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Alt 16.08.2008, 23:15
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Frank Röder Frank Röder ist offline
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Hallo Teerjacke,

Da Hobysportler nicht kontrolliert werden, ist der Dopinganteil dort noch größer. Im Hobby-Kraftsportbereich wird nachweislich von mindestens 25 % der Aktiven zu "Mittelchen" gegriffen (noch nicht einmal direkt im Amateur-Bodybuilding, schon wenn es nur um's Muckis aufbauen zum Angeben geht). In rund 15 % einer größeren Anzahl von überprüften Eiweiß-Riegeln für Body-Builder wurden Anabolika nachgeweisen. Wer die Marken kennt, braucht also gar keine Anabolika mehr einzukaufen.
Im Ausdauersport wird garanteiert auch dort schon vermehrt dedopt, wo es nur um "persönliche Ziele" geht. Und zwar mehr, als man glauben möchte.
Sei es der Marathonläufer, der endlich einmal die 3 Stunden knacken will oder der Triathlet, der Pseudo-Heldenstautus erweben möchte in dem er sich für Hawaii qualifiziert. Das kontroliert keiner, weil ein aussagekräftiger Test zwischen 300 und 1000 Euronen kostet. Und es interessier auch kaum jemanden wirklich, ob ein Gedopter eine Leistung erreicht hat die 10-20 % der Hobbysportler nur mit richtigem Training erreichen würde. Aber die (nicht nachgewiesene) Dopingquote schießt dadurch natürlich n die Höhe. Und die Nebenwirkungen davon.
Ich wurde schon oft als Trainer gefragt, was am meisten bringt, was noch legal ist usw. und habe seit einigen Jahren deswegen eine Anti-Doping-Klausel in meinen AGB, weil ich mich distanzieren können möchte, wenn ein (Ex-) Kunde von mir dopingauffällig wird.
Und was ich noch unbedingt loswerden möchte: "Spaßmacher" wie Aufputschmittel sind Killer für die persönliche Entwicklung. Da sie keine Muckis aufbauen und keine Energie enthalten, sondern sie durch Endorphinausschüttung oder tieferes Ausschöpfen der körpereigenen Reserven freisetzen, wird dieser Mechanismus so strapaziert, dass er irgendwann versagt.
Folge: Energieverlust, Depressionen und Persönlichkeitsveränderungen. Das war's dann gewesen. Und wer zum Runterkommen von seinem Höhenflug im Wechsel noch Beruhigungsmittel einschmeißt, schwächt seine Tiefschlafphase, in der das Immunsystem (auch Krebsabwehr!), die Lernverabbeitung und andere wichtige Dinge arbeiten.
Dieser Dreck ist der absolute Hammer!

Skiskating auf dem Laufband kann zwar sichtbar erschöpfend sein, aber das Wahre ist es nicht. Die Stöcke greifen anders und der Stil ist ein anderer als "in echt". Ich selbst kann an Hand von Pulsmesser und subjektivem Empfinden sehr verschiedene Arten von Erschöpfungszuständen reproduzieren, je nach dem welche minimalen Stilveränderung ich gerade durchführen. Da würde ich für mich persönlich die Aussage treffen, dass ein "KO" beim Leistungstest auf dem Laufband bei mir so gut wie keine Aussagekraft für die Praxis hätte. Davon abgesehen, möchte ich mich mit leicht defizitärer Durchblutung der Herzkranzgefäße (und das ist beim Maximalpuls der Fall!) auf keinen Fall einen Fanggurt fallen lassen. Ich weiß auch nicht, wie die das Zwerchfell und die Rippenmuskulatur reagieren, wenn man bei äußerster Atemnot in den Gurt knallt. Gut, ist vielleicht immer noch besser, als auf den Boden zu knallen. Aber muss das überhaupt sein? Ich erziehe meine Kunden dazu, auch unter Maximalleistung noch ein sportliches Bild abzugeben, also sich auf keinen Fall hinzuschmeißen oder zusammenzubrechen. (Ich persönlich würde ohnehin Sportler, die im Ziel einen zu elenden Eindruck für die Öffentlichkeit hinterlassen, wegen Unsportlichkeit disqualifizieren - ist nur meine Meinung).
Diese Laufbänder sind so richtig teuer und müssen natürlich deswegen auch genutzt werden. Man findet schon Gründe das zu tun und Sportler, die das mit sich machen lassen.

Frank
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Geändert von Frank Röder (17.08.2008 um 00:21 Uhr).
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