Gras-Ski

      Hallo alf,

      ich glaube, dass man damit in der Ebene ziemlich lahm ist, denn die können doch mit recht wenig Bremsen den Hang runterfahren.
      Auf einer Blumenwiese möchte ich das nicht ausprobieren - da tut mir nicht nur die Vegetation leid! Und dann mit dem Ankerliftbügel zwischen den Beinen rauffahren, au weia!

      Gruß
      Sigrid

      GrasSki light...

      Seh ich auch so, Sigrid: Grasski is’ nix für Skating auf ebenem Gelände – und bei Hangneigung nur bremsbar wie Alpin-Ski: volle Kante bis es staubt! Hat daher immer den negativen touch der Umweltunverträglichkeit. :(

      Ganz anders bei den Coyoten ( youtube.com/watch?v=weK3pQOl-sw ), wo die Luftreifen dem Gras beim Drüberrollen nicht mehr antun, als wenn man darauf geht. Selbst beim „Schwung“, der eigentlich ein moderat gecarvter Turn ist, wird das Gras nur plattgewalzt, wovon es sich schnell wieder erholt. Freilich ist der Kantengrip zu gering für ehrgeiziges Wettkampf-Slalom, aber für’s Cruisen langt’s! Nur möglichst trocken sollte es sein, das Gras – im Frühjahr dann also wieder, wenn Ski aus ist. Denn bis zur nächsten Flocke ist das im Sommer das beste Rezept für den kleinen Wedelhunger zwischendurch! :p

      Und ist das Gefälle am Ende, ist es der Vorschub bei mir noch lange nicht: dann werden die Schlaufen wieder am oberen Stock-Griff eingeklinkt und… ab geht’s! :)

      Hubert
      … ein bisschen Gras muß sein…:D !
      KnightSkater

      KnightSkiker schrieb:


      Ganz anders bei den Coyoten ( youtube.com/watch?v=weK3pQOl-sw ), wo die Luftreifen dem Gras beim Drüberrollen nicht mehr antun, als wenn man darauf geht. Selbst beim „Schwung“, der eigentlich ein moderat gecarvter Turn ist, wird das Gras nur plattgewalzt, wovon es sich schnell wieder erholt.



      Hallo Hubert,

      weiß das Gras das auch? Ich hab' da nämlich so meine Zweifel, wenn ich mal in meinen grauen Zellen die Physik von vor ewigen Zeiten auskrame. Den Druck auf den Untergrund bekommst Du doch, indem Du Dein Gewicht durch die Fläche Deiner Füße teilst. Die ist aber erheblich größer als die Gesamtauflagefläche sämtlicher Rollen der Coyotes. Es sei denn, Du haust beim Gehen Deine Ferse mit Wucht in den Boden. Aber egal, das Video ist einfach klasse und irgendwie muss ich ja eine Ausrede für mich haben, um nicht neidisch zu werden ;) ! Die Menge der geplätteten Grashalme ist jedenfalls ganz sicherlich kleiner als bei der Raupen-Variante und hilfreich sollte es auch sein, dass kaum jemand die Dinger so beherrscht wie Du und daher sicherlich kein Lift für die Coyote-Abfahrts-Enthusiasten betrieben wird. Vorerst gibt's sowieso noch genug richtigen Schnee zum Wedeln!

      Gruß
      Sigrid
      Hallo Sigrid

      Den Druck/qcm rechnest Du richtig, aber die physikalische „Belastung“ hat auch den Faktor Zeit drin – und ich fliege ja fast drüber! Kurzzeitig kann so auch ein Mensch ein Vielfaches seines Gewichtes halten – aber eben nur etwa eine Sekunde! Ich behaupte auch nicht, daß es Wellness für die Halme ist, wenn ich drüberrolle… obwohl, auch wir bleiben ja erst mit einem erträglichen Quäntchen Stress physisch und psychisch jung und „geschmeidig“, gell! :o

      Also den Rodelhügel in München fahre ich an einem solchen Tag etwa 20-25 Mal runter und wieder rauf (ich liebe ja den Wechsel zwischen trainingsintensivem RLS-uphill und chilligem Slalom-downhill), da sieht man dann schon meine Spuren. Aber komme ich an einem der Folgetage da nochmal hin, dann strahlt mich der Hügel wieder in sattem Grün an! Gut, im Sommer bin ich halt der Exklusiv-Nutzer dieses ausgewiesenen Rodelhügels - wären’s mehr, sähe das evtl. anders aus.
      Dieses blaue Gebots-Schild mit dem Schlitten – und die Tatsache dass die 4 sternförmig angeordneten Hangschneisen im Sommer (nur für mich:D) regelmäßig gemäht werden - diente mir auch schon mal als gute Rechtfertigung nach einem dahingehenden Vorwurf eines Passanten. Denn wenn ein Hügel auch bei nur 0,1 cm Schneeauflage von zig scharfen Kufen umgepflügt werden darf (wovon er sich übrigens auch erholt), dann darf man ihn im Sommer doch wohl auf breiten Luftpneus befahren – sonst dürfte kein Radlfahrer vom Weg abweichen! Das hat der Guteste einsehen müssen.

      In Tirol sind die Abfahrten eh viel länger und ich befahre dieselbe Stelle kaum mehrmals - da hab ich gar keine Bedenken, was Umweltverträglichkeit betrifft. Aber letztes Jahr war ich wenig in A, aber viel öfter an „meinem persönlichen“ downhill-Hügel – ist irgendwie viel witziger! Und deutlich weniger „abenteuerlich“ als in wechselndem Gelände!

      Für Grasski habe ich mich vor vielen Jahren mal interessiert und bei einem ansässigen Club angefragt – aber die hatten damals gerade „keine Abfahrtsmöglichkeit“ und daher keine Aktivitäten in Planung. Es scheint also, als wenn man diese Disziplin tatsächlich nur auf ausgewiesenen Arealen im Rahmen von Training oder Wettkampf ausüben darf – womit die Mitgliedschaft in einem Verein Voraussetzung wäre. Und „wild wedeln“, wie ich es kenne, is’ dann nich’! Seit den Coyoten hab ich auch kein ernstes Interesse mehr daran.

      Und DANKE für die Blumen :rolleyes: ! Aber Ausreden braucht hier keiner, jeder hat seine individuellen fables und Stärken!

      Hubert
      …süchtig nach allem, was rollt… und wenn’s der Rubel ist! :D
      KnightSkater

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      Servus Flachlandskater

      Es kam wie’s kommen musste: ich bekam eine Gelegenheit zum Probieren und habe zugegriffen. So war ich neulich in Mittelfranken beim Grasski fahren – unter Trainier-Anleitung und mit richtigen Grasski :cool:!
      Die Bewegungsabläufe und das Feeling waren – abgesehen von den ersten vorsichtig angespannten, langgezogenen Schwüngen – natürlich ähnlich dem, was ich auf Schneeski oder den Coyoten bisher schon kenne. Nur der Sound ist gänzlich anders: das Abrollen dieser kettenartigen Raupe, wo am Umlaufriemen Kunststoff-Gleitelemente mit Kantenerhöhungen fixiert sind, klingt schon fast wie ein Motor. Das kommt von den kleinen, locker innen und außen um den Laufrahmen anliegenden Plastikrädchen, von denen jedes Element 6 hat – bei 20 solcher Elemente pro Ski sind das 240 einzelne, kleine Rollwiderstände. Die sind nicht nur hörbar, sie bremsen auch mit zunehmendem Tempo spürbar ab, wie wenn Schnee auf der Abfahrt nach unten immer schwerer würde. Bei Wettkämpfen haben also tatsächlich die schwereren Läufer einen deutlichen Vorteil, wie man mir erzählte (vielleicht sollte ich meine 2 Zentner doch noch mal in den Ring schmeißen? :o). Von den Coyoten kenne ich das anders: wenn ich’s da laufen lasse, dann geht’s so was von dahin - da bremst mich nix außer dem Luftwiderstand.

      Die Umweltverträglichkeit ist übrigens besser als vermutet, denn „geschnittene Schwünge“ mittels Aufkanten und aktivem Hüftknick, wobei jedes Raupen-Element bleibt wo es aufsetzte, ist auch beim Grasski die althergebrachte Technik, lang bevor die Schnee-Alpinisten die „Temposchwünge mit mittleren und weiten Radien“ alias Carving Anfang der 90ger für sich entdeckten und den Skizirkus damit revolutionierten.
      Entgegen meiner anfänglichen Meinung gibt’s mit diesen Kantenelementen eben keine Drifts – und erst recht keine Brackage, da kontrolliertes Rutschen auf Gras nicht wie auf Schnee möglich ist. Meine Coyoten stelle ich in brenzligen Situationen auch nur quer, um maximale Reibung zu erreichen – die Effektivität einer Stahlkante im Schnee hat das nicht. Und beim 100cm-Grasski kämen die Hebel vor und hinter dem Fuß dazu, die dir den Ski verreißen können.
      Trotz der Unschädlichkeit sei es allerdings dringend empfehlenswert, erst die Genehmigung des Bauern oder Hangbesitzers einzuholen, bevor man runterbrettert. Sowas wie öffentlich freigegebene Hänge zum Grasski fahren ohne Wettkampf und Slalomstangen gäb’s wohl nur in Tschechien.

      Auf jeden Fall war’s ein Erlebnis der besonderen Art, das ich unbedingt wiederholen möchte. Und jedem, dem sich eine solche Gelegenheit bietet, kann ich nur zuraten, sie zu ergreifen.

      Hubert
      …den der Berg auch im Sommer ruft!
      KnightSkater

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      Hallo Rando

      Randonneur schrieb:

      Wenn ich auf alpinen Wiesen sportlich abfahren wollte, wären Grasski besser geeignet.


      Allerdings! Auch ich betrachte eine CID-Session lediglich als „Appetithappen für den kleinen Wedelhunger zwischendurch“, der mich über die Durststrecke von Winter zu Winter – und Grasski-Tag zu Grasski-Tag rettet ;( ! Grasski hat mit seinen schönen weiten Carvingturns definitiv mehr – ich nenn’s mal… – „optische Würde“ als mit CrossInlinern einen kurzen Wiesenhang runter zu godillieren!Und daher ist es auch vollkommen richtig, wenn du feststellst:

      Randonneur schrieb:

      FIS-Rennen, Weltcups, Euro- u. Weltmeisterschaften zeigen, dass die Sommerdisziplinen Slalom, Riesenslalom, Super-G und Kombi auf Grasski offenbar von den Könnern und den Sport-Gremien ernstgenommen und geschätzt werden.

      Durch meine 2 Kontakte zur Grasski-Szene weiß ich, daß der Ehrgeiz, der hinter diesen Events – wie auch dem Training dafür – steht, wettkampfmäßig ernst ist (aber bei familiärer Stimmung) und man das keinesfalls belächeln darf. Einem Jeden sein Steckenpferd ist ihm heilig!… oder so.

      Aber...…
      fürs Grasskifahren muß ich, trotz eines hier ansässigen Grasski-Clubs, ebensoweit anreisen wie fürs Alpinskifahren, denn auf den meisten geeigneten und nicht bewirtschafteten Hängen, egal ob privat oder öffentlich, ist es entweder per Dekret verboten (z.B. hier §2-(2)-b) oder schlichtweg vom Eigner genehmigungspflichtig, denn es heißt „SKI“ und darf damit wie im Winter nicht einfach so überall und „wild“ betrieben werden. Da im Gegensatz zum Schneeski bauart- wie auch untergrundbedingt kein Pflug und keine Braquage (Ski querstellen) zweckmäßig sind, wird die Genehmigung meist verweigert, denn es braucht Platz für jeden einzelnen Läufer ohne Kollisionsrisiko – das ein Hangeigner nicht ganz ignorieren kann (versicherungs- und haftungstechnisch). Die locations, die ich nutze, liegen alle im Norden Bayerns, wo auch noch einzelne Aktive zu finden sind, die mich am Training teilnehmen lassen. So richtig öffentliche Hänge für freies Grasskifahren (ohne Stangenslalom, mit Lift oder shuttle) gibt es meines Wissens nur vereinzelt in A, CH… und einer in Hessen.

      Hingegen…
      das Abfahren auf CrossInlinern über einen öffentlichen Hang kann mir eigentlich niemand verbieten, denn mit Inlinern ich bin „Fußgänger“ im verkehrsrechtlichen Sinne (in D)! Somit betrete ich den Rasen nur – und wenn kein „Betreten verboten“-Schild da ist…! Freilich hab ich mich umsichtig zu verhalten und Gefährdungen auszuschließen, klar, auch Blumen-bepflanzte Flächen etc. sind tabu. Dazu hab ich mehrere spots in München: ein Rodelhügel, dessen Abfahrtsspuren im Sommer (nur für mich!) immer schön gemäht werden und ein paar Hänge an den Bergen in den Parks des Stadtgebiets – da hab ich sogar die Erlaubnis der Anlagenaufsicht München.
      Deshalb hat CID für mich persönlich den gleichen Stellenwert wie Grasski, weil zwar der Nutzen geringer, aber der Aufwand vergleichsweise geradezu minimal ist! Jedoch kann ich da nicht so lange und kraftvoll carven wie auf Grasski – da wedelt man eher in kurzen Intervallen.

      Desweiteren müssen Grasski nach etwa jeder 3. Abfahrt gewaschen und nachgeölt (alles biologisch abbaubar) werden – meine speziellen downhill-Coyoten nicht! Und: sie haben Rücklaufsperren, mit denen ich die kurzen Hänge im trainingseffektiven Tourenski-Schritt pulsmoderat hochlaufen kann, womit ich unabhängig bin von stationären Aufstiegshilfen… sofern an für Grasski freigegebenen Hängen überhaupt welche vorhanden sind (sonst: abschnallen und mit Skischuhen hochstapfen)!

      Servus
      Hubert
      …hat einen ganzen Stall voller Steckenpferde ;)
      KnightSkater
      Tja, – auch kleine, scheinbar unsinnige Erfindungen und Dinge, die die Welt zu dem Zeitpunkt nicht brauchte, haben zu unserem heutigen Kultur- und Technik-Status beigetragen – wie groß der Schritt für die Menschheit wird, kriegt mancher Klein-Schreiter zu Lebzeiten oft gar nicht mehr mit!
      Und überhaupt - nach dem eBike, dem eMail :D und dem eDarIing :* ist der eGrasski nur die logische Konsequenz!

      Allerdings sollten bei dem Meyer spätestens jetzt alle Alarmglocken läuten – und umgehend eine Überprüfung aller am Start stehenden Skates auf versteckte „unnatürliche Vorschubhilfen“ eingerichtet werden.

      Servus
      Hubert
      … hat’s beim Biathlon eigentlich irgendwo eine Ladestation? :whistling:
      KnightSkater