Schulterprobleme

      Schulterprobleme

      Hallo zusammen,

      ich habe das Forum ausführlich nach dem Thema "Schulter" gescannt, aber nichts gefunden, daher ein neuer thread (und mein zweites Posting).

      Ich (m, 44) habe vor ca. 1 Jahr mit Skiken begonnen (vorher viel Erfahrung mit Skilanglauf in beiden Stilen) und seitdem durchgängig mehrmals die Woche trainiert (Unterbrechung im Sommer nach Radiusfraktur auf Inlinern! Bisher kein einziger Sturz auf Skikes!).

      Gegen Ende des Jahres stellten sich dann Schulterprobleme ein. Diagnose "Impingement-Syndrom" + ausgeleierte Schulter. Vermutlich war meine Stocktechnik nicht ganz sauber, Selbstdiagnose nach Krankengymnastik: Zu hohe Schultern, zu krumme obere Wibelsäule ("krummer Rücken"), zu viel reiner Doppelstock auf hartem Untergrund (asphaltierte Feldwege).

      Habe nun im Winter (hauptsächlich klassisch) Langlauf betrieben und dabei keine Verschlimmerung der Probleme erlebt, leider aber auch keine Verbesserung.
      Um das ganze Problem endgültig loszuwerden, habe ich vor ca. 3 Wochen die "Stockarbeit" komplett eingestellt und gehe nur noch joggen / walken. Mein subjektiver Eindruck ist nun: Die Beschwerden nehmen zu!

      Hier meine Frage: Gibt es Forum-Teilnehmer mit ähnlichen Problemen (das Schulter-Impingement ist ja eine ziemlich weit verbreitete Sache...). Skikt ihr trotz Schulterproblemen oder nicht und wenn ja worauf ist vor allem zu achten?
      Danke für Kommentare!

      Schulterprobleme beim Cross-Skating

      Hallo SN_skiker,

      Du hast Dir die Antwort teils schon selbst gegeben - die Ursache für diese Schulterdachverengung ist die hochgezogene Schulter auf Grund mangelnder Stabilisationsfähigkeit des Schultergürtels in Kombination mit falscher Stocktechnik / zu hartes Aufsetzen.

      Da Du die Ursache kennst, gibts jetzt nur eines: Vermeiden der auslösenden Faktoren.
      Schultergürtel durch geeignetes Training (Zugübungen mit Tubes von vorne oben nach hinten unten) stabilisieren und trainieren, dabei die Schulter aktiv nach hinten unten ziehen, die Stöcke in Zukunft mehr als weich aufsetzen, weit nach hinten durchschwingen,.... und Deinen Bewegungsablauf von einem Bewegungsfachmann analysieren bzw. optimieren lassen (oder Eigendiagnose mit der Video-Kamera).
      Skilangläufer tendieren zu häufig zum kurzen, harten Abdrücken neben der Hüfte, anstatt sich Zeit zu lassen beim weiten Durchschwingen nach hinten. Und gerade wenn man sehr verbissen schiebt, ist die Tendenz zum Rundrücken im Brustwirbelbereich verstärkt zu erkennen (Blick nach unten und ab gehts).
      So ein gereizter / entzündeter Schleimbeutel wartet dann nur noch auf den kleinsten Kontakt, um wieder Spaß zu bereiten - da braucht man Geduld und muss sich bei jeder Bewegung mit dem Arm nach oben darauf konzentrieren, dass die Schulter unten bleibt.

      Also noch viel Erfolg beim Umstellen der Fahrtechnik und!!! Alltagshaltung, welche auch sehr häufig Defizite aufweist, die es zu bekämpfen gilt.

      Mirko

      PS: Bei Dir ist die Schulter die Schwachstelle, bei anderen der Ellbogen. Hierzu solltest Du etwas im Forum finden, da dieser Punkt schon vor einigen Jahren Thema war, soweit ich mich erinnere... man wird eben alt, auch mit Cross-Skates :)
      Hallo Mirko,
      vielen Dank für Deine ausführlichen Erläuterungen!
      Ich werden sie mir zu Herzen nehmen.
      Allerdings werde ich vorsichtshalber noch ein Weilchen warten, bevor ich mich wieder auf die Skikes stelle und vorher erstmal Zugübungen machen.

      Ich habe übrigens beim Skilanglauf auch eine Besserung beobachtet, wenn ich explizit auf "Schultern runter und Rücken gerade" geachtet habe!
      Nur leider muss man ja beim Langlaufen in der Natur (bei mir dieses Jahr: Solling) ab und zu mal plötzlich reagieren (Skier rutschen durch, Abfahrt) und das bedeutet leider oft: Arm hochreißen! Und das mag die verengte Schulter natürlich gar nicht!

      Bis demnächst

      Henning
      Stockeinsatz ist eine Geschicklichkeitsübung. Was besonders wehtut ist lautes "Meißeln" und Abrutschen.
      Das Erste kann mit gedämpften Spitzen verringert werden, aber vor allem aber durch sauberes Aufsetzen. Auf einem Parkplatz möglichst geräuschlos aufsetzgen üben und das dann bis ins höhere Tempo fortsetzen. Das ergibt eine Technik, die fast frei von Erschütterungen ist. Und dann darf man natürlich nicht abrutschen, was auch wehtut und zu Fehlhaltungen führt, wie jeder andere "Bewegungsunfall" auch. Dafür müssen die Stockspitzten scharf sein (kann man einfach nachschleifen mit den Nassschleifstein oder mit einer Diamantfeile). Gummipuffer rutschen aber auch mehr oder weniger weg und führen dazu, dass man versucht sie in den Untergrund zu drücken, was zu einem zu frühen Druckanstieg beim Armeinsatz führt. Wenn man zu früh drückt, ist die Schulter oft noch nicht richtig stabilisiert, was wiederum Beschwerden wahrscheinlicher macht.
      Also, zuerst sachte aufsetzen, den Boden "greifen", erst dann Druck aufbauen, während die Schultern "hinten und tief" stabil gehalten werden. Eine gesunde Schulter ist dann bereit für großen und beschwerderfreien Krafteinsatz ohne, dass gleich "der Draht rausspringt". Und lädierde Schultern dürften auf diese Weise wesentlich weniger anfällig sein.

      Franz
      Hallo sn skiker
      Ich glaube das die Ursache für deine Probleme ganz woanders liegen. Laut Grönemeyer ist für 80% aller Rückenproblemen die Ursache Stress. Als zeichen dafür sehe ich die hochgezogenen Schultern. Der Rest mit den Schmerzen kömmt dann hinterher von ganz allein. Das ist wie ein Kreis aus dem man nicht mehr rauskommt. Erst Stress dann Schmerzen, Deressionen, daraus Stress usw. Aus eigenen Erfahrungen weiß ich das es durchaus so sein kann. also eventuell mal Rückenbuch von Grönemeyer kaufen.
      gruss Peter
      Hallo zusammen,
      kurzer Bericht über den Stand der Dinge: Der Orthopäde diagnostizierte mit vor einigen Wochen eine "frozen shoulder" (Schultersteife). Auslöser scheint nach Meinung meiner Physiotherapeutin letztlich ein Handgelenksbruch aus dem letzten Sommer zu sein, der das gesamte Muskel-Nerven-Zusammenspiel im rechten Arm durcheinander gebracht hat. Hinzu kommt eine jahrelange Fehlhaltung mit Rundrücken.
      Nun die gute Nachricht: Ich bin bereits wieder auf dem aufsteigenden Ast! Therapie: Wenig Laufen (schlimmer als Skiken), wenig Skiken mit sehr vorsichtigem Stockeinsatz, viel Radfahren UND: 2 mal die Woche Physio + tägliche Stabilisierungsübungen für die Schulter.
      Nun kann ich zumindest auf sehr niedrigem Niveau mit wenig Armeinsatz langsam wieder Skiken. Interessant ist, dass Laufen (Crosslaufen im Wald) die Schulter mehr belastet als vorsichtiges Skiken ...