Hallo Frank!
Vielen Dank für die ausführlichen und interessanten Infos!
Ich schreibe mal kurz (auch wenn es dann doch a bisserl länger wird

) über meine spärlichen Erfahrungen über die Auswirkungen des Skikens auf mein Triathlon Training. Muß noch vorausschicken, daß ich Hobbytriathlet bin mit etwa 9h-10h Training pro Woche im Jahresmittel. Bei den Resultaten so "Middle of the Pack", wenn es gut läuft:
1. Skiken von 90min bis 105min
Meine Strecken haben einen überwiegend hohen Cross Anteil oder 100% Asphalt mit 120Höhenmetern auf 11km. Ab 80min. oder 90 min. wird das Skiken spürbar anstrengender. Die Brustmuskulatur wirkt überanstrengt, was sich in einem beklemmenden Gefühl in der Brustgegend äußert. Keine Angst, Herz-Kreislauf ist bei mir i.O.

Anfangs hatte ich das auf zu wenig Kohlenhydrate zurückgeführt, kann das aber mittlerweile widerlegen, weil ich bei den Asphalt Touren ausreichend Flüssigkeit und KHs zugeführt habe und da trat das Gefühl auch nach ca. 90min. auf.
2. Skiken etwas über 2h
Gleiche Strecken wie oben. Beim ersten Mal über 2h viel zu wenig getrunken (ca. 1,1l bei 2h15min Belastung). Gleiches Anstrengungsempfinden nach ca. 85min wie oben. Nach 2h doch starke Koordinationsschwierigkeiten 2:1 Technik nur mangelhaft möglich, öfters mal nur auf einem Bein geskiked

. Ging alles ohne Sturz ab.
Mittlerweile stelle ich mir einen Timer an der Uhr, der mich zum regelmäßigen Trinken ermahnt. Dann treten o.g. Probleme gar nicht auf.
Update 20.8.
war im Flachland 2h43 unterwegs. Keinerlei muskuläre Probleme während und nach der Tour. Im hügeligen Gelände ist das aber eine ganz andere Geschichte!
3. Auswirkungen aufs Radfahren
Am Vortag eine über 2h dauernde Skike Tour mit starker körperlicher Beanspruchung. War völlig fertig. Kein anschließendes Dehnprogramm.
Zu Beginn der Radtour müde Muskeln, 25er Schnitt. Geplant war an dem heißen Tag eine 6h Ausfahrt (meine erste längere in diesem Jahr, sonst mal so 3h). Es wurden letztendlich 6h15min. mit etwas über 150km (Tacho war zu Beginn ausgefallen, habe aber die reine Fahrtzeit gestoppt). Keinerlei muskuläre Probleme während der Fahrt. Wenn es mal anstrengend erschien war ich erstaunt, daß ich tatsächlich wesentlich dickere Gänge als üblich getreten habe, auch hügelaufwärts. Leistungsspitzen (gefühlte 120-130upm und schneller als 40km/h - ein LKW war unmittelbar hinter mir, da wollte ich schnell weg...), habe ich gut verkraftet. Kein minutenlanges Ausschnaufen.
Auch nach der Radtour körperlich fit, lediglich ein vorhandenes Flüssigkeitsdefizit ausgegelichen ( zwei alkoholfreie Bier

).
Am nächsten Tag Massage und keine beleidigte Muskulatur spürbar.
Update 31.7.07
Heute wieder eine hügelige 6h Radtour (Urlaubstag). Auch gegen Ende der 160km noch einigermaßen Druck in den Beinen - keine muskulären Probleme. Das ist für mich insofern erstaunlich, da ich bis dato nur 2300km auf dem Rad hinter mir habe!
Was mir bei den Abfahrten und in engen Kurven aufgefallen ist: ich fühle mich viel sicherer. Das war auch bei der ersten 6h Tour vor einer Woche so. Möglicherweise wird durch das Skiken irgendwie die koordinativen Fähigkeiten verbessert.
4. Auswirkungen aufs Laufen
Am Vortag knappe 2h Skike Tour. Anstrengend, aber ich habe mich schnell erholt. Kein Dehnprogramm!
17km Lauf. Sollte etwas schneller werden als sonst, aber das konnte ich knicken. Die Muskulatur war einfach nicht locker genug. Was mir aber auffiel war die Tatsache, daß ich trotz müder Muskeln eine gute Laufhaltung bewahren konnte. Habe ein sehr gutes Körpergefühl, das fällt mir sofort auf. Ich mache zwar regelmäßig Stabilisationsgymnastik, aber bei Läufen über 1h ertappe ich mich hin und wieder dabei, daß ich in eine Schonhaltung verfalle und das war diesmal nicht so. Das führe ich eindeutig aufs Skiken zurück.
Update 20.8.07
Beim Skiken v.a. im hügeligen Gelände wird bei mir die komplette Streck- und Beugemuskulatur des Oberschenkels und die Gesäßmuskulatur sehr stark beansprucht. Intensives Dehnen nach dem Skiken wird nun Pflicht. Meine Laufzeiten sind schlechter geworden bzw. das gewohnte Tempo beizubehalten fällt mir schwerer.
Fazit:
Das Skiken hatte bei mir folgende Auswirkungen aufs Triathlontraining:
1. ++ Beim Radfahren höhere Kraftausdauer
2. + Beim Laufen stabilere Haltung über die gesamte Laufdauer
3. + Verbesserung der koordinativen Fähigkeiten (Abfahrten, Kurventechnik)
4. - Beanspruchung der Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur beim Skiken im hügeligen Gelände. Schlechtere Laufzeiten. Häufigeres Dehnen wird Pflicht!
Die maximale Länge meiner Skiketouren werde ich mal so auf ca. 2h begrenzen. Es ist auch eine Frage der Planung wie ich meinen Flüssigkeitshaushalt ausreichend abdecken kann. Einen Trinkrucksack nehme ich ungern mit.