Schädigung des Nervus radialis durch Skiken?

      Schädigung des Nervus radialis durch Skiken?

      Hallo zusammen,

      sicher weiß ich nicht,ob es vom Skiken gekommen ist,aber ich vermute es sehr.
      Vor knapp 2 Wochen kam es zu einer Lähmung meines rechten Daumens u. Zeigefingers.
      Die Tage zuvor war ich mal wieder mit Skikes unterwegs,immer so etwa 25km mit Steigungen.Es war eigentlich schon immer so,dass mir beim schnellen u. intensiven Fahren,vor allem Bergauf,die Zeigefingerspitzen kribbelten u. einschliefen.Ich hab dann immer den Arm kurz nach unten gehalten u. das Kribbeln verschwand.Anscheinend habe ich hiermit den Radialis-Nerv ständig gereizt bis die Schädigung eintrat,die jetzt an der rechten Hand zur Lähmung führte.Normalerweise sind meine Hände einiges gewöhnt,da ich im Handwerk arbeite u. noch nie derartige Probleme hatte.
      Wo die Schädigung genau liegt,weiß man nicht.MRT von der Halswirbelsäule wurde gemacht ohne Befund.Der Neurologe meint "Nerv geklemmt irgendwo".Mittlerweile ist es besser geworden,aber einige Bewegungen gehen noch nicht.
      Schade,das Skiken hat mir Spaß gemacht,aber unter diesen Umständen fass ich keinen Stock mehr an.Das Problem mit den einschlafenden Fingerspitzen,was ich nur beim Skiken habe,wird sich nicht lösen lassen,Stöcke KV+ Tempesta 175cm bei 1,84m Körpergröße.Langsames Dahinrollen ist nicht mein Ding.Dadurch ließen sich vielleicht die Probleme vermeiden.Nach über 1000km,die ich seit dem Frühjahr gefahren bin,konnte ich mich auch schon so richtig ausdauermäßig belasten fast wie ich es vom Laufen gewohnt war.Aber anscheinend macht das der Radialis-Nerv nicht mit.
      Vom Radfahren kennt man ja auch typische Nervenschädigungen wie "Radfahrerhand",aber hier ist der Nervus ulnaris betroffen.Über NCS konnte ich nichts derartiges nachlesen bzw. ergooglen.
      Wenn ich nur wüßte,wo die Engstelle sitzt bzw.,wo der Nerv gereizt wird:Im Handgelenk,im Ellenbogen oder bei der Rückwärtsbewegung in der Schulter?
      Ist das Abstoßen nach hinten mit den Stöcken als intensive Ausdauerleistung vielleicht für den Körper doch zu unnatürlich u. führt dadurch mehr oder weniger zu Problemen?

      Gruß Rolf

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      Schwaadlappe schrieb:



      öfnest Du beim Stockeinsatz die Hände und "fängst" die Stöcke hinten wieder auf?



      Hallo Thomas,
      ja,eigentlich schon.Das heißt,es war mir schon bewusst,dass man nach dem Abstoß hinten die Hände öffnet,wobei man sie ja dann auch schnell wieder schließen muss,um den Stock nach vorne zu bringen.
      Ob ich es immer bei den vielen Wiederholungen technisch so sauber ausgeführt habe,weiß ich nicht.
      Linderung im Sinne,dass das Kribbeln in der Zeigefingerspitze aufhört,brachte nur ein kurzzeitiges Absenken der Arme.

      Gruß Rolf
      Hallo Rolf,
      das Thema Stocklänge wird ja immer wieder heiß diskutiert, aber vielleicht wäre das ja ein möglicher Ansatz um mal was zu verändern. Bei den Skike-Kursen die ich besuchte wurde eine Stock-Technik vermittelt, die eine deutlich geringere Stockhöhe benötigt (ich bin 183cm groß und fahre Stöcke mit 145cm) und bei der der Griff nie mit der ganzen Hand bzw. dem Daumen gegriffen wird. Das nach hinten drücken erfolgt allein durch die Verbindung mit der Schlaufe, das rückführen des Stocks mit kleinem Finger und Ringfinger; der Daumen greift nicht zu. Den Stock vorne neben den skikes einstechen, den Griff bis kurz vor der Achsel zukommen lassen (bei schneller Fahrt geht das recht fix) und dann nur mit Schlaufenverbindung und Belastung insbesondere des Trizeps nach hinten abdrücken.
      Ist vielleicht einen Versuch wert, wäre ja schade um sie skikes ...

      Das mit den einschlafenden Gliedmaßen kenne ich auch, allerdings an den Zehen wenn der Gurt entsprechend stark zugezogen wird. Da ich das vom Skifahren her auch kenne bei gut zugezogenen Skischnallen komme ich damit klar.

      Grüße Johannes
      Hallo Rolf,
      wurde im Kurs wie folgt erklärt (hoffe ich verrate kein "Betriebsgeheimnis"):
      durch die Stocktechnik mit den deutlich kürzeren Stöcken wird der Stock länger in einem größeren Winkel zur Fahrbahn gehalten, so dass die Stöcke nicht/schlechter abrutschen können und damit länger Druck auf den Stock gegeben werden kann. Die längeren Stöcke passen beim Ski-Langlauf, da die Spitzen in den Schnee einstechen und dadurch nicht abrutschen können - Schnee haben wir beim NCS ja aber leider nicht. Letztes Jahr war ich auf Inlinern und Stöcken unterwegs mit 175cm Länge und hatte immer Probleme mit abrutschenden Stöcken, da fand ich die Erklärung im Kurs einleuchtend und habe die Stöcke gleich mal abgesägt. Ich habe mir das so angewöhnt und komme prima damit klar, würde mittlerweile aber vielleicht 5cm längere Stöcke nehmen.
      Zu der Grifftechnik kann ich nur sagen, dass es prima funktioniert. Der Stock hängt ja durch die Schlaufe eng an der Hand, so dass man direkt über die Schlaufenverbindung Druck nach hinten geben kann, ein zugreifen ist nicht nötig. Außerdem läßt man so automatisch den Stock frei nach dem Stockschub. Zum wieder vorführen des Stockes genügt es wenn der Stock mit den beiden kleinen Fingern stabilisiert (nicht zugreifen sondern nur dagegenhalten) wird, sobald Stock wieder auf dem Boden abgesetzt wird gehen die Finger wieder vom Stock weg. Ein Verkrampfen der Hände beim Greifen des Stockes wird so vermieden.
      Sorry, ist vielleicht etwas laienhaft erklärt, aber deshalb bin ich ja auch kein Trainer....
      Vielleicht hilft es dir ja weiter
      Grüße Johannes
      Hallo Johannes,

      ich bin auch keine Trainerin, aber Mathematikerin, und als solche leuchtet mir Deine Begründung absolut nicht ein. Es kommt doch entscheidend darauf an, in welcher Höhe/Position ich den Stock halte.
      Die Idee mit langen Stöcken ist natürlich nicht, sie schon beim Einsetzen weit nach hinten zu halten, dann hat man ja gleich einen flachen Winkel. Hält man jedoch die Arme zunächst relativ weit nach vorn (nur leicht in den Armen gebeugt) bei gleichzeitigem Einstechen auf Höhe knapp hinter dem Hinterrad, dann hat man einen abrutschsicheren Winkel und eine sehr lange Strecke, auf der man sich abdrücken kann. Ich rutsche dabei auch nicht weg. Und meine Stöcke sind 175 cm lang bei 177 cm Körpergröße und meine Spitzen sind oft ziemlich rund.
      Wichtig finde ich jedoch auch, den Stockgriff beim Einsatz loszulassen (geht sogar mit allen Fingern), sobald der Stock aufgesetzt ist. Dann reicht es völlig, über die Schlaufe Druck auszuüben.
      Aber wie gesagt, ich bin keine Trainerin, aber so manches lernt man auch auf seinen ersten paar Tausend Kilometern...

      Gruß
      Sigrid
      Hallo Sigrid,
      deshalb meine erster Satz "Stocklängen sind heiß diskutiert", muss denke ich letztlich jeder seine eigene Länge finden. Hier war es als Anregung gedacht, um mal was anders zu machen und so evtl. zu erreichen, dass die Probleme mit dem geklemmten Nerv sich verbessern. Eines kapiere ich als Nicht-Mathematiker aber nicht: wenn du deine Arme weit vorne hast, und den Stock hinter den Skikes einstichst, hast du doch aber auch schon von vornherein einen flachen Winkel, oder ? Bei den langen Stöcken kannst du diese nicht unter den Achseln durchführen, d.h. du drückst dann in einem immer flacher werdenden Winkel .... na ja egal, wie gesagt: jeder so wie es ihm passt.
      Grüße Johannes
      Hallo Rolf

      Ich fahre bei 10 cm Körperlänge weniger etwa das gleiche Stocklängen-zu-Körperlängenverhältnis ohne Probleme. Kribbelnde Hände kenne ich auch vom Radfahren. Jetzt wird zwar intensiv über die Stocklängen diskutiert, aber vielleicht helfen andere Griffe weiter. Hat jemand im Forum mal andere Griffe probiert? Beispielsweise die von Pacerpole? Ist schon jemand - außer Sven Fischer - mit diesen Griffen gefahren?

      vg
      Sven
      Hallo Sven,
      die von dir erwähnten Griffe sind abgewinkelt.Wenn man wüßte,ob das etwas Positives bei meinem Problem bewirkt.Anscheinend haben die meisten keine Probleme mit dem Kribbeln bzw. der Nervenkomprimierung oder Reizung.
      Es kann natürlich auch an meiner Fahrweise liegen.Ich fahre gern steil bergauf u. da komm ich nur hoch,wenn ich mich intensiv u. kraftvoll abdrücke.Da geht dann das Kribbeln in den Zeigefingern los.
      Ein Mediziner müsste doch wissen,welche Bewegung in Verbindung mit der richtigen oder falschen Stocklänge den Nervus radialis reizt.Um so länger der Stock ist,um so höher muss ich den Oberarm halten.So bald ich den Arm u. die Hand absenke,ist das Kribbeln weg.

      Gruß Rolf
      Hallo Rolf,

      doch, ich habe das Problem auch. aber wohl nicht genauso wie du.
      Bei mir wird anscheinend durch das Armeheben irgendetwas im Bereich der Schulter leicht gedrückt/gequetscht. Ich habe eher das Gefühl einer Unterversorgung, so dass mir beim Armeheben nach kurzer Zeit die Hände und Arme einschlafen.
      Das Problem habe ich schon immer, ich denke da an eine Fehlkonstruktion bei mir und dann ist es eben so. Ist ja nicht wirklich schlimm.
      Ich habe es beim NCS nicht so weit kommen lassen, dass mir die Finger einschlafen. Es stellt sich von selbst ein unangenehmes Gefühl ein, sobald ich die Hände und Arme hoch (ca über Schulterhöhe) hebe.

      Daher gehöre ich zu denen, die eher kürzere Stöcke fahren. Bei 1.84 cm mit 1.65cm angefangen und inzwischen dank guter Technik mit 170cm und demnächst wohl 175cm.

      An deiner Stelle würde ich ganz viel rumprobieren, bevor du die Flinte ins Korn bzw. die Stöcke in den Müll schmeißt. Als erstes fällt mir dazu ein, dass du am Berg mal ganz langsam machst und gemütlich mit der Diagonaltechnik die Steigung nimmst. Da kannst du den Arm schon von Anfang an weit unten lassen und den Stock sehr weit hinten einsetzen.
      Und wenn das mit dem "gemütlich" geklappt hat, dann etwas mehr Druck drauf geben und so die Grenzen austesten.
      Das erstmal für den Anfang.

      Dabei gehe ich davon aus, das es tatsächlich mit dem Hochheben der Arme zu tun hat, aber das scheint ja nach deiner Schilderung so zu sein.
      Wenn es mit dem Öffnen und Schließen der Hand, also mit der Beanspruchung des Handgelenkes zu tun hätte, wäre es dann wohl eher so etwas wie das Wartenberg-Syndrom. Das würde dann aber nicht verschwinden, wenn du die Arme locker herunterhängen lässt.

      Eine Lähmung der Finger kann auch daher rühren, dass die Handschlaufe auf dem Handrücken reibt und so zu einer Nervenreizung führt. Aber dann hätte man ebenfalls Schmerzen, wenn man mit den Fingern über den Handrücken fährt.

      @Johannes: ich kopiere mal die Beiträge zu "Stocklängen-Diskussion" nach "Nordic-Skating-Stöcke"

      LG Andrea
      Ich nehm mal einen ganz anderen Ansatzpunkt. Ich vermute die Stockschlaufen als den Übeltäter. Bei Schlaufen mit Daumengriff, verläuft das Band über das Kahnbein. Wenn die Schlaufe zu stark zugezogen wird, dann drückt diese auf diesen Bereich. Ich bekomme da auch Schmerzen (vorallem auf der Führhand). Ganz besonders, wenn ich Berge laufe. Halte die Hand flach vor dich, spreize Zeigefinger und Daumen. Dann fahr mit der anderen Hand (Daumen und Zeigefinger) von den Fingernägeln nach hinten. Zu kannst zwei Sehnen spüren die zum Handgelenk hin wie ein V zusammenlaufen. Beide bündeln sich kurz vor dem Handgelenk. Dazwischen kann man einen Knochen spüren (ich denke, dies ist das Kahnbein). Drück während oder nach dem Laufen mal drauf. Wenn es schmerzt, kommt es von der Handschlaufe. Wenn du die Schlaufen sehr fest anziehst, kann es sein, dass dadurch auf Dauer eine Schädigung auftritt. Ich vermute es nur. Versuch doch mal die Stockschlaufen nur leicht anzuziehen. Vielleicht bringt das was. Gruesse Oliver
      Hallo zusammen,
      danke für die vielen Ratschläge!
      Werde dann wohl in diesem Sinne mal etwas rumprobieren.Probleme hab ich jetzt nur noch mit dem Zeigefinger.Die Seitwärtsbewegung nach links u. rechts ist noch ziemlich eingeschränkt.Der Muskel am Handballen zwischen Daumen u. Zeigefinger ist total weich,greifen geht wieder.

      Gruß Rolf