Mannomann, ich weiß nicht ob ich heute nur Glück gehabt habe, ob meine Skikeerfahrung unterbusst ihren Teil dazu beitrug oder ob mich sogar meine "Djangoletten" vor einem kapitalen Sturz gerettet haben. Ich würde sagen, wenn einer der drei Faktoren heute gefehlt hätte, mich hätte es krankenhausreif zerbröselt.
1. Glück war sicher dabei, denn bewusste Bewegungen habe ich bei diesem Beinahesturz eigentlich nicht direkt machen können.
2. Ohne etwas Erfahrung auf den Skikes hätte es wohl auch nicht hingehauen.
3. Meine Wildwest-Schühchen haben mich trotz spektakulärer pistenclownmäßiger Trickski-Einlagen auf den Geräten gehalten. Von Trickski habe ich überhaupt keine Ahnung.

Ich bin früher schon ohne meine "Sporen" an den Schuhen in weiche Löcher gefahren und abrupt stecken geblieben und trotz extrem fest geklemter Fersenschalen, bin ich aus den Schalen gerutsch. Die Klettbänder waren danch übrigens
offen! Daran konnte ich sehen, welche Kräfte gewirkt hatten (es zieht einem regelrecht die Schuhe aus).
Okay, beser von Anfang an.
Tolles Wetter heute abend, menschenleere Straßen (glaube irgendwo wurde wohl Fußball gespielt) und es gab noch einige weiße Flecken auf dem Routenplan für die bevorstehende Gerauer 50 km-Tour.
Also nix wie raus und die "Nordschleife" der Tour austesten. Schöner Gegenwind auf den ersten 6 km. Wie erhalte ich gleichmäßgeren Schub? Die Frage stellen sich wohl alle Sportler in ihrer Sporart. Ich teste zwei alternative Techniken. Eine ist albern bis lustig und sehr schwer - vergisses Frank! Die andere fühlt sich komisch an und sieht sicher auch so aus. Oh Wunder, es schient etwas zu bringen, mein GPS belügt mich nicht (fast nie/nicht immer -zutreffendes ankreuzen). Okay, fühlt sich auch schneller an, aber hat seine Tücken. Es folgt der Test dieser Technik bei km 7 auf Schotter. Geht auch...bis auf: Wenn Glitsch, Schotter und schlecht koordinierte Armarbeit zusammen kommen und man so blöd ist auf das GPS zu schauen, das geht nicht zwangsläufig gut. Fast 21 km/h bringt also doch was, jaaa und zwar Spaß für den Zuschauer!
Jedenfalls stießen die Skikes hart aneinander und der Kurs der Skikes ging spontan 30 ° nach rechts. Meine Masse wollte geradeaus, ich hatte aber volle Last auf dem linken Skike, Schräglage nach links vorn und die Beine über Kreuz. Das war's dann wohl? Neeee, ich bekomme mein rechtes Bein frei mache einen Riesenschritt nach links vor, komme wieder ins Gleichgewicht, doch der Glitsch, ließ mich weiter "piouettieren" nach links. Also großer Ausfallschritt nach links hinten mit dem linken Bein, inzwischen stand ich quer zur Fahrtrichtung und rotierte weiter. Ich bekomme überraschend alle vier Räder auf den glitschigen Schotterboden. Mist, ich rolle plötzlich rückwärts! Bloß nicht bremsen, mein Tempo war bisher kaum geringer geworden. In einer Art Slalom eierte ich rückwärts weiter. Ohne große Rückwärtsfahrroutine auf Schotter spürte ich so was wie verhaltene Panik. Dann kippte ich nach hinten, aber knalle einen Stock so hart in den Boden (war nicht geplant) dass ich wieder in Fahrtrichtung rotierte und mit einem spagatbreiten Seitschritt zum Stilltand komme. Dann fiel ich im Stand um, vor Lachen und weil mein linkes Bein etwas schotterte vom Aufprall.
Männo, wenn so was passiert, sieht es keiner!!!
Ich hätte jedem Zuschauer einen dicken Lacher gegönnt. Der Bremsweg meiner Pistenclown-Einlage war gute 12 Meter. Es bleib mir also unterwegs genug Zeit zum staunen.
Was lerne ich daraus? Techniken die man erst vor eingen Minuten entdeckt hat, vielleicht nicht gerade auf widrigestem Untergrund austesten. Werd's mir merken.
Das war der lustige Teil. Beim Weiterfahren glaubte ich fest daran, dass ich durch das heftige "Aufstampfen" den Skike verbogen hätte, war aber nicht der Fall, nur meine Motorik hatte etwas gelitten. Ich konnte den linke Skike nicht mehr richtig gerade halten. Erstaunlich, wie das Nervensystem geschockt werden kann. Die Skikes hatten sich noch nicht einmal verstellt!!!
Aber noch mehr asl mein Bein war geschockt. Km 12,5: Ein schmaler Weg erfordert 20 m Doppelstockschub bergauf. Ups, ein deutliches Knistern aus dem linken Stock! Ich wusste, dass jetzt die Tage für das Carbonrohrwerk gezählt waren. Na ja würde schon noch halten bis nach Hause. Denkste, nach 500 m explosionsartiger Stockbruch 70 cm oberhalb der Spitze und sogar ohne besonderen Krafteinsatz - zum Glück. 13 km nach Hause würden auch mit einem Stock gehen. Die "Nordschleife" der geplanten Tour muss dann wohl später erkundet werden.
Wer vorhat, wie ich, durch einstecken eines passenden Astes einen Carbonstock notzureparieren, kann es gleich lassen. Das Material war aufgesplisst und riss sofort ein, wenn man etwas hineinsteckte. Die Mühe kann man sich also sparen.
Dann besser auf einer weniger crossigen Strecke zurück. Die Technik mit nur einem Stock ist ungewohnt, aber geht ganz gut. Dann bei km 15,5 ein gefürchtetes Geräusch - pftpftpftpft - klarer Fall ein Platter. Ja suppper, was' ne Tour! Erst die Kaspereinlage, danach den Stock genyncht und dann noch das.

Nach Murphy blüht mir jetzt jahrelanges Glück, oder wie war das noch? Nein, er hat noch eine Chance, ich habe den Achsenschlüssel vergessen!? Puh, doch nicht. Also Reifen wechseln, dabei zwei Dutzend Stechmücken füttern und mit völlig aufgebrauchtem Pech nach Hause rollen.
Das war's dann, ein interessante 27 km-Tour.
Bis bald,
Frank