Schulprojekt Skiken

      Schulprojekt Skiken

      Hallo Lehrer, Trainer und ähnliche Lebewesen,

      vom 2. bis 5. Juli 2007 findet an der Rüsselsheimer Immanuel-Kant-Schule eine Skike Projekt statt. Habt ich schon von anderen Skike Projekten mit Schülern, Kindern und Jugendlichen gehört oder eigene Erfahrungen damit gemacht?
      Link zum Skike Schulprojekt

      Franz

      Skikes an die Schule

      Hallo Frank,

      ich habe gute Kontakte zur Luise-Büchner-Schule in GG, die Schulleitung und mindestens eine Sportlehrerin sind nach meinen Schilderungen sehr interessiert, von mir Skikes vorgeführt zu bekommen - auch im Blick auf Sportkurse an der Schule. Ich habe allerdings die Erwartungen etwas gedämpft: Ein Nachbarsjunge (14), der von den Skikes theoretisch sehr begeistert war, fand sie im Vergleich zu Inlinern gar nicht gut und hat sich dann neue Inliner gekauft. Mit meinem ältesten Sohn (15) ging es ähnlich, auch er findet die Dinger zu klobig, die Bewegung im Vergleich zum Inline-Skating zu wenig elegant. Meine Tochter (12) findet die Stöcke "komisch". Da alle drei gern Neues ausprobieren, habe ich so meine Zweifel, dass die Kids wirklich für Skikes zu begeistern sind. Aber ich lasse mich gern belehren. Für die Schulen hätte die Anschaffung von Skikes natürlich den Vorteil, dass auch Kinder, die von zu Hause nicht mit Inlinern ausgestattet werden können, mit "wiederverwendbaren Fahrgeräten" zumindest eine dieser Sportarten erlernen können.
      Wie war die Resonanz in Rüsselsheim?

      Gruß,
      raindancer
      Hallo raindancer,

      die Resonanz bei den Schülern der Immanuel-Kant-Schule in Rüsselsheim ist sehr positiv. Es sind aber auch wirklich sehr nette, begesiterungsfähige und auch zähe Schüler. Auch dort erkennt man die beiden Extreme der eher kurzweiligen Action-Freunde und die ernsthaften Ausdauersportler. Die einen finden die Skikes "ganz nett" ("Inliner sind schneller und man kann mehr Tricks machen"), die anderen würden sie sofort kaufen, wenn sie etwas billiger wären. Der Rest der Schüler steht irgendwo dazwischen.
      Der aktuelle Bericht steht unter dem Link in meinem letzten Beitrag.
      Ich würde mich dann gern einmal mit dir über eine Skike-Projekt ind der Luise-Büchner-Schule unterhalten.

      Franz

      Schulprojekt Skiken

      Hallo Frank,
      als funkelnagelneuer Benutzer dieses Forums und auch der Skikes bin ich nun auf das Schulprojekt gestoßen. Seit wenigen Wochen beschäftige ich mich auch mit dem Gedanken, während der drei Projekttage in der letzten Woche vor den Sommerferien (Mo-Mi) an meiner Schule ein solches Projekt, allerdings mit einer festen Gruppe von max. 15 Schülerinnen und Schülern durchzuführen. Pro Tag müssten mindestens 3 - 4 Übungsstunden stattfinden. Kannst Du mir sagen, wie teuer solch ein Projekt pro Schüler werden könnte, denn das ist zunächst einmal der wichtigste Aspekt für die Vorplanungen.
      Gruß -
      Skikebär
      Hallo Skikebär,

      dazu muss ich dir leider zur Einleitung sagen: Für die meisten Schulen zu teuer. Kostendeckend kommt da kaum jemand hin. Betreuende Trainer haben oft nur 4 bis 10 Paar Skikes, die sie zur Verfügung stellen können und wenn neue Skikes speziell für ein Projekt "in Umlauf" gebracht werden, müssen bei kostendeckender Kalkulation schon dafür 60 bis 70 Euro pro Schüler eingerechnet werden. Dazu kommen Stöcke und das Trainerhonorar.
      Grob geschätzt würde ich rund 1000 Euro an Kosten schätzen. Etwas günstiger könnte es werden, wenn durch eine Art "Schichtbetrieb", nur 7 bis 8 Schüler auf den Skikes stehen.
      4 Stunden an täglicher Betreuungszeit sind dann aber auch für den Trainer knallhart, da musst du unbedingt einen erfahrenen Trainer in gutem Trainingszustand erwischen. Es kommen immerhin rund 20 km "Intervalltrainig" am Tag zusammen gemischt mit hoher Beanspruchung für Aufmerksamkeit und Stimmbänder. Dazu gibt gratis immer wieder blutige Finger von den Einstellarbeiten, die unterwegs ständig nötig sind.
      Wer das als Trainer wegsteckt, hat durchaus seinen Spaß daran und den Schülern gefällt Skiken eigentlich immer total gut.
      Wenn dich das nicht abgeschreckt hat, kannst du mich ja anmailen für ein konkretes Angebot.

      Franz

      Schul-Projekt

      Hallo Frank,
      vielen Dank für die Beantwortung der Fragen. Ich dachte mir schon, dass ein solches Projekt unter den Bedingungen, wie Projekte an meiner Schule durchgeführt werden, kaum zu realisieren ist. Werde den Sachverhalt erst mal nach den Ferien mit Kollegen besprechen.
      Grüße Dich herzlich und wünsche Dir einen guten Rutsch ins Jahr 2008!
      skikebär
      Hallo Frank und alle, die an Skike für die Schule interessiert sind,

      jetzt muss ich doch endlich einmal meinen Beitrag vom 3.7. letzten Jahres teilweise "öffentlich" revidieren. Mein ältester Sohn, der die Skikes nach dem ersten Probelauf im Juni völlig abgelehnt hatte, ist nämlich inzwischen ein begeisterter Skiker - und das, obwohl er schon in vielen anderen Sportarten aktiv ist.
      Der Grund für den Stimmungswechsel: Ursprünglich hatte er gehofft, seine wieder einmal verwachsenen Inliner durch Skikes ersetzen zu können und damit genauso fahren zu können wie mit den Inlinern. Das war mal nix, das Fahrverhalten und auch der Bewegungsablauf sind nun einmal ganz verschieden. Auch mit der Eleganz der Inliner-Bewegung konnten die Skikes nicht mithalten - dann noch die Stöcke, die dauernd im Weg waren, nee, nee! :mad:
      Dann aber, im Winter, ein plötzlicher Anfall von Bewegungsmangel. :eek: Da könnte man doch mal seiner Mutter zeigen, wie sportlich man ist - bzw. wie unsportlich sie ist. Gesagt, getan: Skikes angeschnallt, eine kurze Strecke ausprobiert, Mutter zu einem Wettrennen auf ihrer Standardstrecke herausgefordert - und: gewonnen, natürlich! (Und das, peinlicherweise, ohne Absicht der Mutter - Kleinere lässt man ja schon mal freiwillig gewinnen, aber der 15-jährige hatte meinen Ehrgeiz schon geweckt. Naja, er ist halt doch ein paar Jahre jünger als ich...)
      Und siehe da, die Erkenntnis: "Wenn man Skikes als eigenständiges Sportgerät akzeptiert, sind sie eigentlich ganz gut!" (was schon ein großes Lob war nach dem früheren Verriss!) Und: Franks Halbmarathon Ende Dezember war schon eine Herausforderung. Das müsste man doch mal probieren. Beim Halbmarathon zum zweiten Mal auf Skikes, und es gelang. Da das Resultat verbesserungswürdig war, trainiert er nun, und zwar mit einer kaum zu bremsenden (!) Begeisterung! :) Und, besser noch: Es macht ihm solchen Spaß, dass er nicht um eines Zieles willen Skiken geht, sondern um des Skikens selbst willen. Das geht sogar soweit, dass er vom Training in einer anderen Sportart kommt und sagt, er müsse sich jetzt endlich richtig bewegen - also Skiken gehen!
      Fazit: Will man Jugendlichen Skikes "schmackhaft" machen, sollte man keinesfalls an's Inlinern anknüpfen. Es ist eine völlig andere, eigenständige Sportart, die gerade dadurch auch ihren Reiz hat.

      Viel Spaß allen, die mit Kindern und Jugendlichen das Skiken trainieren!
      Sigrid
      Hallo zusammen,

      Danke Sigrid für deine Schilderung, wie die Motivation von Jugendlichen zum Skiken verlaufen kann. Ich fürchte schon jetzt, allein durch Christians Trainingsbegeisterung, bei allen künftigen Rennen in der Region einen Platz weiter hinten zu landen.
      Was alle küntigen Schulprojektleiter interessieren dürfte...
      Heute hatte ich ein Anfrage bezüglich eines Schulprojektes und speziell Fragen welche Stockspitzen man auch einer Tartanbahn benutzen sollte, Verletzungsgefahr.
      Hier sinngemäß meine Antworten:
      • Metallspitzen sind ein schlagkräftiges Argument mit den Skikes die Benutzung der Tartanbahn NICHT zu erlauben. Mit Gummispitzen ist dieses Argument allerdings völlig "entschärft". Die Gummispitzen können die Bahn gar nicht mehr beschädigen. Dann aber möglichst die großen, rechteckigen Pads wählen, die kleinen rutschen etwas stärker weg beim Stockschub. Die Reifen können der Bahn nichts anhaben, es sollten aber keine Blockierbremsungen gemacht werden.
      • Die Bahn gibt nach, das hat zwei Vorteile:
      - Man wird stark gebremst, was Anfängern ein sichereres Gefühl und bessere Kontrolle gibt. Auch die Könner werden nicht so schnell (etwa 20 % langsamer als Ashalt) und wenn sie stüzen, dann bei niedrigerem Tempo.
      - Gefährlich können beim Stürzen eigentlich nur die Außengeländer und der Innenrand der Bahn werden. Ein Helm ist zwar prinzipiell sinnvoll, aber viele Schüler besitzen gar keinen. Auf der Tartanbahn wird er zum Glück weniger zwingend gebraucht, weil man weich fällt und man sich auch ungehemmter abstützen kann. Die Gefahrenzonen sind eindeutig die Bahnränder und Zugänge zur Bahn!

      Franz