst auf dem Feldberg (1493 m) umzukehren.
      An Mariä Himmelfahrt geht es aufwärts. Während der Papstsekretär Gänswein unten im Münster die Messe liest, bin ich schon am Berg. Wie vermutet sind die knapp 6 Kilometer zwischen Rinken und Feldbergpass sehr anstrengend. Immer wieder muss ich kurze steile Passagen im Grätenschritt gehen, ansonsten oft mit Maximaleinsatz die Rollski über Geröll, losen Schotter und felsiges Gestein vorantreiben. Dazwischen kleine notwendige Pausen, um Kräfte zu sammeln. Noch unangenehmer ist, dass mir viele Wanderer bei meinen Bemühungen zusehen, eine ältere Dame mit einem Gesicht, als ob sie Zahnschmerzen hätte. Zweihundert Höhenmeter unterhalb des Gipfels passiert es dann. Mit der Kante des x-plorers kürze ich den rechten Skistock um 10 cm. Zum Glück habe ich eine Wendespitze dabei. Ich montiere sie auf das erstaunlich sauber durchtrennte Stockende mit sechs Schrauben und weiter geht's. Die Landschaft brauche ich nicht zu rühmen. Empfehlen für einen schönen Cross-Skating-Ausflug kann man das Dreisamtal von Freiburg nach Kirchzarten, das Zastlerbachtal bis Oberried und weiter zum Glaserhansenhof, Schweizerhof. Dann wird es sehr steil. Erst ab dem Feldbergpass kann man das letzte Stück zum Gipfel wieder mit Genuss und freier Sicht fahren. Ganz allein unter Wanderern und Bikern bin ich nicht. Bei Kirchzarten sehe ich eine Gruppe junger Rollskifahrer beim Training auf asphaltierten Feldwegen.
      Am Ende sind es knapp 80km und 1500hm, eine zweite Stockspitze verabschiedet sich auch noch, dazu ein platter Reifen, letzterer zum Glück nicht in der Abfahrt. Gruß Randonneur