Vor dem Skiken...

      Vor dem Skiken...

      sollst du ruhn´ oder tausend Schritte tun... ?

      ok - eher unwahrscheinlich.

      Aber was ist richtig um sich vorzubereiten?
      Dehnen, Stretchen, aufwärmen?

      Was ist sinnvoll? Was ist richtig und wichtig? Was vielleicht auch gefährlich?

      fragende Grüsse

      Matthias
      Jeder Mensch hat irgendeinen Vogel - manche haben einen Schwarm :D
      Wir haben es da bei unserem Sport relativ leicht. Am wichtigsten ist da das Aufwärmen. Da bietet es sich an, einfach locker loszufahren. Das Gelände sollte nicht zu schwierig sein, trotzdem volle Konzentration auf die Technik, damit mit man richtig anfängt.
      Die Belastung sollte subjektiv sehr gering sein, was auf dem Pulsmesser aber schon rund 140 Schläge ergeben kann, dann schon etwas zurückhalten.
      Bei unserer sehr "kreislaufintensiven" Sportart ist es besonders wichtig, die ersten 5 bis 10 Minuten sehr schonend in die Belastung einzusteigen. Untersuchungen an 45-jährigen männlichen trainierten Marathonläufern haben ergeben, dass es ohne Aufwärmen schon bei einem Puls von 145 bis 150 Defizite in der Durchblutung der Herzkranzgefäße gab. Ohne Folge zwar, aber das muss ja nicht sein und hört sich auch nicht erstrebenswert oder gesund an.
      Beim Aufwärmen mit Puls 120 bis 130, verbesserte sich die Durchblutung innerhalb von 2 bis 3 Minuten messbar und nach 5 Minuten war keine Verbesserung mehr feststellbar.
      Trotzdem dauert es oft noch etwas bis der Mukulatur warm und weniger verletzungsanfällig wird. Sehr verletzungsanfällig ist unser Sport aber auch unaufgewärmt nicht, so lange man keinen Fahrfehler mit abrupten Belastungen macht. Jedenfalls habe ich auch durch einige (unvernünftige) "Kaltstarts" noch nie irgendwelche muskulären Probleme bekommen. Noch nicht einmal das Gefühl, die Muskulatur sei noch "dicht", das ich aus allen anderen Sportarten kenne, war zu spüren. Deswegen aber trotzdem Vorsicht, was die "Pumpe" macht, spürt man in diesem Moment noch nicht.
      Auch die Koordination braucht ihre Zeit bis sie optimal abläuft. Das ist aber individuell sehr verscheiden (zwischen 5 und 30 Minuten).
      Generell kann man sich an dem alten Pauschalwert von 15 Minuten Aufwärmen vor höheren Belastungen halten. Ein typischer "Mittelpulser" (Anaerobe Schwelle bei ca. 170), sollte beim Aufwärmen mit Puls 120 bis 125 beginnen und kann nach 6 bis 10 Minuten auf 130 bis 135 hochgehen.
      Wer das Glück hat etwas schneller zu sein, wird beim Training mit erheblich langsameren Sportlern schon festgestellt haben, dass ein sehr langes Aufwärmen auch sehr günstig sein kann. Z.B. 30 bis 40 Minuten mit Puls 120, dann klinken sich die Langsameren aus und man darf nach Herzenslust Gas geben. Gas geben funktioniert dann gut, doch der Puls bleibt noch viele Minuten in einem erstaunlich niedrigen Pulsbereich. Das kann ja nur gut sein, besser jedenfalls als ein Herzkasperl wegen zu hohem Stresspuls (typische Wettkampfsituation bei sehr nervösen Sportlern).

      Dehnprogramme braucht man nur, wenn man Defizite in der Flexibilität bestimmter Muskelgruppen hat. Das sollte entweder nach dem Training geschehen, wenn es nicht zu erschöpfend gewesen ist (dann werden die Muskeln durch die Dehnung noch mehr gestresst) oder direkt nach dem Aufwärmen. Dies würde dann aber bedeuten: Cross-Skates wieder ausziehen, Dehnprogramm durchführen, Geräte wieder anlegen und los geht's.
      Das liegt den meisten Cross-Skatern gar nicht (besonders, wenn man einen festen Boot am Skate hat). Da haben gezielte Dehnprogramm, die separat ins Training eingflochten werden schon mehr Sinn. Zweimal die Woche, "Problemfälle" auch bis zu viermal wären schon sehr effektiv.
      Was man auf keinen Fall tun sollte, ist ein Dehnprogramm mit angelegten Sportgeräten zu machen. Man hat dann genau die Bewegungseinschränkugen durch das Sportgerät, die man ja durch Dehen los werden möchte. Auch Dehnungen mit Stöcken sind in den meisten Fällen nur "sinnvoll" für's Websitefoto oder für die Produktwerbung. Welcher Radfahrer macht seine Gymnastik auf dem Rad sitzend??? Sich beim Dehnen nach dem Sportgerät zu richten (es also nicht abzulegen) wäre daher grundverkehrt, nach seinen eigenen Defiziten sollte man sich richten.
      Es ist auch selten sinnvoll, dass ein Gruppe im Gleichtakt die gleichen Dehnübungen macht, da nicht alle die gleichen Probleme oder Dybalancen haben.

      Sinnvoll ist auf jeden Fall die Dehung des Fußhebers (Scheinbeinmuskel) und des Hüftbeugers (Leiste). Oft ist auch Wadendehnung sinnvoll, weil eine flexible Wade das Anheben des Vorderrades und den Bodenkontakt des Hinterrades erleichtern.
      Ansonsten machen wir ja keine extremen Bewegungen, die eine besondere Beweglichkeit (wie Turnen oder Schwimmen) erfordern. Wenn man keine individuellen Defizite hat, kann man sich alle weitern Dehnungen sparen. Da kommt unser Sport den "Faulenzern", die einfach nur fahren wollen, ziemlich entgegen.

      Franz
      Hallo,

      ich habe noch einen anderen Effekt enddeckt. Wenn ich auf meiner Strecke (ca. 14 km) im Pulsbereich 70%-80% meiner maximalen Herzfrequenz bleibe, bin ich hinterher subjektiv fertiger, als wenn ich die gleiche Zeit mit einem höheren Puls ca. 80%-90% HFmax unterwegs bin.

      Ich kann mir das nur so erklären: Wenn ich mit niedrigerem Puls unterwegs bin, bin ich auch langsamer und mache weniger Bewegungen pro Zeiteinheit. Da ich fast nur auf Waldwegen unterwegs bin, steigt subjektiv die aufzuwendende Kraft pro Bewegung. Bin ich schneller unterwegs, mache also auch mehr Bewegungen po Zeiteinheit, sinkt der Kraftanteile und es steigt der Schwunganteil. Kann es denn sein, dass dann auch unterschiedliche Muskelkomponenten bzw. Bewegungselemente zum tragen kommen? Langsame vs. schnelle Fasern? Oder wie lässt sich das erklären?


      Gruß Joachim
      Das lässt sich eigentlich nur durch den Spaß - sprich Endorphinausschüttung - erklären, die bei dir offenbar stattfindet, wenn du schnell fährst.
      Ich vertrete ja (etwas augenzwinkernd) die Devise "was Spaß macht, bringt auch was", womit ich meine, dass man mit Spaß oft lockerer unterwegs ist, was wiederum der Regeneration zu Gute kommt.
      Bei 14 km Distanz mag das ja noch gehen, aber probier's mal 30 km weit in diesen Pulsbereichen. Da wird sich voraussichtlich doch der niedrigere Pulsbereich weniger belastend anfühlen.

      Franz

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      Gelöschter Benutzer schrieb:

      ... "was Spaß macht, bringt auch was"...

      Das würde ich unterstreichen. :rolleyes:


      Die Tatsache, dass man sich erwärmen sollte, ist sicherlich unbestritten. Im Vordergrund steht dabei erstmal die Erhöhung des Stoffwechsels, der Herz- und Muskeltätigkeit. Wie man das anstellt, ist eigentlich jedem selbst überlassen. Die einfachste Methode ist sicherlich das Warmlaufen oder Fahrradfahren.
      Im Anschluss daran sollte man sich immer Sportart-spezifisch vorbereiten. Beim Fußball z.B. nehmen sich die Spieler dann immer einen Ball und machen Passpiel, Torschüsse usw. Beim Skiken sind die zwei Komponenten die Standbeinphase auf dem Skike und die Armaktivität. Die Standbeinphase kann man durch Koordinationsläufe und Sprungübungen vorbereiten. (z.B. seitwärts von einem Bein auf´s andere mit größer werdenden Amplituden).
      Die Armmuskulatur sollte auch aufgewärmt und koordinativ vorbereitet sein. Übungen dafür kennt eigentlich jeder aus dem Sportunterricht. Selbst Liegestütze sind zu empfehlen, da sie die Stützmotorik sehr gut ansprechen.

      Das von Jowe angesprochene Phänomen, dass er mit einem erhöhten Puls subjektiv wenig Kraft benötigt ist auch bekannt. Jeder Körper hat einen Pulsbereich, in dem sein Körper sehr effizient arbeitet. Alles darüber und darunter wirkt schwerfälliger oder zu schnell ermüdend. Es gibt in der Trainingswissenschaft dafür auch einen Fachbegriff, der mir aber gerade nicht einfällt. Bei Radrennsportlern kann man dies immer gut beobachten. Die setzen sich beim Zeitfahren auf´s Rad, stellen bei sich irgendwas um 170.-er Puls ein und fahren damit alles von 30 bis 70 km. Da sind Pulsveränderungen nur im Bereich von plus/minus 10 zu beobachten.

      Nun zum Thema Dehnung:
      Es gibt im Sport, und nicht nur dort, sehr viele Dinge, die man einfach so macht, weil man sie mal gesehen oder gehört hat. Dehnung ist ein solcher Irrglaube, der v.a. im Breitensport sehr viel Anwendung findet. Aus rein wissenschaftlicher Sicht ist eine Dehnung zur Muskelverlängerung oder Verringerung der Verletzungsgefahr reiner Blödsinn. Ich könnte allen die physiologischen Abläufe erklären, verweise aber lieber auf nostretch.de/ , wo sowohl für Laien als auch für medizinisch (halbwegs-)gebildete Menschen alles rund um Muskeldehnung erklärt wird.

      Gelöschter Benutzer schrieb:

      Sinnvoll ist auf jeden Fall die Dehung des Fußhebers (Scheinbeinmuskel) und des Hüftbeugers (Leiste). Oft ist auch Wadendehnung sinnvoll, weil eine flexible Wade das Anheben des Vorderrades und den Bodenkontakt des Hinterrades erleichtern.

      Hier ist z.B. ein Widerspruch an sich zu finden. Frank empfiehlt sowohl den Fußheber, als auch die Wadenmuskulatur (Fußstrecker) zu dehnen. Bei beiden Muskeln wird der gleiche Reiz gesetzt um aber völlig entgegengesetzte Ergebnisse zu erzielen. Das kann nicht funktionieren, da jeder Reiz auf eine Zelle auch nur eine Antwort bekommt, und nicht die, die einem gerade in den Kram passt.

      Ich will Dehnung nicht als kompletten Blödsinn hinstellen, aber man muss immer sehen, wann ich was aus welchem Grund dehne.

      MfG Daniel
      Hallo Daniel,

      wie lange bist du schon auf Skikes oder Cross-Skates unterwegs?
      Das Gefühl, das man nach hartem Crossfahren mit dem dafür notwendigen Vorderradhub im Schienbein spürt, lässt keinen Zweifel an der Notwendigkeit aufkommen diese Muskelgruppe zu dehen. Fast automatisch wird jeder nach intensivem Crossen nach dem Ablegen der Skikes mit den Sprunggelenken kreisen und wird die kurze Dehnung bei der Fußstreckung als sehr wohltuend empfinden und zum anderen bringt es nichts, wenn diese Muskulatur verkürzt ist. Und man verkürzt sie durch den extremen Einsatz außerordentlich. Ich sage immer, das ist die Muskelgruppe, die man bei korrektm Fahrstil am meinsten spürt und spüren sollte. Da darf man sie doch auch mal dehen. Wo soll da der Widerspruch sein, wenn man Agonisten und Antagonisten dehnt?
      Der konsequente Bodenkontakt mit dem Hinterrad erfordert zweifellos eine funktional flexible Muskulatur in der Wade. Ich hatte ich meinen bisherigen den Kursen, Seminaren und Einzeltrainings ca. 100 Teilnehmer die deswegen echte Probelme hatten.
      Aber dehnen um des Dehnens Willen ist natürlich Quatsch.

      Franz

      P.S.: Mir sind die gängingen Dehn- und Nicht-Dehn-Websites geläufig. Es ist ebenso "blödsinnig" das Dehen generell abzulehnen, wie es generell zu propagieren. Wer hat schon mal einen Krampf "weggedehnt"? Eindeuteig PRO! Wer hat schon einmal einen verletzten (z.B. angerissenen) Muskel versucht zu dehnen? Eindeutig CONTRA! So kann man fast jede Richtung begründen. Jeder kann oder sollte individuell angemessen dehnen. Ohne Koordinations und Haltungsschulung wird man aber so Dysbalancen auch nicht wegbekommen und kann sich natürlich die Zeit dafür sparen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Gelöschter Benutzer“ () aus folgendem Grund: P.S. drangehängt

      Hmm, Dysbalancen beruhen doch auf muskulären Insuffizienzen (starker Spieler, schwacher Gegenspieler), also muss der zu schwache Muskel gestärkt werden.

      P.S. Ich bin ein absoluter Dehngegner, dafür trainiere ich lieber alle wichtigen Muskelgruppen (...in der Ruhe kommt die Kraft...); Vorwärmen dagegen ist OK.
      Nette Grüße,
      fryTom

      [size='1']Cross Skater, verwendet momentan folgende Cross Skates (alle mit 2 Wadenbremsen gemäß Cross Skating Regelwerk)

      Speedrace 2.0 (custom-built, K2 Radical Pro FLX Boot, PS XC Path 2.0 Schiene, Fender & neon-orange KS-Felgen) & BLACK ROCK Skate (cross-skate-shop.com-V07-120-Tuningskate)
      Stöcke KV+ CH1 (in Körperlänge), mein Blog[/size]
      Das mit den Dybalancen muss man immer funktional und sehr situationsbezogen sehen. Wenn jemand keinen Sport treibt und eine spezielle nicht-schädliche Haltung einnehmen soll, z.B. Stehen oder Sitzen, dann wird er dafür nicht besonders viel Kraft benötigen. Kraft an der richtigen Stelle oder Flexibilität an einer anderen Stelle können aber sinnvoll sein um ein Bewegungs- oder Haltungsziel zu erreichen.
      Dehnen oder Kräfigen allein kann dabei aber auch nicht immer helfen, besonders wenn man die Motorik noch lernen muss die neue Bewegung/Haltung durchzuführen/einzunehmen. Dann kann ein Physiospezialist vielleicht sogar eine tolle "Balance" feststellen oder messen, für's gerade Stehen reicht's unter Umständen trotzdem nicht. Aber das können ja auch austrainierte Sportler oft nicht richtig.

      Franz
      Hallo Frank,

      meine Skike-Erfahrung beträgt ca. 7 Monate. Die Erfahrung mit Leistungsport am eigenen Leib und an Patienten nun ca. 22 Jahre.

      Ich persönlich lehne das Dehnen als solches auch nicht völlig ab, wende es aber nur an, wenn man bindegewebige Strukturen mobilisieren muss. Die physiologische Reaktion eines Muskels auf Dehnung ist eine Spannungserhöhung. Dies ergibt sich aus den sog. Muskeleigenreflexen, die eine Zerstörung des Gewebes verhindern sollen. Diese Reflexe sind auf Rückenmarksebene verschaltet und somit willentlich nicht zu beeinflussen.

      Es kann sich ja jeder mal hinstellen, ein Bein auf den Tisch legen und den Oberkörper nach vorn beugen. Jeder wird merken, wie es im hinteren Oberschenkel zieht, teils sogar recht schmerzlich. Wenn man dann mal die Muskulatur, die da schmerzt, abtastet, wird man feststellen, dass sie bretthart ist. Da ist nix mit Lockerheit oder Entspannung.

      Als schönes Beispiel für eine Reaktion auf Dehnung kann man auch den Patellarsehnenreflex heranführen. Da sitzt man auf einer Behandlungsbank, der Arzt haut mit einem Reflexhammer unterhalb der Kniescheibe auf die Patellasehne und das Bein schießt nach oben. Der Reiz ist eine plötzliche Dehnung auf die Oberschenkelmuskulatur. Die Reaktion ist eine Anspannung. Hier gilt wieder das Prinzip, dass auf den gleichen Reiz auch immer die gleiche Reizantwort folgt.

      Deine Kursteilnehmer, die über Schmerzen im Fußheber klagen, sind in diesem Bereich einfach nicht gut genug trainiert. Das sich Muskelkater oder Überlastung dort als recht schmerzhaft darstellen, liegt auch an der Anatomie des Muskels. Der ist halt recht flach, eingeengt und hat viel Kontaktfläche zum Knochen. Dieses Engesyndrom nach Überlastung tritt in dieser Muskulatur recht häufig auf. Z.B. Michael Ballack musste deswegen das Eröffnungsspiel 2006 sausen lassen.

      Das Fußkreisen, welches du beschrieben hast, verstehe ich nicht als Dehnung. Vielleicht haben wir da auch aneinander vorbeigeredet. Es ist vielmehr ein aktives Bewegen. Und jeder sollte wissen, das Bewegung den Stoffwechsel in der Muskulatur und überhaupt steigert. Mehr Stoffwechsel bedeutet mehr Energie im Muskel, was wiederum zu einer Entspannung im Muskel beiträgt.

      Das die Wadenmuskulatur oft zu kurz ist, ist mir bekannt. Auch dies resultiert aus einem mangelnden Trainigszustand oder einer fehlenden Notwendigkeit im Alltag. Das kräftige Fußheben wird doch im Alltag nicht benötigt, weder auf´m Sofa, noch im Auto oder im Bürostuhl. Da der Körper diese Funktion nicht benötigt, stellt er sie also auch nicht zur Verfügung.

      Ich für meinen Teil empfehle Patienten, Ausdauersportarten anfangs mit kürzeren Intervallen auszuführen und parallel den restlichen Stützapparat zu trainieren. Im Falle des Skikens ist es m.M.n. sinnvoll, anfangs kürzere Strecken zu fahren und dafür als Heimübung den Fußheber zu trainieren. Dies geht z.B. mit Fersengang oder Übungen auf instabilen Untergründen. Ganz genial ist Beachvolleyball, da es fast alle Aspekte in Sachen Koordination, Stabilisierung und Kräftigung berücksichtigt. (Dieser Hinweis hat in 6 Monaten sicher mehr Sinn :rolleyes:)
      Aber ein Trainig über einige Tage/Wochen sollte das Problem eigentlich auch lösen.

      Sollte es dann weiterhin bestehen, kann es auch sein, dass der Betroffene beim Skiken seinen Körperschwerpunkt noch zu weit hinten hat. Die Fußhebermuskulatur ist dann permanent damit beschäftigt, den Skiker vorn zu halten und wird dadurch automatisch überlastet.

      Abschließend sei noch folgendes gesagt: Sportprofis dehnen sich auch, und dass obwohl sehr gut qualifizierte Sportwissenschafftler, Physiotherapeuten und Ärzte sie betreuen. Es ist halt einfach so drin. Und wenn man das Gefühl hat, es hilft einem, dann soll man es machen. Der Kopf ist auch hier, wie in so vielen Fällen, wichtiger als man denkt.

      MfG und einen schönen 1. Advent
      Hallo Daniel,

      genau das braucht man aber im Gelände: Hohe Hinterradlast, sonst läuft es nicht richitig. Die Folge davon, dass der Fußheber dabei extrem beansprucht wird, muss man einfach in Kauf nehmen und nach Jahren ist die Belastung noch deutlich zu spüren, wenn es mal anständig zur Sache geht und man trotzdem versucht technisch korrekt "zu überleben". Dann tut es auch bei mir immer noch richtig im Schibein weh. Von Muskelkater in dieser Muskelgruppe hat mir aber bisher noch niemand berichtet. Die Belastung ist ja nicht abrupt oder nachgebend, nur eben recht kraftaufwändig.

      Franz

      Insertationstendopathie

      Hallo Frank,
      deine Beinheberprobleme heißen im Läufershargon Shin-splinth und bei den Orthopäden Insertationstendopathie. Nach meiner eigenen Erfahrung beim Laufen und Gehen (als Sportart! )tut das tierisch weh und zwingt zur zeitweisen Sportkarenz.
      Dabei handelt es sich um Reizungen/ entzündliche Reaktionen auf zu große Zugbelastungen an den Stellen, an denen der Muskelansatz in den Schienbeinknochen einstrahlt. Auf das extensive Fußheben wie bei deiner Technik ist dieser Teil des Körpers per Evolution nicht getrimmt worden. Behutsame Belastungssteigerung über einen längeren Zeitraum ist der einzige Weg zur Vermeidung.
      Allerwahrscheinlichkeitnach ist das für einen Ausdauerexperten wie dich nichts Neues...

      Gruß von Weserstein
      Forget skates and forget bikes, take the best and roll on skikes!
      Hallo Weserstein.

      schöner Hinweis - DANKE! Sehr interessant, dass das "Problem" auch im Skilanglauf verbreitet ist. Ich sehe zwar viele Cross-Skater, die aus dem Skilanglauf stammen, wie sie das Vorderrad "hängen" lassen (was mit der Skatingbindung und Skikern grundsätzlich möglich ist) und damit diese Muskulatur kurzzeitig entlasten, aber bei Spurrillen und in tiefen Schnee ist das ja auch auf Skikern keine sichere Lösung. Auf Cross-Skates ohnehin nicht.
      Und da auf Skiern ja mächtig Kilometer gesammelt werden, summiert sich dieser Reiz ganz gut nachvollziehbar zu einem kleinen Problem auf.
      Ich dachte nur bisher, dieses kurze "hängen lassen" im Sprunggelenk dürfte schon genügen, um diese Beschwerden zu verhindern.
      Dass diese Muskulatur allein durch die hohe Belstung etwas schmerzt, habe ich ja schon oft erfahren, aber das verschwindet bei mir schnell, wenn ich die Belastung reduziere. Es ist also nie zu einer Reizung dadurch gekommen. Ich war (bin ich vielleicht auch noch??) ein recht guter Cross- und Bergabläufer. Dabei muss der Fußheber schon recht heftig stabilisieren bzw. muskulär die Fersendämpfung unterstützen. Vielleicht war ich von daher schon ganz gut vorbereitet. Oder ich habe das Lauftraining "überlebt", weil ich grundsätzlich kaum zu diesen Beschwerden neige. Man kann ja im Einzelfall die Reihenfolge von Usache und Wirkung oft nicht mit Sicherheit bestimmen.
      Läufer sprechen bei Schmerzen in dieser Region gern (?) generell von "Knochenhautreizung", egal ob es eine ist oder nicht.

      Franz
      Hallo Frank,

      Gelöschter Benutzer schrieb:

      Sehr interessant, dass das "Problem" auch im Skilanglauf verbreitet ist.

      Hmmm, ich hatte "Weserstein" eigentlich so verstanden, dass es sich um Probleme beim Laufen und nicht um Langlaufen handelt?
      Ich bin durch Deine Beschreibung der Crosstechnik mit dem Hochziehen der Zehen und aktiver Belastung des Hinterrades verunsichert worden, obwohl ich ja auf mehreren Skike-Videos sehe, dass oftmals das Hinterrad (manchmal sogar auf Asphalt) zuerst den Boden berührt. Beim Langlaufen ist diese Rücklage ein Fehler, wie es schön in diesem Lern-Video bei 1:34 gezeigt wird. (Zuviel Zehendruck sieht man bei 1:46).
      Da ich vom Langlaufen komme, ist mir ein Hochziehen der Zehen beim Skiken deshalb bis jetzt nicht in den Sinn gekommen, sollte ich mal testen...
      Ciao
      Wolfgang

      wmenn schrieb:

      Hallo Frank,

      ...
      Ich bin durch Deine Beschreibung der Crosstechnik mit dem Hochziehen der Zehen und aktiver Belastung des Hinterrades verunsichert worden, obwohl ich ja auf mehreren Skike-Videos sehe, dass oftmals das Hinterrad (manchmal sogar auf Asphalt) zuerst den Boden berührt. Beim Langlaufen ist diese Rücklage ein Fehler, ...

      Da ich vom Langlaufen komme, ist mir ein Hochziehen der Zehen beim Skiken deshalb bis jetzt nicht in den Sinn gekommen, sollte ich mal testen...
      Ciao
      Wolfgang


      Hallo Wolfgang,

      da kann ich Dir nur beipflichten - das Aufsetzen mit dem Hinterrad solltest Du mal testen, denn es ist für korrektes Fahren im Cross-Bereich ein absolutes Muss, jedoch nur mit Rückfallbremsen möglich (deswegen kommt keiner mit LL-Skiern auf die Idee, sich nach hinten zu legen).
      Die von mir angekündigten Demosequenzen vom GG-Biathlon sind bereits überfällig, werden aber dann (irgendwann) hoffentlich auch den letzten Zweiflern die Richtigkeit einer tiefen Ferse nahe bringen.

      Bewegungserfahrungen aus dem Skierbereich können hilfreich sein, solange sie nicht Hirn und Körper blockieren.
      Noch zu dem Lehrvideo - ich kenne den Vorfahrer nicht, vielleicht ist er im Skibereich eine Größe, möchte mich auch nicht zu der gezeigten Technik äußern. Jedoch würde mir bei einem direkten Transfer der Haltung auf unsere Rollen der Rundrücken und die nach vorne hängenden Schultern etwas aufstoßen. Da hat man beim Cross-Skating durch die stärkere Aufrichtung im Oberkörperbereich (Knie bleiben gebeugt) und die KSP-Verlagerung nach hinten viel mehr Möglichkeiten, einer aufrechten, natürlichen Haltung nahe zu kommen.
      Aber wie gesagt, bei dem Video ging es ja eher um Schwerpunktverlagerung und Beindruck, von daher möchte ich nicht motzen ;)

      Gruß
      Mirko
      (habe es nach 4 Wochen Geschäftsumbau mal wieder hierher ins Forum geschafft)

      sogen. "Kochenhautreizung"

      Hallo Frank,
      ich meinte die zu schnelle Umfangssteigerung beim Langstreckenlauf. "Knochenhautreizung" = Insertionstendopathie, so hat es mir jedenfalls mein Orthopäde gesagt. Ich bin jenseits der 60, da taucht das Problem auch mal am Anfang der Saison, trotz guten Trainingszustands, beim Skiskating auf, weil ich da immer beim Vorbringen der Ski die Fußballen etwas anziehe um nicht mit den Spitzen im Schnee hängen zu bleiben. Ist aber kein wirkliches Problem mehr...

      Als Anregung für einen neuen Thread:
      Interessant wäre mal eine Diskussion über ein "Cross-Training"wie ich es aus meiner Zeit als Schwimmtrainer kenne (nicht im Sinne von Cross-Country!!!)
      Ich habe beim MOBI in GG 08 das erste Mal die Kombination des Stockeinsatz aus der Diagonaltechnik (SKI-LL) mit dem Skatingschritt gesehen und war damals eher amüsiert. Vor zwei Wochen habe ich diese Technik ausprobiert und nun hat mich dieser Stilmix so gepackt dass ich gar nicht mehr davon lassen möchte so dass ich nun immer längere Strecken so zurück lege, und zwar im "Diagonal-Skating" als auch im "Passgang- Diagonalskating", wie auch immer diese Kombis heißen mögen...
      Beim Schwimmen wird durch die Kombination verschiedener Armzüge mit der Beinarbeit anderer Lagen die Bewegungkoordination des Schwimmers geschult. Das kann man sich beim Skiken auch zu Nutze machen.
      Mir fallen nun einige Veränderungen in meiner Fahrtechnik auf und außerdem tut die Diagonaltechnik meiner Rumpfmuskulatur sehr gut, denn leider fahre ich bei der 2:1 -Technik viel zu lange auf meiner Schokoladenseite.
      Kann jemand meine Erfahrungen bestätigen??

      ...fragt sich Weserstein
      Forget skates and forget bikes, take the best and roll on skikes!

      weserstein schrieb:


      Kann jemand meine Erfahrungen bestätigen??


      Hallo Weserstein,

      ja, unbedingt! Vor Hagis Bergrennen habe ich auf Ankis Anregung hin die Diagonaltechnik gelernt - und beim Rennen gemerkt, dass ich ohne diese nie den Berg raufgekommen wäre.
      Auch in der Ebene wende ich sie immer mal wieder zwischendrin an - weil ich beim 2:1 auch eine absolute Schokoladenseite habe und die andere Seite immer noch nicht "rund" hinbekomme. Komischerweise ist es diagonal gar kein Problem für mich, symmetrisch zu fahren, ebenso wie beim Permanentschub (den Du wahrscheinlich mit "Passgang" meinst). Selbst 3:1 funktioniert bei mir. Bin ich zu lange 2:1 "auf links" unterwegs, was die bei mir bessere Seite ist, tun mir die Hüftgelenke weh. Ein paar Stockeinsätze auf rechts, und schon ist es wieder gut. Klar weiß ich, dass ich regelmäßig wechseln sollte....

      Gruß
      Sigrid
      Hallo Weserstein,

      was du beim Modernen Biathlon gesehen hat, war der Permanentschub. So genannt weil sie auf Dauer den konstantesten und effizentesten Vortrieb bringt. Diese Technik schein gerade auf Cross-Skates am aller sinnvolsten zu sein, aber eben auch die technisch anspruchsvollste, weil das Timing sehr genau stimmen muss. Denn wenn's schief geht, dann kracht's richtig im Gebälk. Beim letzten Halbmatahonwettkampf bin ich rund 12 km "gepermanentelt", 3 km 1:1-Skating, 0,5 km in reinem Skating-Schritt und den Rest in 1:2 Skating gefahren. Ich hätte nie gedacht, dass ein reines Straßenrennen so abwechslungreich sein kann.
      Aber wie du selbst schon festgestellt hast, dieser Stil ist schlicht der Hammer, fühlt sich einesseits "leicht" in der Bewegung an, ist aber mordsanstrengend, orthopädisch abwechslungsreich und sinnvoll und letzenendes auch noch etwas schneller als die anderen Stile.
      Nur es ist eben weder Diagonal-Skating noch Passgang-Skating, sondern irgend etwas dazwischen.
      Wir wollen besonders 2010 noch mehr Spezialkurse und Workshops in diesem Stil, aber auch in den 3-Punkvarianten machen. Damit erweitert man seine normalen Stilarten glatt um den Faktor 2,5. Wenn da nicht der Orthopäde und der Gehirnjogger jubeln?

      Grüße,
      Franz

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Gelöschter Benutzer“ ()

      weserstein schrieb:

      ..
      Kann jemand meine Erfahrungen bestätigen??


      Hi Weserstein,
      so wie Sigrid kann ich das auch bestätigen.

      Ich nutze die Diagonaltechnik wenn es steiler wird. Ich hab das nicht analysiert gebe nur mein persönliches Empfinden weiter - das mir sagt, dass ich so besser (mit weniger Anstrengung) den Berg hoch komme.

      Wer kennt sie nicht die Schokoladenseite ? Ich habe mir tatsächlich aber angewöhnt die Seiten regelmäßig zu wechseln.

      Um eine 1:1 zu fahren eh unabdingbar.
      Gruß .. Hagi

      Nordic Sports - 100% fun | NSR | Mein Blog| Herbstbiathlon | SC-LB | OII |Shop|

      wmenn schrieb:

      Hallo Mirko,

      Nun bin ich noch mehr irritiert, was sollte die Bremse damit zu tun haben?

      Ratlos
      Wolfgang


      Hi Wolfgang,

      KSP-Verlagerung übers Hinterrad bzw. dessen frühes Aufsetzen macht nur Sinn, wenn ich weiß, dass da hinten auch irgendwann die Bremse kommt. Ansonsten würde ich ja bewußt eine Bananenschalenreaktion provozieren - versuch mal Deinen Körper zu überreden, Dich mit Inlinern oder LL-Skiern mehr nach hinten zu legen und früh die Hinterräder aufzusetzen. Ich denke, da streikt jedes Hirn und jeder Körper. Man benötigt den langen Radstand und das Vertrauen, dass bei einer Hinterradbelastung kein Salto Rückwärts provoziert wird.

      Ich hoffe, die Verwirrung hat sich etwas aufgelöst...?


      @weserstein:

      Die Aussagen von Hagi, Frank und Sigrid kann ich nur bestätigen - PERMANENTSCHUB forever ist mein Motto :)
      Macht Laune, bringt Abwechslung, tut gut und sieht auch elegant aus, auch wenn (noch) einige 'erfahrene Hasen' darüber lächeln.
      Aufbauend auf der 3-Punkt Technik bringt dieser ein völlig neues, lockeres Fahrgefühl.


      Gruß
      Mirko
      Mirko
      Hallo,

      hier noch ein Gedanke dazu: Viele Männer können nicht in die tiefe Hocke (Hintern so tief wie möglich, berührt fast den Boden) gehen, wenn die Fußsohlen flach auf dem Boden bleiben (insbesondere die Fersen). Sie drohen dann nach Hinten zu fallen. Ich habs in meiner Tennismanschaft ausprobiert. Außer mir konnte es von 10 noch Einer und der ist auch nicht der Sportlichste. Alle anderen schaften es nur, wenn sie die Fersen hoch nahmen, als sich auf den vorderfuß stellten. Das hängt wohl irgendwie vom Verhältnis Oberkörper/Oberschenkel/unterschenkel ab. Weniger vom Training oder der Beweglichkeit. Kann ja jeder mal für sich ausprobieren. Wenn ich es richtig sehe haben da Frauen kaum Schwierigkeiten.

      Beim CS hat das natürlich die Folge, dass eher ein Fallen nach Hinten droht, wenn der KSP verstärkt auf die Hinteräder kommt, bzw. das ganze System labiler wid, da die Korrekturmöglichkeiten geringer sind.

      Gruß Joachim

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Jowe“ () aus folgendem Grund: Erweiterung

      Haben sie wohl, Jowe,

      jedenfalls die weniger sportlichen und insbesondere diejenigen, die überwiegend auf Hackmännern unterwegs sind: Führt zu einem verkürzten Schollenmuskel nebst dazugehörender Achillessehne und damit ist der für die beschriebene Hocke nötige, kleine Winkel Fußgelenk/Unterschenkel nicht zu erreichen und PLUMPS...

      Beobachtungen eines Sportlehrers alias
      Weserstein
      Forget skates and forget bikes, take the best and roll on skikes!