protektoren

      liebe skiking freunde

      ich wollte mal fragen ob manche von euch auch mit körperprotektoren unterwegs sind. da ich letztens einen sehr brachialen sturz (im gelände) gebaut habe, mir ein stock abgebrochen und mir unsanft die rippen touchiert hat und ich zudem noch mit dem rücken voll auf den boden geknallt bin, habe ich beschlossen in zukunft auf solchen strecken nurmehr mit sowas zu fahren

      protectionshop.sportkanzler.de…Vest-Cross-Men-Gr.-L.html

      da dieses ding ohnein im winter auch einsetzbar ist und mich weder hitze noch gewicht davon abhalten dachte ich es wäre kein schaden zusätzlich zum crashpad das auch zu tragen.

      keine ahnung ob ich da allein mit der meinung bin aber ich spare bei solchen dingen eher nicht am falschen ende ... immerhin kosten helm, wasserrucksack, handschuhe etc. auch ein paar euronen :)

      lg

      andreas
      Hallo sinthetic

      Ein herzliches „Servus“ hier im Forum – Zeit is’s wor’n nach immerhin einem Jahr cross-skaten! Und besonders freut mich, dass Du ein Thema auffrischst, welches meiner Meinung nach nicht oft genug in der top-news-Liste auftauchen kann: Protektion!

      Solange sich der Gesetzgeber nicht genötigt sieht, Vorschriften zu erlassen (z.B. Auto-Gurt, Motorrad-Helm etc.), ist Protektion ja subjektive Abwägung. Und dabei scheiden sich die Geister, weil NCS als so sicher dargestellt wird – was es generell auch sein mag im Vergleich zum Inlinern oder sportlichen Radfahren. Wer sich zum Beispiel auf planem Kunstboden im mittleren Pulsbereich und weit ab von Kollisions-„Gegnern“ bewegt, der hat sicher ein geringeres Sturzrisiko als ein Alpin-Crosser, der gern an seine Leistungsgrenze geht und immer mit einem (ebenso) verrückten Mountainbiker rechnen muß, der ihm kurvenschneidend ungebremst entgegenkommt.

      Ich siedle mich da so in der oberen Mitte an :o. Auf jeden Fall mache ich keinen Schritt ohne Helm, Rückenprotektor, Hüftprotektorshort, Gelenkschoner, Handschuhe, Brille.
      Und immer, wenn der Sauköter in mir wieder an der Notwendigkeit zweifeln möchte, denke ich an die Fälle der letzten 5 Jahre zurück, wo unvermittelt und unabwendbar das kam, was nicht kommen sollte… zuletzt vor 10 Wochen das da:

      forum.cross-skating.com/erfahr…hill_war_mal_faellig.html

      ... und schon isser wieder leise! Schließlich prägt sich spätestens nach dem zweiten kapitalen Sturz ins Hirn ein, was es für ein hässliches Gefühl ist, machtlos den Boden auf sich zukommen sehen zu müssen.

      Fakt ist: alles, was schneller ist als zu Fuß birgt bei Ablaufstörung ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Und bei der Abwägung sollte nicht nur die Wahrscheinlichkeit ein Faktor sein, sondern auch das mögliche Ausmaß der Beeinträchtigung. Ich persönlich habe nicht die geringste Lust, Beruf, Haupt-Sport und alltägliches Leben an sich wegen eines Unfalls beim Fitnesstraining einschränken zu müssen. Aber das ist meine Anschauung, andere mögen da lockerer sein, aber… unfallresistent ist niemand. Und ins Schwitzen kommt man mit oder ohne Protektoren, wenn man den Sport aktiv betreibt.

      Stets verletzungsfreies Skaten wünscht

      Hubert
      KnightSkater
      Hallo Hubert

      Danke für Deine ausführliche Antwort und ich kann dir nur recht geben! Ich habe heute nach 2 Wochen Abwesenheit die Skikes wieder an und es war mehr so-so ... also eher wacklig, Kondition auch eher madig aber ich dachte mir eine Offroadstrecke könnte ich doch wagen und so bin ich ins Gelände ... ein paar Schrammen waren auch heute wieder dabei aber mehr nicht. Mein Resümee aus unzähligen Ereignissen mit übermotivierten Autofahreren auf Feldwegen, Moutainbikern etc. ist jenes das ich liebe ein paar Kilo mehr an Protektion dabei habe als durch blöde Stürze irgendwelche unnötigen Verletzung davonzutragen - das denke ich gilt nichtmal nur fürs Gelände. Selbst auf Radwegen ist man nicht vor Umfallern und dergleich gefeit und ich denke auch wenn Cross-Skating als sicher gilt, es gibt ja noch andere die etwas unsicher unterwegs sind ... von dem her heißt es oft, wie beim Motorradfahren, auch für andere mitdenken :)

      Was das schwitzen angeht ist es exakt wie du sagst - irgendwann ist ohnehin jedes Leiberl nass und soviel mehr schwitz ich durch die Protektoren auch ned. Über 30 Grad wirds unangenehm aber entweder fahr ich da sowieso nimma oder ich nehm den Bodyprot ab ... jo ... man mag es Paranoid oder Übervorsichtig nennen aber najo ... jeder wie er möchte.

      In diesem Sinne - wie sagt man in dem Fall - Stock und Skikebruch? Wohl ned aber vl. so ähnlich :)

      Alles Liebe

      Andy
      Aus anderem Thread rübergebracht:

      Timm schrieb:


      Da mein Fahrweg sehr breit, eben und abgesichert ist, brauche ich da wirklich einen Helm oder geht es auch ohne?



      Hallo Timm

      Erst mal auch Dir ein herzliches „Grüß Gott“ – und eine Gegenfrage: wärst Du denn auf einer breiten, ebenen und abgesicherten Autobahn auch bereit, den Gurt einfach mal gaudihalber wegzulassen - den braucht man doch eh so gut wie nie. Ich hab meinen vor über 28 Jahren das letzte Mal wirklich gebraucht!
      Lieber nicht? Ach so, weil er Vorschrift ist…!

      Die Frage, die man sich (nicht anderen) als Tempo-Sportler meines Erachtens stellen sollte ist nicht die nach dem „Muß“ oder „ob…“, sondern sie lautet: „WENN mir was passiert, kann ich dann ggf. mit den Konsequenzen leben oder hätte ich damit ein Problem?“. Helm und Protektoren sind natürlich keine Unversehrtheits-Garanten (ebenso wenig wie der Gurt), sie mindern auch nicht das Unfallrisiko an sich, aber sie schützen vor so manchen häßlichen Folgen!
      Man selbst hat übrigens nur einen Teil der Sturz-generierenden Faktoren unter eigener „Kontrolle“ – es mischen immer u.v.a. auch der verrückte Dritte, die verfluchte Technik und die berühmt-berüchtigten „ungünstigen Verkettungen“ mit – womit man ja nie hätte rechnen konnte. Daher ist es falsch zu sagen: „Unfälle werden verursacht durch…“, sondern „Unfälle passieren…“ und zwar unvorhersehbar, plötzlich, unvermeidlich! Bei meinen zweitletzten Kapital-Sturz (s.o.) mit 5 Jahren CrossSkating-Erfahrung war 10 Sekunden vor dem Aufschlag die Welt auch noch im Lot!

      Timm schrieb:


      Gibt es sonstwie sinnvolle Ausrüstung?


      Auf diese Frage pflege ich stets zu antworten: Helm und Rückenprotektor schützen die Nervenzentren – und solange diese beiden den Organismus in Schwung halten können, wächst alles andere ggf. wieder zusammen. Darüber hinaus ist natürlich vieles auch irgendwie „sinnvoll“- insbesondere für Beginner: Gelenkschoner, Hüftprotektorshorts, Brille, Handschuhe…etc.! Nur leider zu oft verliert die Sicherheit das Abwägungs-Duell gegen den Komfort oder - noch schlimmer – gegen die Optik des Outfits…! :cool:

      Und wie erwähnt: das bezieht sich nicht nur auf Skating – es geht um alles, was schneller ist als zu Fuß! NCS gehört sicher nicht zu den gefährlicheren Sportarten.

      Hubert
      Skiing, Skating, Biking: dank Helm & Co. schon im X. Katzenleben
      KnightSkater
      Da mein Fahrweg sehr breit, eben und abgesichert ist, brauche ich da wirklich einen Helm...?


      Nun, "hätte ich doch lieber mal..." hat diesem (Inline)Skater hier leider nichts mehr genutzt...
      Und bestimmt war auch er auf einem "schönen, breiten und sicheren" Asphalt-Weg unterwegs...

      Ok, wahrscheinlich ein extremer Einzelfall, bei dem speziell auch eine sog. "unglückliche Verkettung ungünstiger Umstände" (Rookie mit Technikdefiziten (sowohl sportlich als auch beim Gerät (Inliner-Bremsen!); keine dem eigenen Können entsprechende Streckenwahl usw.) eine Rolle gespielt haben mag...
      -> Aber: im Ergebnis ist dies letzen Endes völlig 'wurscht' - d.h. schlimmstenfalls kann es ohne Protektion weitaus früher mal heißen: "und aus is'" !

      Ergo - da schließe ich mich vollstens den Ausführungen KnightSkikers an: HELM MUSS DRAUF !
      ...denn schließlich haben wir nur die eine Schaltzentrale !
      (und wenn die erst hinüber ist, ist auch mit Eb_y nichts mehr zu machen...)

      Hier gibt's übrigens auch noch eine positive 'Motivationshilfe' zum Thema.

      Gruß
      skikster
      Servus Skikster

      Vielen Dank für Deine Untermauerung – und für die hochinteressanten, informativen und hoffentlich wirkungsvollen Fallbeispiele über Deine links! Eins positiv und eins negativ - jeder hat so die Gelegenheit, seine Wunsch-Zuordnung im Fall des Falles zu finden und dementsprechend zu handeln – oder es bleiben zu lassen.
      Im bedrückenden Negativ-Beispiel überspielt zwar der trockene Mediziner-Jargon die Tragik schonungslos, aber es zeigt durch die belegten Statistikzahlen eindrucksvoll, wie wichtig gerade der Helm ist, wenn man mal – schneller als man es u.U. überhaupt bemerkt - vom „grünen Bereich“ in eine solche unkontrollierbare Situation gerät… und eben danach noch was vor hat!

      Einerseits ist es traurig, daß es hierzulande ohne entmündigende Vorschrift (Motorradhelm, Autogurt) oder zumindest medienintensiven Vorfällen (der rettende Skihelm des Ex-M.P. AIthaus – und der fehlende des Opfers) nicht zum Standard wird, daß man seine Schusserkiste auch beim Freizeitspaß schützt. Andererseits bin ich der Überzeugung, daß sich im Universum alles stets ausgleicht: was früher die Natur erledigte, als wir noch mitten in der Nahrungskette standen und wir noch frühen Altersgebrechen und mancher Seuche erlagen, später Zwangs-Auswahlverfahren wie Hinrichtungen, Massenausbeutungen und Kriege dies bewirkten, das wird nun zum Teil in die naiven Hände des sog. mündigen Bürgers gelegt, wovon sich eh nur ein kleiner Prozentsatz wirklich „einen Kopf um seinen Kopf“ macht. Ich spreche von der Verlangsamung der Bevölkerungsexplosion. Denn der neuzeitlich unantastbare Homo Mirpassiertehnixensis ist es gewohnt, daß ihn vor fast jedem Übel irgendeine von seinen Steuern getragene Institution schützen muß und ist so der Überzeugung, daß ihn der dumme, garstige Säbelzahntiger (namens Murphy) NIE erwischen kaaaaaaaaaaa…

      Hubert
      …kann Helmverweigerung nur so verstehen!
      KnightSkater
      Bei meinen Abfahrten vom Lemberg (höchster Berg der Alb) und Feldberg (Schwarzwald) letztes Jahr habe ich auf Protektoren auch nicht verzichten wollen. Man fühlt sich doch gleich ganz anders und fährt auch so. Beim Slalom um die Wanderer auf der Brockenstraße im Frühjahr kommen sie spätestens wieder zum Einsatz.

      Mit Protektoren ausgestattet kann man es bergab auch mal so richtig krachen lassen. Ob beim Skifahren oder mit dem Bike, man geht natürlich leichter an die Grenzen. Rasant, brachial oder auch nur riskant überholt man gerne brave Freizeitsportler, die leicht bekleidet unschuldig ein Naturerlebnis suchen und Freude an der Bewegung haben. Bei einem Crash haben sie natürlich das Nachsehen. Selber schuld, wenn sie nicht aufrüsten.
      Meist trifft man diese Naturfreunde am Parkplatz wieder, wo sie fröhlich in ihren Kleinwagen steigen und ich sie auf der Heimfahrt mit meinem SUV-Freizeitpanzer grimmig von hinten ein zweites Mal erschrecken kann. Gruß Randonneur

      Randonneur schrieb:


      Mit Protektoren ausgestattet kann man es bergab auch mal so richtig krachen lassen.


      Das ist übrigens ein echtes Problem mit Protektoren. Da die Leute sich sehr geschützt fühlen, wird gern an die Grenze gegangen und es enstehen schwere Unfälle. Sofern ich mich richtig erinnere gab es mal einen Bericht das beim Skifahren die Anzahl der Unfälle gestiegen war, als sich Rückenprotektoren stärker verbreiteten.
      Vor etwa zwei Monaten auf der gut ausgebauten Gletscherstraße im Skigebiet Sölden:
      Mit Vollgas heizen dort morgens Skifahrer in meist schwarzen Boliden auf 2800m Höhe. Man überholt, wo's nur geht. Auf den Passagen mit Schneeauflage wird nicht etwa abgebremst - wozu gibt es xDrive.
      Gut gepanzert und gerüstet geht's schnell weiter zum Kabinenlift, auch dort Kampf um die Plätze. Auswurf auf 3250m und gleich wieder runterrasen, solange die Piste noch glatt ist. Und wieder hoch.
      Normale Skifahrer wie jetzt in der Ferienzeit sieht man selten. Dafür riecht man schon die üblichen Alkoholfahnen. Ein üppig ausgerüsteter Schweizer erzählt mir von seinem nächsten Heliskiing-Urlaub in Kanada für schlappe 12000 CHF. Tiefschneefahren bis zum Abwinken. Cool.

      Irgendwas ist krank an diesem Verhalten, denke ich und bin doch selbst dabei. Zweiter Gedanke: Statt in der Sonne Panzerski zu fahren, besser einsam über feuchte Asphaltwege crossen, auch bei Nieselregen, auch ohne Heilsversprechen der TV-Werbung und der Ski-Industrie. Gruß Randonneur