Hallo,
na, das hat sich hier ja zu einer heißen Diskussion entwickelt. Meine Meinung zu Stürzen ist: Grundsätzlich sch... aber mit Sicherheit nicht zu vermeiden. Darüber muss ich mir stets im Klaren sein, dass das Leben gewisse Risiken birgt, besonders wenn ich sportlich aktiv bin (Ausnahme vielleicht: Synchronschwimmen, Schach, Hallenhalma ...

).
Wenn ich das Stürzen an sich betrachte, macht es im Hinblick auf die Folgen und den Schmerzfaktor allerdings keinen Unterschied, wer oder was schuld ist. Auswirkungen hat es lediglich auf mein Ärgerpotential. Liegt es an meiner Unkonzentriertheit (hallo Conni

, ist mir gerade gestern auch passiert, als ich mich sehr intensiv gedanklich mit einem Bewegungsablauf beschäftigte) kann ich sauer auf mich selber sein - meist verwende ich aber nicht so viel Energie für diese Art des Ärgerns. Hebelt mich der Untergrund aus - auch gestern übelst passiert - kann ich meinen Ärger darauf fokussieren, dass dieses hundsgemeine Sandloch sich extra nur für mich dort plötzlich aufgetan hat, ganz sicher

. Liegt es allerdings am Material, dann kann ich natürlich eine Welle machen, mich wunderbar hochschaukeln und Panik vor jeder Ausfahrt schieben. (Anmerkung: ich hatte noch keinen Rahmenbruch und begegne diesem Thema sicherlich mit etwas größerem emotionalen Abstand.)
Es liegt mir fern, irgendetwas schön zu reden, nur wenn ich den Gedanken konsequent zu Ende führe, bleibt mir aus Sicherheitsgründen eigentlich nur, auf das Skiken ganz zu verzichten. Und das mag ich nun so gar nicht. Und ich gehöre mit Sicherheit nicht zu der Fraktion "no risk, no fun". Allerdings ist mein Eindruck, dass das Gefahrenpotential, wenn ich mich mit dem Fahrrad durch Berlin bewege, deutlich höher ist, als mit Skikes - aus welchem Grund auch immer - zu stürzen.
Materialfehler oder -schwäche ist natürlich der allergrößte Mist und sollte grundsätzlich nie passieren - ist aber letzten Endes nur eine von mehreren Möglichkeiten zu stürzen.
Was mich allerdings nachdenklich stimmt, ist die Tatsache, wie sich Otto Eder und die Firma Skike laut den Berichten hier und im anderen Forum dazu verhält. Wenn jemand einen Rahmenbruch erleidet, der auf Materialfehler oder -schwäche zurückzuführen ist, dann schick' ich ihm (als Hersteller) doch ein Paar nigelnagelneue Skikes, die natürlich nicht zu einer "bedenklichen" Charge gehören und die nochmal "extra" gecheckt wurden. Und freue mich, dass der Sturz noch einigermaßen glimpflich abgelaufen ist. Ich freue mich für den Skiker, weil das mein Mit-Gefühl mit sich bringt, und ich kann mich auch für mich freuen, da evtl. haftungsrechtliche Auseinandersetzungen nicht stattfinden müssen.
Desweiteren kann ich mich darüber freuen, dass ich freiwillige Testpersonen habe (die sogar durch den Kauf noch Geld dafür bezahlen), die Langzeitstudien unter z.T. Extrembedingungen durchführen, für die ich im "Labor" 'ne Menge Schotter hinlegen müsste. D.h. ich müsste als Hersteller dankbar für soviel Erfahrungsberichte sein und mich nicht säuerlich-schmollend persönlich angegriffen fühlen.
Ich könnte natürlich verstehen, wenn manche Dinge nicht öffentlich ausdiskutiert werden, aber ich habe auch nicht den Eindruck, dass der Austausch im individuellen Kontakt mit den Betroffenen stattfinden und dass am Ende ein Ergebnis öffentlich präsentiert wird. Beispielsweise, dass bei einer bestimmten Serie die Aluminiumlegierung nicht stimmte (geht das überhaupt

, ich bin materialtechnisch absoluter Laie) und dies zwischenzeitlich korrigiert wurde. Natürlich darf diese Serie dann nicht mehr in den Handel gelangen und es müsste eine Rückrufaktion (wie oftmals auch bei PKWs) geben.
So, wie es allerdings dem Anschein nach im Moment läuft, ist der Eindruck eher ein negativer: man entzieht sich der Auseinandersetzung mit Problemen oder Fragestellungen. Damit öffnet man wildesten Spekulationen Tür und Tor. Viele Firmen haben erkannt, dass Kooperation auf Dauer und unterm Strich sich eher rechnet. Denn ein zunächst ungutes Gefühl zu einem Produkt kann am Ende zum "Aus" für dieses Produkt führen. Was ich - nebenbei bemerkt - unglaublich schade fände.
Ich bin mir sicher, dass auch Vertreter/innen der Firma Skike in den Foren "blättern": vielleicht ist mein Eindruck ja völlig falsch, aber da lasse ich mich gerne korrigieren. Greift doch ein paar Dinge einfach auf, niemand will Euch ins Förmchen pi... Und wenn ich mir andere Foren anschaue: na holla, da geht's ja ab..., will damit sagen: so ein insgesamt wohlwollendes Forum (wie dieses und auch das von Otto Eder) mit fairen Teilnehmern ist eine absolute Rarität. Könnte man eigentlich als Feedback- und Ideen-Pool wunderbar nutzen...
Gruß Guff