Hallo Frank, Muck, Andreas und alle, die sonst noch dabei waren,
da ich gerade Zeit habe und mich nicht zu größeren Aktivitäten aufraffen kann (komisch, oder?), möchte ich den Reigen derer, die sich hier äußern, fortsetzen. Danke für die Organisation dieser Tour, Frank

- ich finde es immer toll, wie Du Dich für diesen Sport und die, die ihn betreiben, einsetzt - und danke an alle, die dabei waren, denn allein wäre ich bestimmt nicht in der Hitze rumgeskiket!
Tja, was waren für mich die besonders erwähnenswerten Momente?
Zunächst einmal die Storchenwiese bei Astheim. So viele Störche habe ich noch nie auf einer so kleinen Fläche gesehen. Ich weiß zwar nicht, wie viele es genau waren, weil ich gerade auf diesem Schotterstück auch ziemlich mit Rumstolpern beschäftigt war und die Gruppe nicht durch Stehenbleiben zum genauen Durchzählen noch länger warten lassen wollte - aber 12 waren's mindestens! Wie war das noch mit der Geschichte vom Klapperstorch? Bei den vielen Frauen, die dabei waren, ........
Die Rast in Ginsheim-Gustavsburg war genial. Ein Lob demjenigen, der den Eiswagen dorthin bestellt hat!
Tja, dann kam der Weg zurück auf der Deichkrone, meist ganz gut zu fahren, wären da nicht so ein paar größere keilförmige Steine ausgestreut worden - wahrscheinlich von neidischen Inline-Skatern, die sich geärgert haben, dass sie unten auf dem Betonweg bleiben mussten... Munter plaudernd zogen wir dahin, bis kam, was kommen musste: Ein Stein verkeilte sich zwischen meinem Rad und Rahmen und schneller, als ich etwas wahrnehmen konnte, lag ich der Länge nach da. Alle Viere von mir gestreckt, brauchte ich einen Moment, um mich zu berappeln. Zum Glück war außer einer Schramme am Unterarm und einem blauen Fleck in Höhe des Hüftknochens nichts passiert, auch die Skikes hatten nichts abbekommen, meine kinetische Energie war großflächig über den gesamten Körper abgefangen worden. Trotzdem musste ich mich erst ein paar Minuten von dem Schreck erholen, aber dann ging's weiter. Die Rast am Steindamm vor der Langenau brachte die endgültige Erholung, aber warum waren wir eigentlich nicht im Biergarten?
Das nächste Stück fand ich fürchterlich. Es war vor allem eines: gemein

. Frank und ich waren diese Strecke vor ein paar Wochen abgefahren. Damals waren schon zwei Fahrspuren deutlicher sichtbar gewesen, aber in der Mitte und am Rand nur niedrige Vegetation. Inzwischen hatten sich die Wegwarten und Schafgarben zu kniehohem Gebüsch gemausert, das uns dazu vergatterte, uns mühsamst im Doppelstockschub vorwärtszuarbeiten - und dabei auch noch die Stöcke so anzuheben, dass die Spitzen oberhalb des Grünzeugs nach vorn geführt werden konnten. Kein Wunder, dass ich gestern Abend kaum noch meine Arme heben konnte!
Schade, dass wir auf diesem Stück auch Alena "verloren", d.h. abholen lassen mussten. Ich finde es immer besonders frustrierend, wenn jemand aufgrund einer Verletzung ein solches Vorhaben abbrechen muss! Gute Besserung für Deine Hand, Alena! - Schade auch, dass Michael bei dieser Gelegenheit die Gruppe verließ, aber ich habe größten Respekt vor dieser Entscheidung - ich wäre wahrscheinlich nicht so schlau gewesen, die Tour abzubrechen, bevor ich selbst abgebrochen wäre...
Der nächste Abschnitt, wo man außer dem Rhein auch diverse Altrheinarme sehen kann, wenn man auf dem Deich bleibt, gefällt mir persönlich besonders gut. Es ist einfach eine tolle Aussicht auf's Wasser, die nur von der nötigen Konzentration auf den Feinschotterweg mit seinen gröberen Brocken behindert wird.
Schade, dass auch Du den Rückweg dann vorzeitig antreten musstest, Andreas - aber schön, dass Du soweit dabei warst! Unter diesen widrigen Umständen hartnäckig auf Kohlenhydrate zu verzichten war schon eine wirkliche Einschränkung! Bei mir wäre es da mit dem Spaß schnell vorbei gewesen - trotz diverser Müsliriegel und Maischips hatte ich heute Morgen zwei Kilo weniger als gestern, was aber bestimmt hauptsächlich Flüssigkeitsverlust war.
Tapfer fuhren wir zu fünft weiter, immer noch der Sonne trotzend. Warum konnte denn nicht mal endlich eine Wolke kommen? Meine Wasservorräte gingen bedenklich zur Neige, und es waren immer noch ein paar Kilometer!
Nach einer kleinen Kopfsteinpflastereinlage mit Stechmückeninvasion kamen endlich Asphaltwege. Jetzt konnte ich mich kaum noch bremsen, so etwa nach dem Motto der Raser "schnell nach Hause, bevor der Sprit alle ist". Dabei meine ich mit Sprit nicht nur meine Wasservorräte, sondern vor allem meine Energie zum Skiken...
Nochmal ein Stück Deich, naja. Betonplatten über den Golfplatz, naja. Wenigstens hatte uns jemand die Beregnungsanlage so eingestellt, dass wir ein bisschen abkühlen konnten. Weniger lecker fand ich diesen Mischmasch aus Schweiß und Sonnenschutzmittel, der mir infolge dieser Minidusche in den Mund lief

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Als wir auf dem Radweg nach Leeheim ankamen, war ich wirklich kurz vorm Aufgeben. Mit dem Auto könnte ich doch hier so schön abgeholt werden! Jeder Skike wog inzwischen mindestens 5 kg, ich selbst hatte mich in Schweiß aufgelöst - so kam ich mir jedenfalls vor. Aber so kurz vorm Ziel aufgeben, dazu hatte ich dann doch auch keine Lust. Also Augen zu (oder besser auf) und durch, und das möglichst schnell, bevor ich es mir doch noch anders überlege.
Schließlich, kurz vor dem rettenden Zuhause, sparte ich sogar ein paar Meter Feinschotterweg und fuhr lieber die längere asphaltierte Route längs der Fasanerie.
Ich war total platt, als ich zuhause ankam. Telefon. Kann nicht mehr. Duschen. Wiederbelebt. Eine Kleinigkeit essen. Keinen Nerv für Familie. Ab zu Frank und Alena in den Garten, wo sich die anderen schon versammelt hatten. Unfähig, mein Glas vom Tisch zu heben. Kann Wasser soooo schwer sein?
Schon lange nicht mehr habe ich so viel in einer Nacht geschlafen. Wolfgang, ich hätte nicht mit Dir tauschen wollen - heute früh aufstehen zu müssen, oje oje! Ich komme mir heute vor wie ein flügellahmes Huhn - kaum fähig, die Arme zu heben. Alles andere funktioniert irgendwie, selbst mein Hirn scheint keine größeren Sonnenschäden davongetragen zu haben (oder vielleicht doch?)
Wer ist eigentlich auf die Schnapsidee gekommen, in der größten Mittagshitze zu fahren? Sollte das der ultimative Wüstentauglichkeitstest werden? Glücklicherweise war die Luft wenigstens trocken, sonst hätte ich gar nicht erst die Skikes angeschnallt. Aber auch so fand ich es noch heftig genug. Nur gut, dass Du uns am Anfang ausgebremst hast, Frank, so war die Belastung etwa so wie bei einem gemütlichen Spaziergang. Anders wäre es sicher nicht zu schaffen gewesen, für mich jedenfalls definitiv nicht.
Mein Fazit: Es war eine tolle Tour! Ich habe gelernt, dass ich mich auch (wieder) in der Sonne und bei Hitze bewegen kann - und dass mein Wille doch noch größer ist als ich dachte. Laut Pulsuhr habe ich etwa 3400 Kalorien verbraten, und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Ein Durchschnittspuls von 156 bei einer Fahrzeit von rund 5 Stunden - nicht schlecht! Maximalpuls 182, das muss am Ende gewesen sein, als ich vorm endgültigen Umkippen zuhause sein wollte. Vier Liter Wasser in sieben Stunden - nur beim Wandern im Grand Canyon habe ich zuvor je so viel verbraucht. Meine Schrammen am Arm - Glück gehabt, dass nicht mehr passiert ist (und dass ich in meiner Kindheit mittels vieler Stürze und Harakiri-Aktionen meine Reflexe geschult habe, sonst hätte ich vielleicht statt einer Bauchlandung eine Kinn- und Nasenbremse hingelegt, das wäre sicher nicht so angenehm gewesen). Meine Füße tragen mich heute, und das ist für mich der tollste Nebeneffekt des Skikens: Von der Beinahe-Unfähigkeit zu gehen sind die Sprunggelenke inzwischen so stabil geworden, dass ich mir so eine große Tour ohne größere Folgen "leisten" kann! Und dieses Glücks-Gefühl, diesen Weg geschafft zu haben, das kann uns keiner nehmen!
Ich freue mich auf weitere Ausflüge mit Euch, Muck und Guff, nix da von wegen Drohung! Und natürlich mit allen anderen.
Gerade fängt es an zu regnen. Ist das die Ausrede, die ich brauchte, um heute nicht zum Skike-Treff zu gehen? Eigentlich bin ich wirklich noch zu kaputt dafür...
Bis zur nächsten Tour!
Sigrid