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Alt 28.02.2008, 08:33
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Mirko Fuchs Mirko Fuchs ist offline
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Cross-Skater
 
Registriert seit: 15.07.2007
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Standard Gelenkschmerzen Teil 2

...hier der 2. Teil

Natürlich spielt das Stockmaterial als Kraftübertrager auch eine wichtige Rolle, andererseits kann es koordinative Schwächen auch nur bedingt kompensieren. Ein zu viel an Dämpfung bei manchen Carbonstöcke lassen diese schnell schwammig erscheinen, ähnlich wie bei einem zu stark gedämpften Laufschuh.
Ein steifer Alu-Stock gibt zwar über sein mehr oder weniger lautes Aufsetzgeräusch ein gutes Feedback über die Kontrolle beim Aufsetzen, Belastungsspitzen werden aber auch ungedämpft aufs Gelenk weitergegeben. Teleskopstöcke haben meiner Erfahrung nach von allen Varianten die ungünstigsten Schwingungseigenschaften, auch wenn sie noch so praktisch sind oder wären. Außerdem liegt der Preis der wirklich dauerhaft stabilen Modelle 100% über dem guter Carbon-Stöcke. Auch wenn wir als EXEL-Händler voll hinter dieser Marke stehen, sollten sich Teleskopstocksuchende an LEKI halten, da hier viel Know How in der Verstellung steckt, was die vielen Mitanbieter noch nicht mal Ansatzweise unter Beweis stellen konnten.
Einen sehr umfangreichen Stocktest hat ja auch Frank durchgeführt, zu viel Beachtung möchte ich hier auch nicht den feinen Unterschieden im Stockaufbau schenken.

Grundsätzlich ist eine feinkoordinierte Muskulatur der beste und wirkungsvollste Stoßdämfer im Körper. Dies ist auch schon der 3. Punkt:

Der Ehrgeiz und das Streben nach 'schneller, länger, weiter' läßt Einsteiger wie auch alte Hasen gerne das so wichtige Kontrollieren und Hinterfragen der physiologisch sinnvollen Technik vergessen. Bessere Zeiten und Geschwindigkeitsrekorde werden leider sehr häufig der Optimierung eines kontrolliert weichen Stockeinsatzes mit zunehmendem Druck in der Schubphase vorgezogen.

Häufig wird der Stock wie ein Hammer eingesetzt, maximalem Krafteinsatz beim Einstechen folgt eine zu kurze Schubphase mit unvollständiger Oberkörperaufrichtung auf Grund einer schwachen Schultergürtel-, Arm- und Rumpfmuskulatur.
Hier ist das geschulte Auge eines erfahrenen Trainers mit entsprechendem Bewegungssehen gefragt. Auch eine Videokamera kann so manchen 'Speedskater' seine Technik überdenken lassen, sofern er weiß, worauf er achten muß.

Zuletzt ist natürlich auch die Häufigkeit u.v.a. die Dauer der Fahr-/Trainingseinheit zu beachten.
Technisch erfahrene Cross-Skater mit einer gut koordinierten Muskulatur können sicherlich ihre Belastungsgrenzen im Herz-Kreislauf-Bereich in 2 Stunden-Einheiten austesten. Neulinge sollten sich jedoch die ersten 100 km an einer Stunde als Trainingszeit orientieren (auch wenns anfangs schwer fällt ).
Dafür sind eingeschobene Technikeinheiten von 10 Minuten vollster Konzentration auf eine harmonische Bewegung der Garant für zügige Leistungsfortschritte und ein zukünfig beschwerdefreies Fahrvergnügen.

Aus diesem Grund ist auch von Crash-Kursen mit 2-3 Stunden Praxiseinheiten ganz klar abzuraten, auch wenn sie teilweise von Trainern mit einer goldenen Krone bzw. durch von selbsternannten Sportgöttern verliehene Zertifikate ihre zweifelhafte Existenzberechtigung erhalten.

Ein erfahrener Trainer kennt die Lernkurven seiner Schüler und sollte sein Augenmerk auf die Optimierung der Technik seiner Kunden legen, nicht auf eine Selbstdarstellung oder schnelle Abwicklung eines fragwürdigen Lehrangebots, wie es leider sehr oft durch die vielen auf den Markt geworfene Trainer der Fall ist
(Ausnahmen bestätigen glücklicherweise die Regel).
In den letzten Jahren bin ich durch die explosionsartige Vermehrung der 'staatlich geprüften, von Herstellern und Labels zertifizierten oder unter dem Namen bekannter Spitzensportler geführten Akademien, Instituten, ersten und größten Schulen... vorsichtig und sehr wählerisch in der Auswahl meiner Fortbildungsstätten geworden. Das Internet erlaubt leider durch sein Erscheinungsbild und seine Präsenz kleinen, leeren, menschlichen Behältnissen wie ein Millionenunternehmen mit marktbeherrschendem Charkter aufzutreten. Also, Augen auf bei der Wahl Eures Dienstleisters und auch ruhig mal aufs Bauchgefühl hören...

Zurück zur Lernkurve - wie auch Frank schon vor langer Zeit geraten hat - nach 45 Minuten konzentrierten Fahrens kann auch ein noch so durchtrainierter Sportler nur noch schwer neue Bewegungsmuster einstudieren.
Wer auf sein gutes Körpergefühl (täuscht sehr häufig auch alte Hasen!) und auf seine Bewegungserfahrung aus anderen, artverwandten Sportarten vertraut, sollte auch wie ein Profi-Trainer regelmäßig die Zielsetzung seines Trainings und das selbstverordnete Vorgehen hinterfragen.

Dies schützt vor motivationsbedingter Überlastung und fördert durch eine regelmäßige Reflexion die Lernfortschritte beim Cross-Skaten.

Auch auf die Gefahr hin, einige Forumteilnehmer mit diesem umfangreichen Statement genervt zu haben, hoffe ich trotzdem, wie auch in unseren Kursen, einige kleine Hilfestellungen auf dem Weg in Richtung eines unbeschwerten Skikens/Skatens geliefert zu haben.

Mirko Fuchs
Sporttherapeut
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www.mfsport.de
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